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 Betreff des Beitrags: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 03.02.2019, 20:22 
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Hallo,

was gibt es 2019?

siehe Startseite von ZOOM: http://www.igmetall-zoom.de/

Kündigungsmöglichkeiten von drei Tarifverträgen !

Das Thema sollte mal langsam diskutiert werden.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 04.02.2019, 17:41 
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Ach du lieber Gott, das Thema schon wieder!
Karla was bitteschön willst Du denn hier diskutieren? Das gleiche dumme Gesabbel wie in den Vorjahren auch ?

Die Trantüten von der Tarifkommission werden die LAN wieder genauso verarschen wie in allen vorherigen Tarifverhandlungen. Klar, es könnten die von Dir genannten Tartifverträge gekündigt werden; wird die Gewerkschaft aber nicht tun!

Die einzige Forderung, die es überhaupt geben kann ist: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und das ab dem ersten Tag. Ein gesonderter Tarifvertrag Zeitarbeit ist dann absolut unnötig.

Aber die Gewerkschaften müssen sich ja schließlich mit irgendetwas beschäftigen und sei es auch nur die gezielte Schaffung einer 2 Klassen- Gesellschaft in der Arbeitnehmerschicht.

seneca


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 05.02.2019, 09:37 
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Hallo seneca,
Zitat:
Die einzige Forderung, die es überhaupt geben kann ist: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und das ab dem ersten Tag. Ein gesonderter Tarifvertrag Zeitarbeit ist dann absolut unnötig.

Die derzeit laufenden Klagen sind bis dato kein Erfolgserlebnis. Vielleicht ändert sich daran noch etwas. Keine der bisherigen Klagen ist bis zum BAG vorgedrungen. Und solange das so ist sind Verbesserungen nur über TV rauszuholen.

Zitat:
Die Trantüten von der Tarifkommission werden die LAN wieder genauso verarschen wie in allen vorherigen Tarifverhandlungen.

Da ich einige dieser Trantüten kenne beurteile ich das anders. (Im Übrigen gibt es auch nicht zu knapp Trantüten unter den LAN).

Zitat:
Klar, es könnten die von Dir genannten Tartifverträge gekündigt werden; wird die Gewerkschaft aber nicht tun!

Alle drei TV werden die Gewerkschaften erfahrungsgemäß nicht kündigen. Man muss einen TV nicht kündigen. Es können auch erst mal nur Gespräche aufgenommen werden. Das wäre natürlich ein schwaches Signal. Deshalb die Aufforderung von ZOOM an sämtliche Trantüten und Nichttrantüten langsam wach zu werden.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 05.02.2019, 14:12 
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karla hat geschrieben:
Hallo seneca,
Zitat:
Die einzige Forderung, die es überhaupt geben kann ist: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und das ab dem ersten Tag. Ein gesonderter Tarifvertrag Zeitarbeit ist dann absolut unnötig.

Die derzeit laufenden Klagen sind bis dato kein Erfolgserlebnis. Vielleicht ändert sich daran noch etwas. Keine der bisherigen Klagen ist bis zum BAG vorgedrungen. Und solange das so ist sind Verbesserungen nur über TV rauszuholen.


Echtes Equal Pay/Treatment ist gar nicht wirklich möglich und weder vom Gesetzgeber noch von den Gewerkschaften wirklich gewollt.

Zitat:
Die Trantüten von der Tarifkommission werden die LAN wieder genauso verarschen wie in allen vorherigen Tarifverhandlungen.
Zitat:
Da ich einige dieser Trantüten kenne beurteile ich das anders. (Im Übrigen gibt es auch nicht zu knapp Trantüten unter den LAN).


Diese Trantüten die du zu kennen scheinst werden schön die vorgaben der Arbeigeberseite abnicken.
Zur Tarnung wird es max. ein paar Cent Lohnerhöhung geben über mehrere Jahre hinweg und wird den Leiharbeitern als ach so riesen Erfolg verkauft.
Sie sollten aber auch endlich mal einen anständigen tätikeits Katalog vereinbaren damit kein Missbrauch mehr bei der Eingruppierung erfolgen kann. Die Eingruppierungsmerkmale sind so schwammig und löchrig formuliert und die TK hatte wohl bisher immer nur Kaufmänische Berufe im Auge. Auch sollte es zukünftig automatisch eine Höhergruppierung aus den unteren Lohngruppen geben.

Zitat:
Klar, es könnten die von Dir genannten Tartifverträge gekündigt werden; wird die Gewerkschaft aber nicht tun!
Zitat:
Alle drei TV werden die Gewerkschaften erfahrungsgemäß nicht kündigen. Man muss einen TV nicht kündigen. Es können auch erst mal nur Gespräche aufgenommen werden. Das wäre natürlich ein schwaches Signal. Deshalb die Aufforderung von ZOOM an sämtliche Trantüten und Nichttrantüten langsam wach zu werden.

Karl


Man könnte aber in die TV`s aufnehmen das sie nicht mehr automatisch nachwirken wenn sie sich in den TV verhandlungen befinden oder nicht nachwirken wenn die TV´s gekündigt werden.

Der ganze LTV und MTV müsste eigentlich vollständig überarbeitet und richtig verhandelt werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 10.02.2019, 11:34 
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Moin zusammen.
Ich bin raus. Ich mache keine Stellvertreterpolitik mehr.
Angesichts des Umstandes, das sich die meisten LAN offensichtlich nicht selbst organisieren wollen oder sich nicht innerhalb der DGB-Gewerkschaften eine Stimme verschaffen wollen, ziehe ich mich resigniert zurück.

Ein letzter Hinweis: Unter http://2020-equalpaystattspaltung.de/
wird eine Kampagne gegen Tarifverträge in der Leiharbeit vorgestellt, die weiter macht. Siehe dazu auch:
http://www.labournet.de/politik/alltag/ ... /?cat=7887


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 12.02.2019, 15:06 
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Moin zusammen,


Anregung von Zoom:
c) Was könnte alles besser sein?


Als LAN am alleruntersten Ende der Wertschöpfungskette würde ich mir deutlich kürzere Tarifvertragslaufzeiten wünschen,
36 Monate sind mir entschieden zu lang. Ich würde mir hier 12, maximal 18 Monate wünschen.


Weiterhin würde ich mir einen Lohnzuwachs deutlich über der Inflationsrate wünschen, gerade im unteren Bereich (E1 und E2).


Schließlich wünsche ich mir eine zeitnahe, verbindliche Regelung der Fahrtkostenübernahme der Zeitarbeitsfirmen.
Immerhin fährt der LAN auf deren Weisung und für deren Profit.
Siehe hierzu iGZ-Verträge, Seite 13, Protokollnotizen:
Zitat:
(...)
3. Ein Regelwerk über Fahrt- und Reisekosten wird zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam erstellt.
(...)
Stand: Bärlin, 17.09.2013



SG rw


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 13.02.2019, 09:35 
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Nachtrag:

Die 12monatige Laufzeit würde mir ja für den Entgelt-TV schon genügen, MTV und ERTV laufen ja schon länger und sind jederzeit mit 6monatiger Kündigungsfrist kündbar.
Warum die nicht schon längst gekündigt wurden, habe ich noch nicht verstanden.
Warum die gerade jetzt gekündigt werden sollen, verstehe ich ebenfalls noch nicht.

Aber wir stehen ja erst am Anfang der Betrachtungen.

Schönen Gruß an @Eugen und viel Erfolg, rw


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 13.02.2019, 10:25 
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Hallo red_wing,
Zitat:
Warum die gerade jetzt gekündigt werden sollen, verstehe ich ebenfalls noch nicht.


Der Entgeltrahmen-TV ist zum letzten mal zum Ende 2007 gekündigt worden. Seit 2016 wurden die E1-E4 anders bestimmt (E4 z.B. erhält jeder LAN nach einem Jahr in E3). Das wurde meines Wissens ohne Kündigung des TV nur durch Gespräche erreicht.


Zitat:
Schließlich wünsche ich mir eine zeitnahe, verbindliche Regelung der Fahrtkostenübernahme der Zeitarbeitsfirmen......Siehe hierzu iGZ-Verträge, Seite 13, Protokollnotizen:


Diese Protollnotiz gehört ebenfalls zum Entgeltrahmen-TV. Diese Notiz wurde zum Ende des TV 2007 vereinbart. Seither sind bald 12 Jahre vergangen. Wird also Zeit auch hier mal bei der TK nachzufragen ob die überhaupt noch Kenntnis davon haben. Wenn sich die ZAF-Verbände zu Gesprächen für eine Fahrtkostenregelung nicht einlassen bleibt nur die Kündigung. Oder soll das jetzt nochmals 12 Jahre auf die lange Bank geschoben werden?

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 28.02.2019, 21:53 
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karla hat geschrieben:
Zitat:
Schließlich wünsche ich mir eine zeitnahe, verbindliche Regelung der Fahrtkostenübernahme der Zeitarbeitsfirmen......Siehe hierzu iGZ-Verträge, Seite 13, Protokollnotizen:

Diese Protollnotiz gehört ebenfalls zum Entgeltrahmen-TV. Diese Notiz wurde zum Ende des TV 2007 vereinbart. Seither sind bald 12 Jahre vergangen.

Ich hab hier noch ein Exemplar von 2005, da steht das auch schon drin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 25.03.2019, 10:27 
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Beiträge: 910
Die Themen sind seit Jahren bekannt.

Verankerung vom VMA und Fahrgeld in dem MTV.

Einheitliche Regelung des Arbeitszeitkontos (es waren eure Juristen in der Metall TaKo, welche feststellten, dass der § 3.2.2 MTV iGZ nicht mehr konform mit der aktuellen Rechtssprechung des BAG ist)

Höheres Urlaubs- und Weihnachtsgeld.


--> Das sind alles Themen, welche den MTV betreffen, der bei der letzten Tarifverhandlung bekanntlich nicht geöffnet wurde!


Equal Pay kann meiner Ansicht nach nur über den Klageweg realisiert werden, es laufen bekanntlich einige Verfahren der Kampagne von Prof. Däubler und labournet. mindestens zwei Verfahren sind vor dem BAG aufgelaufen, das wird aber wohl erst nächstes Jahr etwas. Ein langer Atem ist leider nötig.

Ansonsten wünsche ich mir noch Branchenzuschläge in ver.di, da ist leider Mangelware...

_________________
...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 27.03.2019, 09:08 
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Beiträge: 216
Oh, Wünsche habe ich viele... ich hab den BAP, aber viele Regelungen sind im igz ja ähnlich.

Aufhebung der Befristung auf 18 Monate, aber das ist wohl kaum umsetzbar... ist ein ziemlicher Mist, wenn man endlich EP oder 65% Zulage nach Branchentarif bekommt und dann umgesetzt werden MUSS...
Aber wenn ich das richtig verstehe, liegt das gar nicht in der Macht der Tarifvertragsparteien, oder?

Die Durchschnittsberechnung für die Entgeltfortzahlung ist völlig unverständlich. "Schnitt über 3 Monate" ist völlig ok und richtig, aber bei der Ausgestaltung der Details (Protokollnotiz, welche Stunden zählen mit, welche Zuschläge zählen mit) waren die Beteiligten entweder besoffen oder total übernächtigt. Da zählen dann Stunden mit, die Zuschläge für die Stunden aber nicht und so ein Schmarrn. Die Rechnung ist zwar machbar, aber kaum irgenwie nachvollziehbar. Warum nicht einfach alle steuerpflichtigen Lohnbestandteile über die letzten drei Abrechnungen aufaddieren, durch die Anzahl der Wochentage teilen und gut? Dann hat man einen "Lohn pro Tag".

Die Bezahlung von Wegezeiten als Arbeitszeit ist mittelmäßiger Mist. Es wäre viel besser, die steuerfreien Möglichkeiten voll auszunutzen. Also: Lieber 0,30 Cent pro km reinschreiben, VMA und Übernachtungspauschale (wenn übernachtet wird) verpflichtend machen. Das gibt es dann alles steuerfrei. Dafür die Wegezeiten (eh erst ab 1,5 Stunden) im Zweifel wegfallen lassen: Da muss man Steuern und SV drauf zahlen... Natürlich nehme ich auch gerne ALLES, aber wie gesagt: Im Zweifel lieber steuerfrei km-Geld, VMA als Wegezeiten.

Mehr Lohn wäre natürlich auch cool. Ist aber wahrscheinlich für viele inzwischen gar nicht mehr sooooo wichtig, weil zumindest ab E4/E5 die meisten übertariflich bezahlt werden (in meinem Umfeld ist das so) und dann verhandelt das eh jeder selbst... aber ein höheres Tarifgehalt hilft natürlich.

Ok, ich weiß, dass die Kollegen aus dem Osten weniger kriegen und das nervt die natürlich zu recht.

Ich persönlich finde ein flexibles AZK gar nicht so schlecht. Natürlich liegt das im Interesse der ZAF, aber auch in meinem, wenn man das etwas geschickt anstellt. Ich bin auch manchmal auf Montage, da ist es mittelmäßiger Blödsinn dann nur 38 Stunden zu arbeiten und abends in der Unterkunft zu vergammeln, dann lieber 48 Stunden (oder sogar mehr) arbeiten und dann selber entscheiden, ob man das Geld haben möchte oder abbummeln. Die Offshore-Einsätze sind cool (14 Tage durcharbeiten mit 12 Stunden pro Tag, dann 14 Tage frei), sowas würde ich mir auch für andere Einsätze (Kraftwerksrevision, Schiffbau, ...) wünschen - klappt aber nicht, weil Arbeitszeitgesetz Strich durch Rechnung macht... Wahrscheinlich bin ich mit meiner Meinung zu AZK aber hier im Forum nicht auf der Mehrheitsseite...

Für die Branchentarifverträge: Kann man da die Frist für die Pause verlängern? Aufgrund der blöden Befristung wird jetzt mehr rotiert, wenn ich dann nach 3 Monaten + 1 Tag wieder zum "alten" Kunden komme, fange ich ohne Zuschlag wieder an. Hier wäre es cool, wenn man das auf 6 oder 12 Monate verlängert und sonst dann eben wieder gleich mit der höheren Stufe anfängt.

Hm, ok, das war jetzt meine Wunschliste...


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 07.05.2019, 07:32 
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Hallo,

die IGM will jetzt ab Mai die kommende Tarifrunde aktiv angehen. es gibt einen Brief an sämtliche Geschäftsstellen mit der Aufforderung eine Befragung bei den Leiharbeitern in den Betrieben der Metallindustrie zu den Forderungen anzuleiern.

Hier der Text des Briefes:

Tarifrunde Leiharbeit: Jetzt gezielt Kolleginnen und Kollegen ansprechen.

Liebe/r Vorname,

in einigen Tagen wollen wir mit den Aktivitäten zur Tarifrunde Leiharbeit 2019/2020 starten.
Wie in den vergangenen Tarifrunden auch, wollen wir als Teil der Tarifgemeinschaft
der DGB-Gewerkschaften die Tarifbewegung aktiv gestalten.
Beginnen möchten wir in der ersten Phase mit einer aktivierenden Befragung. Denn die
Meinung der Beschäftigten ist uns wichtig. Daher wollen wir die Kolleginnen und Kollegen
von Beginn an direkt miteinbeziehen. Eine gute Beteiligung in den Betrieben ist ein
starkes Signal in jeder Tarifrunde. Das Aktionsmaterial wird in den nächsten Tagen direkt
in die Betriebe geliefert.
Neben einer Erhöhung der Stundenentgelte berät die IG Metall-Tarifkommission in dieser
Tarifrunde vor allem über qualitative Forderungen wie mehr Urlaubsanspruch oder das
Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dazu brauchen wir viele engagierte Mitstreiterinnen und
Mitstreiter und Eure Unterstützung.
Deshalb unsere Bitte: Sprecht Eure Kolleginnen und Kollegen, die in Leiharbeit beschäftigt
sind, an und bittet sie um ihre Teilnahme an der Befragung: Ihre Stimme zählt! Und
ladet sie ein, Mitglied der IG Metall zu werden. Denn jedes Mitglied macht uns stärker.


Die weiteren nächsten Schritte nach der Befragung:

ab 20. Mai
Die Flyer mit integrierter Befragung werden in die Betriebe geliefert.
Die Befragung läuft bis Ende Juni.


Juli
Die Befragungsergebnisse werden veröffentlicht und mit den Beschäftigten
diskutiert. Wir gewinnen Mitglieder für unsere gemeinsame Sache.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 13.05.2019, 14:32 
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In einem anderen Artikel schon geschrieben, aber hier passt es besser:

Es gibt zig billige ZAFs, die voll auf Helfergeschäft setzen und die Leute regelmäßig nach dem ersten Einsatz wieder an die Luft setzen. So empfinde ich das jedenfalls. Bei den Facharbeitern geben sich die meisten inzwischen Mühe. Da lohnen vielleicht auch ein paar Tage Wartezeit, weil man im nächsten Auftrag dann genug Geld verdient... aber Helfer sind echt häufig nach wenigen Wochen oder maximal ein paar Monaten wieder draußen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Möglich wird das durch die Probezeit: Da kann kaum jemand gegen seine Kündigung vorgehen.

Mein Vorschlag: Warum nicht die Probezeit durch den Manteltarifvertrag verkürzen? Bei einem Ingenieur oder einem Facharbeite sehe ich ja ein, dass man ein paar Monate Probezeit braucht - da dauert ja auch die Einarbeitung schon recht lange. Aber bei einem Helfer? Deshalb: Für die Gruppen E1 und E2 die Probezeit auf 1 Monat verkürzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 14.05.2019, 09:03 
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mitterer hat geschrieben:
Mein Vorschlag: Warum nicht die Probezeit durch den Manteltarifvertrag verkürzen? Bei einem Ingenieur oder einem Facharbeite sehe ich ja ein, dass man ein paar Monate Probezeit braucht - da dauert ja auch die Einarbeitung schon recht lange. Aber bei einem Helfer? Deshalb: Für die Gruppen E1 und E2 die Probezeit auf 1 Monat verkürzen.

Finde ich sehr gut. Dazu muss zwar der Manteltarifvertrag aufgemacht werden, aber wenn der Urlaubsanspruch verbessert werden soll, muss er das sowieso.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 15.05.2019, 08:11 
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Der DGB tut was! Oder wieder nur so?

https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit/

und setzt unten den Link zur nicht mehr existierenden Seite http://www.hundertprozentich.de , gute Arbeit.

fg

bernie

_________________
Wer hat uns verraten?
Gewerkschaftsbürokraten!


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 15.05.2019, 21:31 
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Beiträge: 1
Der Urlaubsanspruch ist mir relativ egal, da einige Leihfirmen diesen sowieso erst gewähren, wenn man aus der Probezeit raus ist.

Was mir allerdings wichtig ist sind Entgelterhöhungen sowie auch die hier schon angesprochenen Fahrtkostenerstattungen.

Die Fahrtkosten reißen oft ein rießengroßes Loch in die Haushaltskasse. Einige Leihfirmen bieten daher einen Betrag X Fahrtkostenerstattung an (manch mal auch erst auf Nachfrage). Andere wiederum bieten nichts an. Das kommt ganz auf die Leihfirma an.

Was die Entgelte angeht müssen diese massiv angehoben werden. Der letzte Tarifabschluss 2017 ist ein Witz gewesen, wenn man sich anschaut was vom DGB gefordert wurde.

Des weiteren wären regionsabhängige Zuschläge angebracht. Man schaue sich einfach mal an wie viel heutzutage eine Wohnung im Großraum München kostet. Es kann nicht sein, dass man Vollzeit arbeiten geht und dann noch beim Amt betteln gehen muss.

Was ich also erwarte:

1. Übernahme der Fahrtkosten zu mindestens 50%
2. Entgelterhöhung um bis zu 1€.
3. regionsabhängiger Zuschlag
4. Zuschläge für die Spätschicht bereits ab 20.00 Uhr
5. Erhöhung des Urlaubs-/ und Weihnachtsgeldes am besten abhängig vom Bruttoeinkommen (also sagen wir 25%-50%)

Was ich nicht hoffe, dass der DGB wieder alles opfert für die Ost/West Angleichung der Löhne.

Sorry wenn ich das so sage aber die Lebensverhältnisse in Chemnitz sind ganz andere als in München. Da gleichen Lohn zu fordern raufen sich mir die Haare zu Berge.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 10.07.2019, 11:30 
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Hallo,

die Kündigungsfrist des Entgelt-TV:

Entgelttarifvertrag: Sechs Monate Frist zum Monatsende zum 31.12.2019

Das heißt er müsste schon seit Tagen gekündigt sein. Weiß jemand genaueres?
Schon seltsam, dass man nichts hört. Was soll man davon halten, dass man bei den LAN Umfragen macht ohne von einer Kündigung des Entgelt-TV zu hören.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 17.07.2019, 09:14 
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Moin zusammen,
wenn ich mir die DGB-Seite https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit/++co++e3877e00-7650-11e9-b299-52540088cada zu Gemüte führe, finde ich unter dem Punkt "Worum geht es bei den Tarifverhandlungen in der Leiharbeit..." die Aussage:

"Dabei geht es sowohl um die Entgelttarifverträge, die die Löhne in den verschiedenen Entgeltgruppen für die Leiharbeitnehmenden festlegen, als auch um die Manteltarifverträge sowie die Entgeltrahmentarifverträge."

Also gehe ich doch mal davon aus, dass alle 3 Tarifverträge zum Jahresende gekündigt wurden - oder nicht?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 19.07.2019, 22:34 
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Hallo Schildhorster,

unter: https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbei ... 540088cada

liest man ganz am Ende: Du hast Fragen zur Tarifrunde oder willst deine Aktion vor Ort mit anderen Aktiven teilen? Schreib uns eine E-Mail an tarifrunde-leiharbeit@dgb.de. Wir beantworten deine Fragen oder veröffentlichen deine Aktionsidee auf der Homepage zur Tarifrunde.

Hab jetzt mal ne mail an die Adresse geschickt und gefragt ob der TV Entgelt jetzt gekündigt ist oder nicht? Weil ja nirgends darüber zu lesen ist.
Mal sehen ob sie antworten und meine Aktionsidee aufgreifen.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 22.07.2019, 08:15 
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Gute Idee.....mache ich auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 29.07.2019, 12:27 
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Hallo Schildhorster,

habe heute diese Antwort erhalten:

...Die Entgelttarifverträge mit iGZ und BAP sind gekündigt worden. Die Forderungen der aktuellen Tarifrunde sind derzeit noch nicht beschlossen. Aktuelle Informationen für die Internetseite werden derzeit erarbeitet,...

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 06.08.2019, 16:37 
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Hallo,

auf unserer Startseite hatten wir vor einigen Wochen teilweise den Fahrplan für die Tarifrunde 2019 veröffentlicht. Der las sich so:

Die weiteren nächsten Schritte nach der Befragung:

ab 20. Mai
Die Flyer mit integrierter Befragung werden in die Betriebe geliefert.
Die Befragung läuft bis Ende Juni.

Juli
Die Befragungsergebnisse werden veröffentlicht und mit den Beschäftigten
diskutiert. Wir gewinnen Mitglieder für unsere gemeinsame Sache.


Inzwischen haben wir August und von Ergebnissen, Veröffentlichung derselben sowie gar von Diskussionen mit Beschäftigten ist mir nichts bekannt.

Kenne nur den weiteren Fahrplan. Der soll so aussehen:

August
Die Leiharbeit-Tarifkommission der IG Metall berät über ihre Forderungen.
Die Ergebnisse werden in der DGB-Tarifgemeinschaft zusammengeführt.

September
Der IG Metall-Vorstand entscheidet über die Forderungen.

7. Oktober
Tag der prekären Beschäftigung.
Ein guter Anlass für Aktionen.

November und Dezember
Verhandlungsphase.
Immer ein guter Anlass für Aktionen.

31. Dezember 2019, 24 Uhr
Ende der Friedenspflicht


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 12.08.2019, 12:39 
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karla hat geschrieben:
Hallo Schildhorster,
habe heute diese Antwort erhalten:

...Die Entgelttarifverträge mit iGZ und BAP sind gekündigt worden. Die Forderungen der aktuellen Tarifrunde sind derzeit noch nicht beschlossen. Aktuelle Informationen für die Internetseite werden derzeit erarbeitet,...

Karl

zur Vervollständigung - am 29.07. habe ich eine fast gleichlautende Antwort bekommen:

"Die Entgelttarifverträge mit iGZ und BAP sind gekündigt worden. Bzgl. des Manteltarifvertrags wurde die Kündigungsfrist in Absprache mit den Arbeitgebern verkürzt, so dass hier noch eine Kündigung möglich wäre. Die Forderungen der aktuellen Tarifrunde sind derzeit noch nicht beschlossen. Aktuelle Informationen für die Internetseite werden derzeit erarbeitet, so dass der Informationsfluss sichergestellt ist."


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 26.08.2019, 22:03 
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Hallo,

habe mir heute mal das Vergnügen erlaubt sämtliche Beiträge des threads mir nochmals reinzuziehen.
Kann man natürlich nicht alles in einem einzigen neuen Beitrag einigermaßen vernünftig kommentieren.

Deshalb erstmal soviel:

Auf unserer Startseite hatten wir vor Monaten den vorläufigen Fahrplan der DGB-TG zur Tarirunde 2019 / 2020 eingestellt. Dort hieß es u.a.:

Juli
Die Befragungsergebnisse werden veröffentlicht und mit den Beschäftigten
diskutiert.


Inzwischen heißt auf der DGB-TG Seite dazu:

Anfang September 2019 Auswertung der Befragung

August und September 2019 Beratung und Zusammenführung der Ergebnisse in der DGB-Tarifgemeinschaft

Siehe unter: https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbei ... 540088cada

Die Gründe für die Verzögerung werden nicht erwähnt. Na Gut, wer berichtet schon gerne über seine flops. Aus unserer IGM-Verwaltungsstelle hat sich meines Wissens z.B. nur ein einziger BR eines Entleihbetrieb bereit erklärt die Befragung durchzuführen. Na Gut, die Fragen waren auch nicht unbedingt geeignet einen Entleih-BR vom Hocker zu reißen. Es gibt natürlich auch noch jede Menge anderer Gründe. Z.B. der Airbusbetrieb bei uns (Premium Aerotec) hatte vor ca. 2 Jahren ca. 900 Leiharbeiter. Davon waren ca.60-70% gewerkschaftlich organisiert. Seither wurden ca. 250 übernommen. Aber auch bis zum heutigen Tag ca. 400 abgemeldet und von den momentan noch verbliebenen 250 werden die meisten als Weihnachtsgeschenk ebenfalls die Abmeldung erhalten.
(kurzer Nachtrag noch: Annäherhd 100 LAN wurden als Leiharbeiter an andere Entleihbetriebe direkt
weitervermittelt. In aller Regel mit Lohneinbußen. Im konkreten Fall den ich kenne waren es 8 Euro/Stunde. Macht brutto monatlich schlappe 1200 Euro. LAN sind halt flexibei in jeder Hinsicht).

Soviel zur Befragungsaktion von meiner Seite. Zu den vergangenen Diskussionsbeiträgen in den letzten Monaten hier zu den diskutierten Forderungen werde ich morgen oder übermorgen detailliert eingehen und dazu meine Einschätzung der Tarfrunde kommentieren (Zum Beispiel hier diskutierte Forderungen zum Entgelt-TV und MTV).

Karl

PS:
Als Optimist gehe ich davon aus, dass einige inzwischen eingeschlafene Schnarcher wieder aufwachen.
Zumindest gibt das bundesweite Schulferienprogramm nicht mehr viel her um sich hier weiter rauszuhalten. Ab Mittwoch gibt es nur noch Schulferien in Bayern und Baden-Württemberg. Und in zwei Wochen ist da auch Schluß. Das Lohnarbeiterleben ist hart und nicht nur in der Leiharbeit. Als Rentner kann ich das ganz gut beurteilen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 01.09.2019, 21:02 
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Hallo,

interessant wäre es schon wenn mal die bisher eingegangenen Umfrageergebnisse veröffentlicht würden (egal wie gering die Rücklaufquote nun ist).

Die ersten vier Fragen gingen um:

1. Entgelterhöhung

2. - 4. Frage um Sonderzahlungen, Zuschläge, Urlaubsanspruch (betrifft den MTV Manteltarif).

nachzulesen unter: https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbei ... 540088cada (ganz herunterscrollen)

In den Beiträgen hier im Forum was die User für wichtig erachten ging es um alle diese Punkte und noch einige mehr.

Einerseits sind Verbesserungen im MTV wichtig aber andererseits bin ich der Meinung sollten Forderungen möglichst einfach sein und vor allem Inhalte haben von denen jeder LAN unmittelbar und sofort etwas bemerkt. Und das gibt es auf jeden Fall bei einer Entgelterhöhung.

Forderungen beim MTV wie z.B. verbesserte Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld kommen erst zum Tragen wenn man länger als sechs Monate als LAN beschäftigt ist und zum Auszahlungszeitpunkt in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis steht. Ist das nicht der Fall nützt auch eine erhöhte Sonderzahlung gar nichts. Und es gibt nach wie vor massenweise LAN die vor Ablauf der Probezeit (6 Monate) gekündigt werden. Und jede Verbesserung beim MTV wird in der Gesamtrechnung (Entgelt plus MTV-Verbsserung) einen Abzug beim Entgelt nach sich ziehen.

Zum anderen ist ja das erklärte Ziel der DGB-Gewerkschaften equal-pay und das ist nun mal das Entgelt. Gleiche Arbeitsbedingungen (Urlaub usw.) fällt unter equal-treatment.

Mein Vorschlag: Vielleicht sollten wir diese Umfrage mal unter diesem Gesichtspunkt diskutieren.

Zusätzliche Überlegung in diese Richtung: Es gibt ja die Forderung nach einem Mindestlohn von 12 Euro weil alles darunter zukünftige Altersarmut zur Folge hat.

Der Entgelt-TV in der E 1 liegt ab 01.10.2019 bei 9,96 Euro (aufgerundet 10 Euro). Eine Erhöhung auf 12 Euro wäre eine Lohnerhöhung um 20 %. Streckt man das ganze auf zwei Jahre sind es nur 10 % Erhöhung (berücksichtigt man noch einige Cent anrechenbare freiwillige Zulagen so ergibt sich eine Entgelterhöhung im einstelligen Prozentbereich.
Warum immer so verzagt diskutieren oder wie schon seit Wochen die Diskussion überhaupt einstellen?

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 02.09.2019, 15:38 
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karla hat geschrieben:
Hallo,
[...] Ist das nicht der Fall nützt auch eine erhöhte Sonderzahlung gar nichts. Und es gibt nach wie vor massenweise LAN die vor Ablauf der Probezeit (6 Monate) gekündigt werden.
Karl


Genau! Deshalb einfach mal über eine Verkürzung der Probezeit nachdenken. Die Kündigungsschutzgesetze gelten zwar erst nach 6 Monaten (unabhängig von der Probezeit!), aber trotzdem ist eine Kündigung nach drei Monaten schwieriger, wenn KEINE Probezeit mehr vereinbart wurde.

Deshalb ärgert man da gerade die "Hire and fire"-ZAF mit. Aus meiner Sicht gibt es absolut keinen Grund, warum man bei Entgeltgruppe E1 und E2 sechs Monate Probezeit braucht.

Also, reinschreiben: Bei Neueinstellungen in den Gruppen E1 und E2 ist die Probezeit auf maximal einen Monat begrenzt, bei Neueinstellungen in den Gruppen E3, E4, E5 auf maximal drei Monate.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 03.09.2019, 10:45 
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"IG Metall fordert 8,5 Prozent mehr für Leiharbeiter
8,5 Prozent mehr Geld für Leiharbeiter. Diese Forderung hat der IG Metall-Vorstand auf Empfehlung der Tarifkommission beschlossen. Die Tarifverhandlungen zwischen den DGB-Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden in der Leiharbeit iGZ und BAP starten am 17. September.
Die IG Metall fordert 8,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten in der Leiharbeit, für eine Laufzeit von 12 Monaten. Das hat der IG Metall-Vorstand auf Empfehlung der gewählten Tarifkommission beschlossen. Die Forderung ist innerhalb der DGB-Gewerkschaften abgestimmt. Am 17. September starten dann die Tarifverhandlungen zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit und den Arbeitgeberverbänden in der Leiharbeit iGZ und BAP.

Mit der überdurchschnittlichen Entgelterhöhung will die IG Metall einen deutlichen Abstand zum Mindestlohn erreichen.

Hinweis: Weitere Details zu den Forderungen folgen."

Der Link dazu: https://extranet.igmetall.de/view_103688.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 04.09.2019, 21:10 
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Hallo Schildhorster, hallo mitterer,

@Schildhorster
deine IGM-Extranetinfo hat die IGM seit heute offiziell freigeschaltet. Den kompletten Text kann man nachlesen unter:
https://www.igmetall.de/tarif/tarifrund ... iharbeiter


@mitterer
Zitat:
Genau! Deshalb einfach mal über eine Verkürzung der Probezeit nachdenken.

Ich habe in meinem vorhergehenden Beitrag versucht sich mal Gedanken darüber zu machen ob es sinnvoll ist Entgeltforderungen mit Verbesserungen im MTV (wie z.B dein Vorschlag mit der Verkürzung der Probezeit) zusammen zu fordern und zu erreichen.

Im jetzt bekannt gewordenen Forderungskatalog der DGB-TG werden Entgelt-und MTV-Verbesserungen (mehr Urlaub und Jahressonderzahlungen) in einem Aufwasch gefordert. Realistischerweise sollte man davon ausgehen, dass jede Verbesserung beim MTV einen Abzug beim Entgelt bedeuten wird. Mein wesentlicher Einwand hierbei ist, dass nur beim Entgelt jeder LAN vom ersten Tag an etwas davon hat. Bei Urlaub und Jahressonderzahlungen oder auch bei deinem Vorschlag mit den gekürzten Probezeiten trifft das nicht zu aufgrund von Wartezeiten bis zum Anspruch.

So wie ich die Gewerkschaftspolitik kenne wird man uns dann ein Ergebnis als Gesamtpaket verkaufen demzufolge man alles in allem den 8,5% sehr nahe gekommen ist.

Der Entgelt-TV ist schon gekündigt. Der MTV nicht. Mag ja sein, dass man Verbesseungen im MTV auch ohne dessen Kündigung erreicht. Aber das wird einen Preis bei der Entgeltforderung bedeuten.

Für effektiver halte ich es erst mal den Entgelt-TV möglichst hoch abzuschließen. Wenn das bis Ende des Jahres nicht gelingt dann hat man ab Januar erst mal einen tariflosen Zustand zumindest bei Neueinstellungen. Dem LAN kann das erst mal egal sein. Den ZAF auf Dauer nicht.

Ergo MTV-Verbesserungen erst angehen wenn der Entgelt-TV durch ist. Danach kann man auch den MTV kündigen und einen tariflosen Zustand dort als Druckmittel anwenden.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 10.09.2019, 21:01 
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Hallo,

noch eine Anmerkung zur Begründung der DGB-TG zu ihrer Entgeltforderung.

Die Entgeltforderung der DGB-TG wird unter:

https://www.igmetall.de/tarif/tarifrund ... iharbeiter

so begründet: Mit der überdurchschnittlichen Entgelterhöhung will die IG Metall einen deutlichen Abstand der unteren Tarifentgelte zum Mindestlohn erreichen.

Dazu:
Lohneinkommen sind Einkommen von denen der Arbeitnehmer (hier der LAN) seine Kosten für den täglichen Lebensunterhalt bestreitet sowie wenn er mal nicht mehr arbeitsfähig ist auch im Alter seinen weiteren Lebensunterhalt vermittelt über seine Rentenbeiträge bestreiten muss.

Die Begründung der DGB-TG hebt ab auf einen deutlichen Abstand. Wer so argumentiert hat leider nicht die Notwendigkeit von der Sicherung eines lebensnotwendigen Einkommens im Kopf. Und das soll doch der Mindestlohn sein. Der jetzige Mindestlohn (ob gesetzlich oder Branche Leiharbeit) reicht dafür hinten und vorne nicht. Eine ca. 20%-ige Lohnforderung würde dem annähernd gerecht (das wären dann in etwa 12 Euro/Stunde).

8,5 % als erster Schritt (12 Monate Laufzeit) und nicht als Abstandsbegründung ist nachvollziehbar. Alles darunter ist Abstand nehmen von Notwendigkeiten eines Arbeitnehmerlebens im Billiglohnbereich.

Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Was man durchsetzen kann ist eine Sache wie man aber eine Forderung begründet eine ganz andere.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen 2019
BeitragVerfasst: 11.09.2019, 17:38 
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verdi schliesst sich der Forderung von 8,5 % an und begründet dies mit 12,50 Euro als Mindestlohn.
EG1 in der Leiharbeit ist derzeit 9,79 Euro , ab 1.10. 9,96 Euro
9,96 plus 8,5% macht 10,81 Euro. Berechne die Differenz zu 12,50 Euro
Gelebte Inklusion ist eine Forderung von verdi, da muss niemand so komplizierte Sachen rechnen können.

in der BTK sitzen wieder interne Mitarbeiter der Leihbuden. Mindestens ein Mitglied der Verhandlungskommission ist Disponent bei randstad. Die haben kein wirkliches Interesse an einem guten Abschluss weil es dann vermutlich weniger Leiharbeit gibt was ihre Jobs gefährdet.

Zitat:
Leiharbeit: Entgelterhöhung von 8,5 Prozent gefordert
Gute Arbeit in der Leiharbeit verdient eine deutliche Einkommensverbesserung. Wer heute als Vollzeitbeschäftigte*r von seinem Einkommen gut während der Erwerbszeit, aber auch danach leben können will, braucht einen Stundenlohn von mindestens 12,50 Euro. Zu dieser Berechnung kommt aktuell das Bundesarbeitsministerium.
https://besondere-dienste.verdi.de/bran ... 5400f67940

_________________
Wer hat uns verraten?
Gewerkschaftsbürokraten!


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