Leiharbeiter klagt und bekommt 3700 Euro

Antonio Mazzotta erhält 3700 Euro Nachzahlung von seiner Leihfirma nach einemVergleich vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG). Dafür hat Mazzotta zwei Jahre lang prozessiert. Die Leihfirma hatte den Lackierer nach dem Tarifvertrag der sogenannten Christlichen Gewerkschaften (CGZP) entlohnt.

Den jedoch erklärte das BAG Ende 2010 für unwirksam. Mit Hilfe der IG Metall Bielefeld legte Mazzotta Klage ein: Da der CGZP-Tarif von Anfang an ungültig war, hat er Anspruch auf "Equal Pay", das heißt auf den Lohn vergleichbarer fest Beschäftigter im Einsatzbetrieb. Die Gewerkschaft holte Auskünfte von den verschiedenen Betrieben ein, in denen Mazzotta eingesetzt war. Heraus kam eine Differenz von 5000 Euro. Die sollte die Leihfirma nachzahlen.

Zunächst lief es gar nicht gut. Das Arbeitsgericht Bielefeld und das Landesarbeitsgericht Hamm wiesen Mazzottas Klage ab. Zwar sei sein Anspruch auf Equal Pay berechtigt. Doch gemäß der Ausschlussfrist in seinem Arbeitsvertrag hätte er die Ansprüche binnen drei Monaten geltend machen müssen. Zudem hätten bereits mehrere Gerichte den CGZP-Tarif für nichtig erklärt. Das hätte Mazzotta wissen müssen und früher klagen sollen.

Intransparenter Vertrag

Dabei hatte er keine Ahnung, was genau im Arbeitsvertrag stand. "Ich durfte den Vertrag nicht mal mit nach Hause nehmen, sondern musste direkt vor Ort unterschreiben", erzählt Mazzotta. "Verstanden habe ich ihn nicht".

Genau hierauf stützten die Anwälte beim Zentrum des DGB-Rechtsschutzes in Kassel ihre Revision beim BAG: Der Arbeitsvertrag ist intransparent formuliert – vor allem die Ausschlussfrist, die mit möglichen "abweichenden Regelungen in genannten Tarifverträgen" verklausuliert war. Das kann ein Beschäftigter nicht mehr verstehen.

Das sah das BAG ähnlich und schlug den Vergleich vor. Der Vorteil für Mazzotta: Geld jetzt statt weiterer Prozesse. "Das hätte ich nicht mehr für möglich gehalten", freut sich Mazzotta. "Es hat sich gelohnt, dass ich durchgehalten habe."

Aus der metallzeitung, Januar 2014: Dirk.Erb[at]igmetall.de

Quelle: www.gleichearbeit-gleichesgeld.de