Hamburg

AK MiZ im Januar 2017

Hier die Einladung zum nächsten Treffen des Arbeitskreises Menschen in Zeitarbeit (AK MiZ) bei der IG Metall Region Hamburg.

Wir treffen uns am  Montag, den 09. Januar 2017, um 17 Uhr  bei der IG Metall im Hamburger Gewerkschaftshaus.

Einladung zum Ausdrucken, Kopieren, Aushängen und Weiterverbreiten pdf

Tarifverhandlungen für die Leiharbeit abgeschlossen?

Gleiches Geld für gleiche Arbeit in weiter Ferne

Am 30.11.2016 haben sich die DGB Gewerkschaften mit den beiden Arbeitgeberverbänden BAP und iGZ auf ein Ergebnis für einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt. Die gesamte Laufzeit ist recht lang - zu lang!

Dieser Entgelttarifvertrag soll die Grundlage für die Bezahlung aller KollegInnen in der Leiharbeit werden,

•          die während ihres Einsatzes nicht von Branchenzuschlägen profitieren oder

•          für die kein Zusatztarifvertrag oder eine andere betriebliche Vereinbarung des Einsatzbetriebes gilt.

Das Verhandlungsergebnis sieht unter anderem vor, dass ab dem 1. April 2021 die Entgelttabelle für den Osten wegfällt und dann die Westtabelle für ganz Deutschland gilt. Es wird festgelegt, dass für die „Ostbeschäftigten“ zusätzlich zu den Lohnerhöhungen bis 2019 (siehe Tariftabelle) auch der aktuell bestehende ca. elfprozentige Lohnunterschied vom Westen zum Osten beseitigt wird.

Ab dem 1. April 2021 - und das dauert uns zu lange!

Am 20. Januar berät die Tarifkommission der IG Metall über diesen Abschluss.

Wir, der AK MiZ Hamburg, wollen Nachverhandlungen!

Gleiche Arbeit - Gleiches Geld?

32 Jahre nach dem Ende der DDR soll Leiharbeitskräften im Osten wie im Westen der gleiche Billiglohn zustehen. Unwesentlich höher als der gesetzliche Mindestlohn.

Ist das als Erfolg zu feiern?

Apropos Mindestlohn: Der steigt ab dem 1.1.2017 in Deutschland einheitlich auf 8,84 € die Stunde. Mit dem vorerst vereinbarten Tarifabschluss bekommen Leiharbeitskräfte in der untersten Lohngruppe EG1 ab dem 1. März 2017 ganze 8,91 € im Osten (= 7 Cent mehr) und 9,23 € im Westen (= 39 Cent mehr).

Das ist wahrlich kein Grund zum Feiern. Die Tarifgemeinschaft des DGB hatte vor den Verhandlungen mindestens 70 Cent mehr gefordert!

Natürlich ist jede Anhebung von Löhnen und Gehältern gut für die Beschäftigten. Natürlich ist eine absehbare Ost-West-Angleichung gut.

Und trotzdem haben wir nach wie vor eine Spanne von bis zu 40% bei dem, was man bei einer Verleihfirma ganz legal verdienen kann, und dem, was ein Stammbeschäftigter verdient.

Alle KollegInnen in Leiharbeit, die von Branchenzuschlägen oder von betrieblichen Vereinbarungen profitieren, müssen sich bewusst sein: Nach einer Abmeldung von einem Unternehmen, das als Entleih-Arbeitgeber mehr zahlt als den Leiharbeitstarif, landet man erst einmal bei der neu vereinbarten Entgelttabelle.

Aber auch die Branchenzuschläge sind von sich aus kein equal pay, wie es das Gesetz vorsieht. Auch sie sind in einem Tarifvertrag geregelt, der zum 31.12.2017 kündbar ist.

Wenn wir einen Tarifvertrag in der Leiharbeit wirklich gut finden sollten, dann muss er besser sein als die Gesetzeslage (equal pay und equal treatment). Davon sind wir weit entfernt. Darin würde stehen, dass gleiches Geld für gleiche Arbeit ab dem ersten Einsatztag gilt. Und als Ausgleich für die Unsicherheit und den psychischen Druck, die eine Anstellung bei einer Verleihfirma bedeuten, würde bei Tarifverhandlungen auch über die Höhe von Ausgleichs- und Risikozuschlägen verhandelt, die Leiharbeitskräften zustehen sollten.

Tarifverhandlungen Leiharbeit beendet?

Tarifabschluss Leiharbeit: Jetzt sind die Mitglieder der Tarifkommissionen der Einzelgewerkschaften am Zug!

„Bei den aktuellen Tarifverhandlungen für die Zeitarbeitsbranche konnten sich die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften auf einen neuen Tarifabschluss einigen. Die neu tarifierten Entgelterhöhungen – basierend auf den Entgelten der BAP- und iGZ-Tarifwerke mit der DGB-Tarifgemeinschaft – steigen zum 1. März 2017, zum 1. April 2018, zum 1. April 2019 sowie zum 1. Oktober 2019 – jeweils für die Tarifgebiete Ost und West. Dabei steigen die Entgelte im Westen jährlich zwischen 2,5% und 3,2%. Im Osten steigen sie jährlich bis zu 4,82%. Die vollständige Ost-West-Angleichung in allen neun Entgeltgruppen erfolgt zum 01.04.2021. Die Entgelttabelle Ost entfällt zu diesem Zeitpunkt. (…)“

So die Darstellung von Seiten der Arbeitgeberverbände iGZ und BAP.

Der DGB erklärte nach dem Tarifabschluss vom 30. November:

„Wir haben seit Dienstag mehr als 24 Stunden Non-Stop verhandelt und eine deutliche Erhöhung der Entgelte erreicht. Der Kompromiss enthält viel von dem, was wir gefordert hatten. Die Gewerkschaften haben die vollständige Ost-West-Angleichung ab 2021 sowie eine überproportionale Anhebung der unteren Entgeltgruppen durchgesetzt. (…) Eine Besonderheit des Tarifabschlusses ist die Aufwertung der unteren Entgeltgruppen durch eine überproportionale Erhöhung der Entgelte. ‚Am Ende der Laufzeit werden sich die Tarife in der Leiharbeit deutlich vom gesetzlichen Mindestlohn entfernt haben. Das war uns besonders wichtig.’ Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten und endet zum 31.12.2019. Die Tarifkommissionen der Gewerkschaften werden das Ergebnis nun beraten.“ (siehe auch Tarifinformationen der IG Metall vom 6.12.2016 pdf )

Moment mal!

Die Forderungen der DGB-Tarifgemeinschaft haben gelautet:

6% mehr Geld, mindestens aber 0,70 € pro Stunde mehr, das Ganze für zwölf Monate.

Und die Angleichung der Ost-West-Entgelte.

Logisch ist, dass man bei Verhandlungen am Ende nie das herausbekommt, was man ursprünglich gefordert hat – keine Frage. Was ist aber von den ursprünglichen Forderungen der DGB-Tarifgemeinschaft zur Leiharbeit übrig geblieben?

Leiharbeitskräfte fragen sich: Läuft hier eine „Schönrechnerei“?

Im „Osten“ sollen die Löhne und Gehälter jährlich bis auf 4,82% steigen. Diese 4,82%ige Erhöhung ist aber eine Mogelrechnung. Die Berechnungsbasis sind die 8,50 € Mindestlohn aus diesem Jahr. Da aber der gesetzliche Mindestlohn ab Januar 2017 auf 8,84 € steigt (das entspricht einer Erhöhung um 4% !) und muss auch in der Leiharbeit ab Januar bezahlt werden - ganz ohne Tarifverhandlungen. Die 4% sind dem gesetzlichen Mindestlohn ab Januar 2017 geschuldet. Bleibt also eine Tariferhöhung ab 01. März 2017 von 0,8%.

Die Forderung der DGB-Tarifgemeinschaft war 70 Cent mindestens. Herausgekommen sind 7 Cent!

Und was die Laufzeiten der „Ostangleichung“ betrifft: Das erste Angebot der Arbeitgeberverbände waren 48 Monate ab dem 01. Juli 2017. Also 54 Monate. Herausgekommen sind 51 Monate.

Bei der Laufzeit des Entgelt-Tarifvertrages mit 36 Monaten ist in der DGB-Presseerklärung nicht erwähnt, dass es für die Entgeltgruppen E3 bis E9 in den ersten zwei Monaten eine Nullrunde geben soll.

Was sagen die Mitglieder der Tarifkommissionen unserer Einzelgewerkschaften zu dieser „Schönrechnerei“?

Hier fallen die nächsten Entscheidungen, das Verhandlungsergebnis ist noch nicht der Abschluss der Tarifverhandlungen!

Die Tarifkommissionen der Einzelgewerkschaften sind jetzt gefragt!

Die Erklärungspflicht läuft am 31. Januar 2017 ab!

Leiharbeit bei Airbus

Leiharbeitskraft bei Airbus zu sein, das ist gut und schön …

aber jede LAK sollte wissen, was nach einer „Abmeldung“ auf sie zukommen kann

Bei Airbus in Hamburg, einem Großkunden der Verleihbranche, sind nach wie vor über 2.000 Leiharbeitskräfte (LAKs) eingesetzt. Die so genannte Abmeldung vieler LAKs in den letzten Jahren führte nur bei einem Bruchteil zu einer Übernahme in eine Festanstellung. Viele hoch qualifizierte Kolleginnen und Kollegen mussten sich über ihre Verleihfirma einen neuen „Entleiher“ zuweisen lassen oder sogar den Gang zur Arbeitsagentur antreten. Manche fanden auch anderswo eine Festanstellung in kleinen oder größeren Unternehmen.

Über den Tellerrand schauen!

Der Einsatz als LAK bei Airbus ist auf den ersten Blick eine super Sache – wenn man sich denn überhaupt darauf einlässt, seine Arbeitskraft an eine Verleihfirma zu verkaufen. Schließlich bekommt man hier (wegen eines Zusatztarifvertrages) nach drei Monaten das gleiche Geld für die gleiche Arbeit.

Hier ein Artikel aus dem direktflug pdf, dem vierteljährlich erscheinenden Info der Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei Airbus Hamburg. (Nov. 2016)

AK MiZ im Dezmber 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen.

Hier die Einladung pdf zum nächsten Treffen des Arbeitskreises Menschen in Zeitarbeit (AK MiZ) bei der IG Metall, Region Hamburg

aktualisiert am 3.12.2016 pdf

Das Treffen findet statt am

Montag, 12. Dezember um 17 Uhr
im Hamburger Gewerkschaftshaus, in der Geschäftsstelle der IG Metall, Aufzugsebene 12, (Großer Sitzungsraum, Raum 12.48)

Bei diesem Treffen müssen wir auch ein neues Mitglied (als NachrückerIn) für die Tarifkommission der IG Metall zur Leiharbeit wählen!

Tagesordnung:

  • Aktuelles aus der Geschäftstelle der IG Metall
  • Berichte aus dem Alltag der KollegInnen in Zeitarbeit
  • Diskussion: Was bringt das neue „Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen“ im Zusammenhang mit den Tarifverträgen zur Leiharbeit?
  • Verschiedenes + Kekse
 

AK MiZ im November 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen.

Hier die EINLADUNG zum Arbeitskreis Menschen in Zeitarbeit (AK MiZ) bei der IG Metall, Region Hamburg
zum Weiterleiten, Ausdrucken, Kopieren, Aushängen und Weiterverbreiten! pdf
 
Wir treffen uns am Montag, 14. November 2016 um 17.00 Uhr
in der Geschäftsstelle der IG Metall (Großer Sitzungsraum, Raum 12.48)
Besenbinderhof 60 - 20097 Hamburg (Nähe Hauptbahnhof) - Aufzugsebene 12

Terminhinweis: Die zweite Verhandlungsrunde der DGB Tarifgemeinschaft zur Leiharbeit mit den Arbeitgeberverbänden iGZ und BAP findet in Hamburg statt:

11. November im Marriot Hotel in der ABC-Straße 52
Vorbesprechung um 10 Uhr, Start der Verhandlungsrunde ist um 11 Uhr