Hamburg

Sommerferien 2017

Der Arbeitskreis Menschen in Zeitarbeit (AK MiZ) trifft sich üblicherweise jeden 2. Montag im Monat um 17:00 Uhr in der Geschäftsstelle der IG Metall. Jetzt fallen aber zwei Treffen aus.

Erstes Treffen nach den Sommerferien: Mo. 11. September, 17:00 Uhr

in der Geschäftsstelle der IG Metall Region Hamburg

Ebene 12, Großes Sitzungszimmer, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg

Kontakt: akmiz-hamburg[at]igmetall-zoom.de

Leiharbeit bei Airbus in Hamburg

Einladung zum Airbus-LAK-Stammtisch

„Wem es hier nicht gefällt, kann sich ja auch woanders Arbeit suchen“ und „Wir arbeiten hier nicht im Erzbergwerk, unter Tage, wo man einen Kanarienvogel bei sich hat.“ Das ist zwar frei wiedergegeben, aber genau das, was der Werkleiter DA, Herr Andreas Fehring, auf der Betriebsversammlung am 12. Juni u.a. von sich gegeben hat. Ob er damit nur den Einsatz von Leiharbeitskräften oder die Arbeitsbedingungen aller KollegInnen in der Fertigung angesprochen hat, weiß wohl nur er selbst. Es spielt auch keine Rolle: Mit diesen Äußerungen hat er sich für viele KollegInnen total disqualifiziert.

Ein Einsatz als Leiharbeitskraft (LAK), direkt bei Airbus, gehört für ein Arbeitsverhältnis nach Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in die „Erste Liga“ beim Thema Zeitarbeit, keine Frage. Aber dazu gehört auch, dass man sich aufgrund seiner ganz persönlichen Situation dazu entschieden hat, sich überhaupt auf Leiharbeit einzulassen! Das machen die wenigsten wirklich freiwillig, sondern es gibt Sachzwänge aus ganz persönlichen Situationen.

Dazu sollte man im Hinterkopf haben: Kolleginnen und Kollegen in Leiharbeit, die in Kleinbetrieben oder in mittelständischen Unternehmen eingesetzt werden, haben oft Probleme in ihrem Arbeitsalltag, die man sich bei Airbus kaum vorstellen kann.

Für LAKs bei Airbus galt bislang: Gleiches Geld für gleiche Arbeit nach drei Monaten und die Teilhabemöglichkeit an diversen betrieblichen Errungenschaften für die Stammbelegschaft:

Zum Beispiel subventioniertes Kantinenessen zum gleichen Preis, innerbetriebliche Fortbildungsmöglichkeiten, Nutzung der Angebote des Gesundheitsmanagements, der Betriebssportgruppen, etc. …

Das alles ist nicht vom Himmel gefallen - sondern das ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen IG Metall und Betriebsrat mit der Geschäftsführung von Airbus und mit Arbeitgeberverbänden. Die IG Metall als Gewerkschaft und der Betriebsrat von Airbus haben sich immer engagiert für die Angleichung von Arbeitsbedingungen, sozialen Errungenschaften und des Entgeltes von Stammbeschäftigten und LAKs eingesetzt.

Mit der Leiharbeit ist alles super bei Airbus - oder was?

Nein!

Den Einsatz bei Airbus will logischerweise kaum eine LAK auf’s Spiel setzen. Auch wenn dieser Einsatz oft zehn Jahre und mehr andauert. Immerhin winkt zum einen die vage Möglichkeit einer Festanstellung - oder - zum anderen, die Gefahr einer „Abmeldung“, falls man „unangenehm auffällt“.

Am 12. Juni 2017, nach der Betriebsversammlung, waren alle LAKs zu einer Informationsveranstaltung des Betriebsrates eingeladen worden. Es ging um den Abschluss eines „Konzerntarifvertrages zur Leiharbeit“. Dieser Konzerntarifvertrag war notwendig geworden, weil das erneuerte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) u.a. folgendes festlegt: 18 Monate maximale Einsatzdauer einer LAK in einem Einsatzbetrieb (wobei die Einsatzzeit vor dem 1.4.2017 nicht mit angerechnet wird!).

Aber wie es so schön heißt: Ausnahmen bestimmen die Regel. Im AÜG steht ebenfalls, das Abweichungen davon durch Tarifverträge möglich sind. Im Konzerntarifvertrag hätte man zum Beispiel auch regeln können, dass Einsatzzeiten vor dem 1.4.2017 mit angerechnet werden. Was aber ist passiert?

Der Konzerntarifvertrag ist schlechter als das Gesetz. Darin ist u.a. festgelegt: 36 Monate maximale Einsatzdauer bei Airbus, und oben drauf, bei „besonderem Kapazitätsbedarf“, auch eine Verlängerung der Einsatzdauer um weitere 12 Monate mit der Zustimmung des Betriebsrates.

Also sind 48 Monate, vier Jahre, ab dem 1.4.2017 möglich. Das ist eine verdammt lange Probezeit! Und auf die gegebenenfalls zehn Jahre vorher ist sowieso gesch……

Bei dieser Informationsveranstaltung wurde über vollendete Tatsachen berichtet.

Warum wurden bei Airbus eingesetzte LAKs nicht schon vor dem Abschluss des „Konzerntarifvertrages zur Leiharbeit“ nach ihren Interessen und Forderungen befragt?

Der Betriebsrat hätte die Möglichkeit dazu gehabt. Eine Mail des BR an alle LAKs bei Airbus ist machbar. Und damit wäre auch eine Informationsveranstaltung im Vorfeld möglich gewesen, bei der man die LAKs nach ihrer Meinung hätte fragen können. Wenigstens eine Befragung per Mail wäre möglich gewesen.

Warum keine Selbstkritik? Unsere IG Metall hätte die Möglichkeit gehabt, ihre Mitglieder im Einsatz als LAK bei Airbus zu befragen. Dies dürften mehrere Hundert sein. Diese Befragung der Mitglieder gab es auch nicht. Das Kind ist jetzt in den Brunnen gefallen, leider.

Mit diesen Vereinbarungen müssen Stammbeschäftigte und LAKs bei Airbus jetzt erst einmal leben. Auch wenn damit eine Spaltung der Belegschaft in Angehörige erster und zweiter Klasse für die nächsten Jahre zementiert worden ist. Von den Leiharbeitskräften, die von Werkvertragsfirmen für einen Einsatz auf dem Airbus-Werkgelände eingekauft worden sind, ganz zu schweigen. Denn mit denen haben wir KollegInnen dritter und vierter Klasse, die sich auch jeden Tag auf dem Werkgelände bewegen und arbeiten!

Diese Situation stärkt nicht wirklich die Kampfkraft der Gewerkschaft im Betrieb. Im Gegenteil. Nur gemeinsam werden die Stammbeschäftigten, die Leiharbeitskräfte und die KollegInnen in anderen prekären Arbeitsverhältnissen GLEICHES GELD FÜR GLEICHE ARBEIT und GLEICHE RECHTE FÜR ALLE erstreiten! Dies gilt nicht nur für Airbus - und als Gewerkschafter blicken wir über den Tellerrand „unseres Unternehmens“ hinaus.

Was wollen LAKs im Einsatz bei Airbus?

Die Festanstellung!

Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist nicht wirklich die Frage bei Airbus. Gleiche Rechte, zum Beispiel bei Sonderzahlungen wie der Gewinnbeteiligung, schon eher.

Warum bekommt eine LAK keine Gewinnbeteiligung, wenn er oder sie bei Airbus seit x Jahren die gleiche Arbeit macht wie ein Stammbeschäftigter?

Warum wird bei Verstößen gegen innerbetriebliche Regelungen eine LAK „abgemeldet“ (also de facto „entlassen“), während ein Stammbeschäftigter höchstens eine „Abmahnung“ bekommt?

Das ist ungerecht! Das ist nicht okay!

Was ist zu tun?!

Um darüber zu reden, wäre ein Stammtisch zum Thema „Zeitarbeit bei Airbus“ vielleicht eine gute Idee. Außerhalb der Arbeitszeit, selbstorganisiert und vollautonom! Bei diesem Stammtisch soll nicht ziellos über „die Schlechtigkeit der Welt“ debattiert werden. Bei diesem Stammtisch soll überlegt werden, wie man die Ziele FESTANSTELLUNG für LAKs und GLEICHE RECHTE FÜR ALLE erreichen kann. Mit ganz konkreten Aktionen, denn von nix kommt nix!

Und auch die Gewerkschaft ist keine Versicherung, es kommt auf das Engagement jedes und jeder Einzelnen an!

Wir wollen alle interessierten LAKs dazu einladen, gemeinsam bei einem regelmäßigen Stammtisch-Treffen mögliche Wege zu erarbeiten, um ‎ihre Situation bei Airbus zu verbessern. Beim Stammtisch würde es um den Austausch über die Arbeitsbedingungen gehen, um fehlende Sicherheit im Alltag - und es würde auch um die Aufhebung des psychischen Druckes gehen, dem jede LAK aufgrund der unsicheren, prekären Situation ausgesetzt ist.

Mit dem erneuerten AÜG und mit dem neuen „Konzerntarifvertrag zur Leiharbeit“ kann niemand in der Leiharbeit zufrieden sein. Ein Erfahrungsaustausch unter betroffenen Kolleginnen und Kollegen könnte da weiterhelfen. Wie, das wollen wir in einer freien Runde mit Euch herausfinden.

Interessierte melden sich bitte an

akmiz-hamburg[at]igmetall-zoom.de

 

AK MiZ im Mai 2017

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das nächste Treffen des AK MiZ Hamburg ist wieder ein gemeinsames Treffen der IG Metall Region Hamburg mit Ver.di Hamburg.

Es findet statt am:

Mittwoch, 17. Mai 2017 von 17.00 - 19.00 Uhr
bei Ver.di Hamburg
im Gewerkschaftshaus
Ebene 9, Raum St. Georg
Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg

Die Einladung pdf – erstellt von Tanja Chawla von Ver.di Hamburg – mit Tagesordnung ist in der Anlage beigefügt.


Mit kollegialen Grüßen

Martin Geißler
IG Metall Region Hamburg | Besenbinderhof 60 | 20097 Hamburg | Fon: +49 40 2858-531 | Fax: +49 40 2858-560 |

AK MiZ im Juni 2017

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das nächste Treffen des AK MiZ bei der IG Metall Region Hamburg findet statt am:

Montag, 12. Juni 2017 um 17.00 Uhr
im Hamburger Gewerkschaftshaus
Geschäftsstelle der IG Metall Region Hamburg
Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg
Aufzugsebene 12,
Sitzungszimmer Raum 12.48

Die IG Metall hat die Tarifverträge für die Leiharbeit in der Metallindustrie neu ausgehandelt. Mit dem Abschluss eines neuen Tarifvertrages über Branchenzuschläge für die Metall- und Elektroindustrie (TV BZ ME) steht das "Gesamtpaket" über Neuregelungen in der Leiharbeit. Nunmehr können auch die neuen regionalen Tarifverträge Leih- und Zeitarbeit (TV LeiZ) in Kraft gesetzt werden.

Außerdem möchten wir mit euch über die Zukunft des Arbeitskreises MiZ diskutieren. Thema dazu: „Wie weiter mit dem Arbeitskreis?“


Mit kollegialen Grüßen
Stefanie Hampe

IG Metall Region Hamburg | Besenbinderhof 60 | 20097 Hamburg | Fon: +49 40 2858-544 | Fax: +49 40 2858-560 |

Höchstüberlassungsdauer in der Metall- und Elektroindustrie

Unsere IG Metall stimmt Einsatz im Entleihbetrieb bis zu vier Jahren zu!

Kein Wort zu gleichem Geld für gleiche Arbeit ab dem ersten Einsatztag!

Kein Wort zur Beteiligung von KollegInnen in Leiharbeit bei der Beteiligung an der Entscheidungsfindung von Betriebsräten in den Entleihbetrieben.

LeiharbeiterInnen dürfen seit dem 1. April 2017 im Prinzip nur noch für 18 Monate in einem Betrieb eingesetzt werden, so die Neufassung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Nun hat mit der Metall- und Elektroindustrie die erste Branche eine Ausnahme von diesem Gesetz vereinbart. In der Metall- und Elektroindustrie können Leiharbeiter künftig bis zu 48 Monate in einem Betrieb eingesetzt werden – statt 18 Monaten, wie es das seit dem 1. April in Kraft getretene Gesetz vorsieht.

Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber eine entsprechende Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat des entleihenden Unternehmens abschließt.

Der nun vereinbarte Tarifvertrag ist laut labournet.de noch nicht unterschrieben. Das soll erst geschehen, wenn ein weiterer Tarifvertrag über Branchenzuschläge in der M+E Industrie fertig verhandelt ist.

Beitrag bei "spiegel-online": link

Beitrag beim "Handelsblatt": link

Beitrag bei "finanzmarktwelt.de": link

Kommentar von Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz:

"Wenn die Leiharbeiter in der Leiharbeit per Tarifvertrag eingemauert werden und ein schlechtes Gesetz mit gewerkschaftlicher Hilfe noch schlechter wird": link