Ab 1. Januar gibt es den Mindestlohn per Gesetz

Es gibt noch viel zu tun:

Mindestens Mindestlohn – auch für alle Leiharbeitskräfte!

Den Mindestlohn gibt es in den meisten europäischen Staaten und in Nordamerika. In Deutschland wird er zum 1. Januar 2015 eingeführt. Mit jeder Menge Ausnahmen, die nicht unwidersprochen hingenommen werden können. Siehe dazu auch www.mindestlohn.de

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Mindestlöhne werden in der Regel durch ein Gesetz festgelegt, wobei die genaue Höhe regelmäßig angepasst wird. Die Absicht ist, ein angemessenes Einkommensniveau festzusetzen und einen Unterbietungswettbewerb zu verhindern. Die tatsächliche Höhe wird teilweise automatisch an die Preis- und Lohnentwicklung angepasst, teilweise durch das Gesetz festgelegt. Um „Armut trotz Arbeit“ zu verhindern dürfen Mindestlöhne ein bestimmtes Niveau nicht unterschreiten: Ein Niveau, das ein „normales“ Leben inkl. Rente, Bildung und Kultur gewährleistet.

Leiharbeit wird gern als sinnvolle Maßnahme gegen die Arbeitslosigkeit bezeichnet. Gleichzeitig wurde für Leiharbeitskräfte dauerhaft eine schlechtere Bezahlung als für Stammbeschäftigte in den Unternehmen etabliert. Leiharbeit ersetzte zunehmend das „klassische“ Arbeitsverhältnis.

Was dazu kommt: Leiharbeit hat auch negative Effekte für die Stammbelegschaften. Sie werden in Beschäftigte erster und zweiter Klasse gespalten. Die Kampfkraft der Gewerkschaften in den Be­trieben wird geschwächt.

Leiharbeitskräfte haben generell ein unsicheres, prekäres Arbeitsverhältnis – und Leben. Keine Frage: In der Regel neigen sie weniger dazu im „Kundenbetrieb“ grundsätzliche Rechte von Beschäftigten einzufordern.

Leiharbeitskräfte waren in der Krise die ersten, die die Betriebe verlassen mussten. Und auch in besseren Zeiten arbeiten Leiharbeitskräfte unter schlechteren Be­dingungen: Unsicherheit verschärft den psychischen Druck. Leiharbeitskräfte müssen häufiger den Arbeitsplatz wechseln und können sich im betrieblichen Alltag oft nur schlecht integrieren. Sie bekommen in der Regel nicht das gleiche Geld für die gleiche Arbeit. Sie haben in der Regel nicht die gleichen Rechte und Ansprüche wie die fest angestellten KollegInnen in den entleihenden Unternehmen.

Und wir erleben heute die weitere Spaltung der Belegschaften durch eine dritte und vierte Klasse.

Klasse 3: Austausch von Leiharbeit nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) in Beschäftigungsverhältnisse im Rah­men von Werk- oder Dienstleistungsverträgen.

Klasse 4: Werkverträge, deren Ausführung die beauftragte Firma wiederum von Leiharbeitskräften erledigen lässt. Damit werden betriebliche Regelungen zur Leiharbeit massiv umgangen.

Es gibt noch viel zu tun: Mindestlohn auch für alle Leiharbeitskräfte!

Am 17. September 2013 vereinbarte die Tarifgemeinschaft des DGB mit den Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit einen aktualisierten Tarifvertrag. Der Mindestlohn wurde in einer ersten Stufe im Westen zum 1. Januar 2014 auf 8,50 Euro, und wird zum 1. April 2015 auf 8,80 Euro und zum 1. Juni 2016 auf 9 Euro angehoben. Im Osten steigt der Mindestlohn erst zum 1. April 2015 auf 8,20 Euro und zum 1. Juni 2016 auf die 8,50 Euro.

Hier haben wir noch lange nicht das gleiche Geld für die gleiche Arbeit.