Erste Hilfe

Auseinandersetzungen sind bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses besonders häufig. Nicht selten werden Arbeitnehmer durch zurückhalten von Arbeitspapieren und/oder Restlohn schikaniert. Aus diesem Grunde stellen wir hier zwei Musterklagen für diese Fälle bereit:

Musterklage Arbeitsentgelt


Musterklage Arbeitspapiere

Auf jeden Fall sollten Betroffene aber die Rechtsberatung bei der zuständigen IG Metall-Verwaltungsstelle oder bei der DGB-Rechtsschutz GmbH in Anspruch nehmen. Hierzu noch einige Informationen zum Arbeitsrechtsschutz:

Rechtsschutzversicherungen außerhalb der IG Metall

Laut Pressemeldungen muss bei Rechtsschutzversicherungen folgendes beachtet werden:

  • Genau lesen, ob im „Kleingedruckten“ Ausnahmen beschrieben sind (dies kann im Zweifelsfall sehr teuer werden).
  • Genau lesen oder erfragen, ob und bei welchem Anlass eine Selbstbeteiligung in welcher Höhe fällig ist, z.B. bei Geltendmachung, Schreiben an Arbeitgeber oder Amt, oder z.B. bei Abmahnung, Zeugnisverfahren, Kündigung, Güteverhandlung, Streitverhandlung, erste und evtl. zweite Instanz, jeweils die Selbstbeteiligung fällig ist.
  • Klären, ob die Beratung ebenfalls durch die Versicherung bezahlt wird oderob erst ein Streitfall entstanden sein muss. In der Regel ist eine Beratung nicht in den Versicherungsbedingungen eingeschlossen, z.B. bei einem Aufhebungsvertrag, weil keine rechtswidrige Maßnahme vorliegt.
  • Manche Versicherungen überprüfen systematisch ihre Kunden bezüglich der Inanspruchnahme
    • z.B. wer in 5 Jahren drei Schäden hat
      oder
    • wer seit Vertragsbeginn mehr Kosten verursacht als er Prämien gezahlt hat, muss mit Kündigung rechnen
      und
    • wem gekündigt wird, wird evtl. von keinem anderen Versicherer angenommen!

All dies geschieht bei Mitgliedern der IG Metall nicht!

  • Die IG Metall berät mit der ersten Beitragszahlung.
  • Nach 3-monatiger Mitgliedschaft greift der Rechtsschutz
  • ganz gleich, wie oft man ihn benötigt und
  • in allen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts!

Auszug aus der IGM-Satzung:

Rechtsschutz kann dem Mitglied bei satzungsgemäßer Beitragsleistung gewährt werden bei

  • Streitigkeiten aus gewerkschaftlicher Tätigkeit,
  • aus dem Arbeitsverhältnis, aus der Betriebsverfassung, aus der Mitbestimmung,
  • aus der Sozialversicherung, in Versorgungs- und Sozialhilfesachen,
  • aus dem Einkommenssteuer- und Aufenthaltsrecht, soweit ein Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis besteht.

 

Liebe Kollegin, lieber Kollege!

Wir möchten Ihnen Informationen über Ihre Rechte und Ihren Schutz als Zeitarbeiternehmer / in geben.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz geht von folgender Dreiecksbeziehung aus: Der Verleiher ist Ihr Vertragsarbeitgeber. Er hat Sie eingestellt und überlässt Sie einem Dritten (Entleiher), in dessen Betrieb und nach dessen Weisungen sie arbeiten. Ihr Verleiher übernimmt Lohnzahlung, Abführung von Steuern und Sozialabgaben, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlten Urlaub usw. einschließlich des gesamten Arbeitsschutzrechts.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Gewerkschaft oder den Betriebsrat. Er hilft u.a. bei der ordnungsgemäßen Durchführung der Arbeitnehmerüberlassung, der Lage Ihrer Arbeitszeit, einer gesonderten Überstundenanordnung, bei Regelungen über Arbeits-, Unfall- und Gesundheitsschutz und vielem mehr.

Lohn und Gehalt, bezahlter Urlaub und Regelarbeitszeiten fallen nicht vom Himmel. Ihre Gewerkschaft hat sie durch einen Tarifvertrag erreicht. Nur Gewerkschaftsmitglieder haben einen rechtlichen Anspruch auf Leistungen aus dem Tarifvertrag!

P.S. Auch im Betrieb des Verleihers, Ihrem „Stammbetrieb“, sind Sie für die Wahl eines Betriebsrats wahlberechtigt und sogar wählbar. Es ist wichtig, dass auch dort ein Betriebsrat besteht. Die Gewerkschaften helfen Ihnen bei seiner Gründung!

Diese Rechte haben Sie:


Der Entleiher muss Ihnen Auskunft über die für Ihr Arbeitsverhältnis gültigen Tarifverträge der Zeitarbeit sowie Auskunft über die im Einsatzbetrieb geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeitszeitdauer, Urlaub usw.), einschließlich des Arbeitsentgelts (z.B. auch Zuschläge, Lohnfortzahlung, Sozialleistungen usw.) für eine/n – der Tätigkeit nach – vergleichbare/n Arbeitnehmer/in geben.

Sie müssen über Ihre Arbeitsaufgabe und Verantwortung, die Art Ihrer Tätigkeit und Ihre Einordnung in den Betriebsablauf sowie über Veränderungen Ihres Arbeitsbereichs unterrichtet werden; dies gilt auch für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

Sie können sich beim Entleiher oder Betriebsrat über Benachteiligungen oder ungerechte Behandlung beschweren. Die im Entleiherbetrieb gültigen Betriebsvereinbarungen gelten, soweit es um die Regelung von Angelegenheiten geht, die Sie betreffen bzw. bei denen Sie als Zeitarbeitnehmer / in den Weisungen des Entleihers unterliegen.

Sie haben das Recht, die Sprechstunden des Betriebsrats aufzusuchen, an Betriebsversammlungen teilzunehmen,
den Betriebsrat im Einsatzbetrieb mitzuwählen, wenn Sie für mindestens drei Monate überlassen sind und sich mit Fragen und Anregungen jederzeit an den Betriebsrat und die im Betrieb vertretene Gewerkschaft zu wenden.

Ihr Schutz durch die Gewerkschaften im DGB

Tarifverträge schützen die Interessen der Arbeitnehmer/innen. Sie regeln Mindestansprüche, die vom Arbeitgeber nicht unterschritten werden dürfen. Die Gewerkschaften der DGB-Tarifgemeinschaft haben mit dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ) und mit dem Bundesverband Zeitarbeit e.V. (BZA) Flächentarifverträge abgeschlossen.

  • Auf Basis einer 35-Stunden-Woche wurden unterschiedliche Stundenentgelte für die Tätigkeiten vereinbart. Im Falle des Entgelttarifvertrages mit dem BZA beträgt die jährliche Tarifsteigerung bis 2008 insgesamt 2,5%.
  • Darüber hinaus:
    Einsatzbezogene Zuschläge, Zuschläge für Mehr-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit,
  • bis zu 30 Tage bezahlten Urlaub,
  • zusätzliche Urlaubs- und Weihnachtsgeldzahlungen,
  • Regelungen für Fahrzeiten, Auslösesätze und zum Arbeitszeitausgleich.
  • Über Branchenzuschläge soll bis spätestens 01.10.04 verhandelt werden (BZA).

Die Durchsetzungskraft für zukünftige Tarifvereinbarungen hängt ganz wesentlich von der Bereitschaft der Beschäftigten ab, sich gewerkschaftlich zu organisieren!

Zu Ihrem eigenen Schutz: Werden Sie Mitglied in einer für Ihr Unternehmen zuständigen Gewerkschaft im DGB!

Kostenloser Rechtsschutz nur für Mitglieder

Tarifverträge fallen nicht vom Himmel. Sie können nur durchgesetzt werden, wenn Sie Mitglied der Gewerkschaft sind!


© dgb

Diesen Text hier als Faltblatt downloaden!

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