Verhandlungsergebnis wird zum Tarifvertrag (Änderungen eingeschlossen)

Mitte September 2013 haben sich die DGB-Gewerkschaften und die wesentlichen Arbeitgeberverbände der Leiharbeit, BAP und iGZ, auf ein neues Tarifwerk verständigt. Die neuen Tarifverträge (Entgelt-, Entgeltrahmen- und Manteltarifvertrag) treten am 1. November 2013 in Kraft.

Tarifverträge haben für uns u.a. folgenden Sinn: Sie sollen bessere Bedingungen schaffen als es europäische Richtlinien oder nationale Gesetze vorsehen. Wenn es zum Beispiel einen gesetzlichen Mindestlohn gäbe, dann könnte man für einzelne Bereiche in einem Tarifvertrag bessere Arbeitsbedingungen oder höhere Entgelte festlegen.

In der Zeitarbeit nach deutschem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) sieht das bislang anders aus. Das AÜG schreibt beim „Verleih von ArbeitnehmerInnen“ die Gleichbehandlung und Gleichbezahlung im Einsatzbetrieb in den Paragrafen 9 und 10 vor. Es eröffnet die Möglichkeit, durch Tarifverträge von diesen Grundsätzen abzuweichen. Davon ist in der Zeitarbeitsbranche flächendeckend Gebrauch gemacht worden. Und zwar zum Negativen für die Beschäftigten.

Wenn es weiter Tarifverträge mit den Arbeitgeberverbänden der Verleihbranche geben wird, dann sollten sie die bisher geltenden Arbeitsbedingungen und Entgelte verbessern! Und nicht, wie bisher, diese Anforderungen aus der Leiharbeitsrichtlinie der EU und dem deutschen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nach unten auslegen!

Alle Mitglieder der IG Metall sind herzlich eingeladen und auch aufgefordert, sich an der aktiven Basisarbeit zum Thema Zeitarbeit innerhalb der Gewerkschaft zu beteiligen!

Der aktuelle Tarifabschluss bringt Verbesserungen zur bisherigen Situation, aber noch lange nicht das, was sich Kollegen in Leiharbeit unter "Equal Pay" und "Equal Treatment" vorstellen. Das Verhandlungsergebnis sollte bis zum 22. Oktober endgültig abgestimmt worden sein. Positiv zu werten war, dass man sich auf die Bildung von tariflichen Berechnungsbeispielen geeinigt hatte, die den Text erläutern bzw. ergänzen sollten. Damit sollten Interpretationsspielräume vermieden werden.

Am 30.10.2013 gab es nun erste Veröffentlichungen, aus denen zu schließen ist, dass ein neues Tarifwerk in Kraft getreten ist. Die IG Metall erklärte am 31.10., warum der neue Tarifvertrag so wichtig sei.

(hier klicken)