Hamburg

Tarifverhandlungen Leiharbeit: Verhandlungsergebnis liegt vor - Erklärungsfrist bis 15. Oktober 2013. "Stillschweigen gilt als Zustimmung"

Die Tarifkommission der IG Metall zur Leiharbeit hat sich am Tag nach Erzielung eines Verhandlungsergebnisses zwischen den Arbeitgeberverbänden und der DGB-Tarifgemeinschaft zur Leiharbeit getroffen. Bei dieser Sitzung gab es noch KEINE Empfehlung an den Vorstand der IG Metall, dieses Verhandlungsergebnis zu akzeptieren. Jetzt ist es an der Zeit, die Meinungen der Leiharbeitskräfte einzuholen - ob in der IG Metall organisiert oder noch nicht.

Um diese Meinungen zu bekommen sind auch die Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall in den "entleihenden" Unternehmen gefragt! Warum? Weil die wenigsten "verleihenden" Unternehmen über Betriebsräte und gewerkschaftliche Vertrauensleute verfügen, brauchen Leiharbeitskräfte die Solidarität aus den "Einsatzbetrieben". Genau dafür ist u.a. eine Gewerkschaft da!
Leiharbeitskräfte, die in der IG Metall organisiert sind, können sich mit ihrer Meinungsäußerung direkt an ihre Verwaltungsstelle oder, wenn vor Ort vorhanden, auch an ihren Arbeitskreis Menschen in Zeitarbeit (AK MiZ) wenden.

Leiharbeit – alles nicht so schlimm?

14.08.2013 | FAZ-Analyse rechtfertigt Lohndumping
Die neuesten Arbeitsmarktzahlen, veröffentlicht Ende Juli von der Bundesagentur für Arbeit, belegen einen Rückgang der Leiharbeit. Sowohl absolut, also als tatsächliche Zahl der Beschäftigten, als auch relativ zu anderen Arbeitnehmern sei Leiharbeit auf dem Rückzug. Anlässlich dieser Entwicklung liefert die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine zweifelhafte Analyse.

weiterlesen: www.gleichearbeit-gleichesgeld.de

FAZ am 24.07.2013

Zahlen zur Zeitarbeit nach AÜG

Die Bundesagentur für Arbeit hat ihren neuen Halbjahresbericht veröffentlicht

Der Arbeitsmarkt in Deutschland

Zeitarbeit - Aktuelle Entwicklungen -

"Der Beschäftigungsaufbau in der Zeitarbeit hat sich zuletzt nicht mehr fortgesetzt, der Arbeitskräftebedarf der Branche hat nachgegeben. Die Zeitarbeit ist im Vergleich zu anderen Branchen durch eine überdurchschnittlich hohe Dynamik und Fluktuation gekennzeichnet. Dies zeigt sich auch in den Bewegungen zwischen Arbeitslosigkeit und Arbeitnehmerüberlassung: 16 Prozent der Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt und 17 Prozent der Beschäftigungsaufnahmen erfolgen aus bzw. in Zeitarbeit."

Das Thema Zeitarbeit nach AÜG über Werkverträge fehlt in diesen Halbjahresberichten vollständig. Insbesondere den "Personaldienstleistern", die sowohl Arbeitskräfte nach AÜG als auch Arbeit über Werkverträge anbieten gilt es genauer auf die Finger zu schauen!

Die neue Broschüre steht ausschließlich als PDF-Dokument zur Verfügung und kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

Bericht der Bundesagentur für Arbeit

 

LAG Hessen: § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG regelt Synchronisationsverbot

Seit der Neuregelung der Arbeitnehmerüberlassung im Dezember 2011 mühen sich die Arbeitsgerichte mit § 1 Abs. 1 Satz 2 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ab:

"Die Überlassung von Arbeitnehmern an Entleiher erfolgt vorübergehend".

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen hat nun die Auffassung geäußert, dass § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG ein sogenanntes "Synchronisationsverbot" regele (4 TaBV 298/12).
Nach Ansicht des LAG Hessen verbiete die Vorschrift den Gleichlauf von Überlassung und Arbeitsvertrag. Das Gericht hat eine nicht mehr vorübergehende Überlassung angenommen, weil sowohl die Überlassung als auch der Arbeitsvertrag auf genau ein Jahr befristet waren. Das LAG nimmt eine ausschließlich arbeitsvertragsbezogene Betrachtung vor. Demgegenüber hat das Bundesarbeitsgericht klargestellt, dass § 1 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit der EU-Richtlinie Leiharbeit zumindest auch den Zweck habe, die Substitution der Stammbelegschaft zu verhindern. Das BAG stellt somit eine arbeitsplatzbezogene Betrachtung an. In den kommenden Monaten wird das BAG weitere Entscheidungen treffen und Stellung hierzu nehmen müssen.

Quelle: Rechtsanwaltskanzlei Templin & Thiess

 

Zwei tote Leiharbeiter nach Brand in Unterkunft in Papenburg

Am 13. Juli hat sich im niedersächsischen Papenburg ein Wohnhausbrand ereignet. Dabei starben zwei Männer. Die insgesamt 30 Bewohner des Hauses stammten aus Bulgarien und Rumänien und waren als Leiharbeiter über Werkverträge bei der Papenburger Meyer Werft beschäftigt. Politik, Gewerkschaft und Kirche zeigten sich empört über die Unterbringung und fordern nun bessere Kontrollen durch Behörden und Arbeitgeber.

24.07.13 – Leiharbeit und Werkverträge auf der Meyer Werft

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23.07.13 – Erste Konsequenzen

IG Metall und Meyer Werft verhandeln Tarifvertrag

Für soziale Mindeststandards und Kontroll- und Mitspracherechte des Betriebsrats bei Werkverträgen

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