arbeitsmarkt aktuell (DGB, Okt. 2015):

Risiken und Reformbedarf in der Leiharbeit

Leiharbeit ist in den letzten zwei Jahrzehnten stark gewachsen. Die mit den Hartz-Gesetzen erfolgte Deregulierung hat wesentlich dazu beigetragen. Dies hat die Flexibilität für die Betriebe erhöht und Kosten gesenkt. Auch wenn die Gewerkschaften zwischenzeitlich einige Verbesserungen für Leiharbeitskräfte haben durchsetzen können, bleibt Leiharbeit nach wie vor eine atypische Beschäftigung. Das besondere Dreiecksverhältnis zwischen Verleiher und Entleiher sowie der Leiharbeitskraft verlagert die Risiken des Arbeitsmarktes einseitig auf die Beschäftigten. So sind Leiharbeiter nach wie vor oft arbeitslos. Das Leitbild, ein Beschäftigter wird in verschiedenen Unternehmen eingesetzt, ist aber bei einem Verleiher dauerhaft angestellt, hat mit der Realität nichts zu tun. Die Risiken des flexiblen Arbeitsmarktes tragen die Beschäftigten, nicht die Arbeitgeber. Der Kündigungsschutz ist schwach. Rund die Hälfte der Arbeitsverhältnisse endet bereits vor Ablauf von drei Monaten. Insgesamt werden innerhalb eines Jahres rund eine Million Arbeitsverhältnisse beendet, obwohl nur 850.000 in der Branche beschäftigt sind. (weiter) pdf