ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 17:21 
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oder so ähnlich. Hieß der Job den ich mal gemacht habe. Aber jede Klitsche nennt das ja anders und eigentlich wollte ich das hier gar nicht erwähnen, für den Fall dass mein ehemaliger Arbeitgeber oder "Arbeit"geber mitliest. Aber irgendwie ist mir das gerade egal, bei uns hieß das "Consultant Temporary Placement". Und bei "uns" das heißt bei MANPOWER. So jetzt ist es raus. Ich war mal (übersetzt) "Berater für Zeitarbeit" bei MANPOWER. Und falls das hier von MANPOWER jemand liest braucht dieser Jemand jetzt keine schlauen Antworten auf diese Meldung hier geben. Auf den Rat(h)geber kann ich verzichten.

Ich wollte einfach mal in kritischer Umgebung kundtun was ich so alles erlebt habe, bei MANPOWER. Und ich fange von vorne an.


1. Wie wird man eigentlich "Berater für Zeitarbeit" oder schlichtweg: Personaldisponent?

Das ist ganz einfach. Man bewirbt sich einfach auf eine der unzähligen Stellen, die da geboten sind. die meisten lauten etwa so:
"Geforderte Qualifikationen:
Abgeschlossene kaufmännische oder gewerbliche Ausbildung oder Studium
Erfahrung in der Arbeitnehmerüberlassung wünschenswert"
Alles was man dann wirklich braucht ist ein Führerschein und ein PKW. Der Rest ist laut Stellenprofil ziemlich egal weil in der Spanne zwischen irgendeiner Ausbildung oder irgendeinem Studium praktisch alles liegt, was man machen kann.
Ich persönlich war einer der unzähligen Quereinsteiger. Bin in ner blöden Zeit mit ner Weiterbildung fertiggeworden und am Arbeitsmarkt wars einfach mau. Hab mich dann auf alles beworben was ich gesehn habe und dabei halt auch auf die tolle "Consultant Temporary Placement"-Stelle bei MANPOWER. Auch wenn das damals noch "Abteilungsleiter" hieß, auch wenn man keine Abteilung hatte, die man leiten sollte... Aber egal.
Hatte da dann auf alle Fälle ein Vorstellungsgespräch und da es für diesen Job ja unzählige offene Stellen gibt nehmen die quasi jeden. Merkt man ja auch an der Qualität der Arbeit, aber dazu später.
Auf alle Fälle: Glücklich gewesen, kein ALG benötigt. Toll!


2. Was macht eigentlich so ein "Berater für Zeitarbeit"?

Ja, die meisten hier würden wohl sagen "Leute über den Tisch ziehen" aber ganz so ist es ja auch nicht. Man zieht sie nicht über den Tisch, man radiert größtenteils ihre Selbstachtung, Lebensgrundlage und berufliche Zukunft aus.
Man lernt in dieser Branche ziemlich schnell dass der Mitarbeiter einfach auch der Kostenträger ist. Und das ist Scheiße... für ihn.
Jetzt sind die Gewinne ja wirklich bei weitem nicht so hoch wie man immer so hört. Abzüglich Lohnnebenkosten, Verwaltungskosten und ein paar anderen Dingen bleiben da wirklich nur ein paar Cent pro Stunde. Es ist also nicht so, dass sich die Leihklitschen die Taschen vollstopfen, aber davon hat der kleinste in der Kette, nämlich der Zeitarbeiter, halt auch nichts.


3. Wie kommt man damit klar?

Anfangs meint man noch, man wäre Teil einer tollen Organisation. Und jeder, der schon länger dabei ist (auch wenn das echt nicht viele Sind, bei Manpower wird man schon nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit "geehrt". Die meisten laufen einfach vorher davon.) erzählt einem die Leute wären an ihrem Schicksal ja selbst Schuld, sie hätten ja nie einen richtigen Beruf gelernt oder wären einfach zu faul, dämlich oder träge sich vernünftig zu bemühen.
An dieser Stelle möchte ich kurz rekapitulieren: Um Personaldisponent zu werden reicht in aller Regel eine stinknormale duale Ausbildung. Das heißt die "Kollegen im Kundeneinsatz" wie sie bei MANPOWER liebevoll genannt werden haben meist die gleiche, nicht selten sogar eine bessere, Ausbildung als der Personaldisponent. Der einzige Unterschied sind bloß ca. 2.000,00€ Brutto.
Zurück zum Thema: Man entwickelt eine gewisse Arroganz gegenüber den Zeitarbeitern. Man hält sich für was besseres, weil das alle tun und außerdem glaubt man das weiße Schaaf in der Herde der Zeitarbeitsfirmen zu sein. Einfach nur, weil die Kollegen einem das Anfangs immer wieder sagen "Wir sind anders" und "die sind selbst Schuld" mit zig Argumentationen, die einem erst mal schlüssig erscheinen. Sind ja schließlich alles irgendwo Vertriebler.
Im Nachhinein denke ich, es ist eine Art Selbstschutz. Der Beruf hat kein tolles Image, das weiß man auch, und irgendwie muss man rechtfertigen was man da tut. Also glaubt man gerne die Story vom weißen Schaaf. Ohne dabei zu merken, dass auch das weiße Schaaf immer noch ein Schaaf ist.


4. Aber warum ist denn dieses Image des "Personaldisponenten" so schlecht?

Natürlich weil er tut was er tut und weil er es so tut, wie er es tut. Und das liegt meiner Meinung nach wieder daran, dass einfach jeder Personaldisponent werden kann. Ich hatte Kollegen die konnten nicht mal bis zehn zählen, sollen aber Personalentscheidungen treffen.
Personalentscheidungen! Da steckt irgendwo, irgendwie das Wort "Person" drin. Das ist eine Entscheidung, die jemanden persönlich betrifft.
Wenn ich jemanden einstelle, zu einem Lohn, von dem ich weiß, dass niemand damit wirklich leben kann, dann hat dieser jemand ein persönliches Problem. Wenn ich jemanden fristlos Kündige, und das klassischerweise unberechtigt, dann hat dieser jemand ein persönliches Problem. Aber warum passiert dass in dieser Branche so oft? Ganz einfach: Weil es die gelernte Bäckereiverkäuferin, die als Personaldisponentin arbeitet, einfach nie gelernt hat! Die hat nie gelernt zu kalkulieren, die hat keinen blassen von Arbeitsrecht und sie meint wunder was sie ist, weil sie als Bäckereiverkäuferin hier über Wohl und Wehe anderer entscheiden darf. Das klingt lächerlich, habe ich aber während meiner Tätigkeit selbst erlebt, und nicht nur einmal.
Die einzige, mit einem einschlägigen Studium, war die Niederlassungsleiterin. Und die kannte nicht mal den Unterschied zwischen einer Kündigung und einem Aufhebungsvertrag. Da ist doch kein Wunder, dass das was hinten rauskommt einfach nur noch Scheiße ist. Und das alles dann noch getrieben von Erfolgsdruck und Vertriebszielen potenziert die Scheiße noch gewaltig. Und wer muss darunter leiden? Richtig, wieder mal das kleinste Glied in der Kette.


5. Warum hast du es dann getan?

Die Antwort ist einfach: Lange Zeit viel Geld verdient für wenig Arbeit. Der Personaldisponent an sich reißt sich nicht den Arsch auf. Wenn man dazu noch permanent zugeschwallt wird, wie toll man nicht ist und in was für einer großartigen Firma man doch arbeitet hat man dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen.
Bis man irgendwann merkt, dass es gar nicht so ist. Dass sich auch der Personaldisponent vom Stadtrand eine Straße weiter einredet, wie toll er nicht ist und wie stolz er ist, beim einzig weißen Schaaf der Branche zu arbeiten. Dann merkt man dass wir doch alle gleich sind. Und dann merkt man auch, dass es nicht sooo toll ist, was man eigentlich tut. Und dann geht man. Wenn man Eier in der Hose hat so wie ich, ohne Anschlussbeschäftigung zu haben.

Und dann merkt man, dass es der größte Fehler überhaupt war, als Quereinsteiger in der Personaldienstleistung anzufangen. Dein Lebenslauf ist danach einfach versaut. Niemand will dich mehr haben. Und das als Techniker.
Über 300 Bewerbungen hab ich gebraucht um nach fast einem Jahr wieder eine Stelle in meiner alten Branche zu finden. Nur weil ich vorher bei MANPOWER war. Aber zumindest das ist dann Fair. Nicht nur die Zeitarbeiter versauen sich durch Zeitarbeit ihren Lebenslauf...


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 19:18 
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Vielen Dank für Deinen Bericht. Das muss ich zunächst sacken lassen. 2k Differenz pro Monat - ernsthaft?


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 19:55 
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Bedanke mich au h für den Bereicht. Bin aber nicht erstaunt. Ich habe die Differenzen erwartet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 20:36 
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früherwaralles hat geschrieben:
Vielen Dank für Deinen Bericht. Das muss ich zunächst sacken lassen. 2k Differenz pro Monat - ernsthaft?


Ernsthaft.
Ich hatte ein Grundgehalt von rund 3000€ Brutto pro Monat. Dazu kam noch ne quartalsweise Umsatzbeteiligung. Das waren pro Monat im Schnitt um die 700 bis 800€ noch oben drauf.

Wenn man dem jetzt einen EG1 Zeitarbeiter mit 151h/Monat gegenhält fällt die Differenz sogar noch größer aus.
Natürlich gab es auch Mitarbeiter, die mehr verdient haben. Aber ich denke im Schnitt kommen 2000€ ganz gut hin.

Und Manpower zahlt noch relativ schlecht. Nach meiner Manpowerzeit hatte ich Vorstellungsgespräche bei Zeitarbeitsfirmen, wo ich mich eigentlich auf andere Stellen beworben hatte, die mir dann aber gekommen sind mit "wollen Sie nicht doch wieder Personaldisponent machen?", die hätten bis zu 3.500€ Grundgehalt gezahlt. Plus Prämie, Handy und Firmenwagen natürlich...

Das wirklich bitter Schlimme bei den großen Zeitarbeitsfirmen ist, dass für alles Geld da ist, bloß nicht für die Zeitarbeiter. Da sitzen Wasserköpfe in riesigen Glaspalästen und sind zuständig für Mist wie "Unternehmenskommunikation". Was dabei rauskommt sind ein Arsch voll E-Mails die alle anderen Mitarbeiter über Stunden im Monat binden und nichts produktives bringen.
Oder riesige Chacka-Events wo Geld keine Rolle spielt. Ganze Kinos wurden angemietet um selbst produzierte "Propagandafilme" zu zeigen.
Da stehst echt im Wald.


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 21:44 
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Ein legalisiertes Pyramidensystem sozusagen.

Zitat:
Das wirklich bitter Schlimme bei den großen Zeitarbeitsfirmen ist, dass für alles Geld da ist, bloß nicht für die Zeitarbeiter.


Ich kenne nur ansatzweise die Vergünstigungen der "internen" Mitarbeiter bei Stadtrand. Das ist wirklich asozial.


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 20:00 
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Danke, @Sarbelius, für den Insiderbericht.

War sehr anregend zu lesen.

Warst du da angestellt oder selbständig?

Und es braucht keine abgeschlossene, kaufmännische Ausbildung, um Dispo zu werden?

So long, rw


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 28.03.2015, 16:37 
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Das sich der FDP-Walter hier noch einmal blicken lässt um sein Produkt zu bewerben, nachdem er hier alle Leiharbeiter verarscht hat, ist schon frech!

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"Wir rekrutieren am Bodensatz des Arbeitsmarkts" (Thomas Bäumer, CEO TUJA & Adecco / Tarifverhandlungsführer VGZ / BDA (Die nehmen aber auch wirklich jeden!) usw.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 29.03.2015, 19:35 
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Beiträge: 720
Hey Bundesleo! Wat macht die Trulla, die du für die EU Wahl unterstützt hast? Wie sieht umfragetechnisch aus? Kratzt ihr wieder an den 5%? Hast du nochmal Lust, für den Stadtrand BR zu kandidieren? Ach lass stecken... mich würden deine Antworten eh nicht interessieren. Deine Links lese ich mir auch nicht durch. Heiße Luft wie immer....


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 30.03.2015, 17:09 
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Walter Leonhardt hat geschrieben:
Will man die Zeitarbeitsbranche wirklich reformieren, muss man sich zuerst bewusst werden, wo die Trennungslinie zwischen Freund und Feind verläuft. Diese verläuft NICHT zwischen Menschen in Arbeitnehmerüberlassung und Personaldisponent. Wäre das nämlich der Fall, hätte der Beruf des Personaldisponenten nicht so eine hohe Fluktuation von 25% jährlich.

Ich habe mir bzgl. dieses Themas viele Gedanken gemacht. Das da kam dabei raus:
http://bundesleo.tumblr.com/post/112964 ... isponenten
http://bundesleo.tumblr.com/post/113154 ... endnis-von

Wird nicht allen gefallen, aber ich stehe hinter jedem Wort.

p.s. Sorry, aber es handelt sich leider um einen langen Text. Normalerweise bin ich bemüht, das zu vermeiden, aber dieses eine Mal ging es nicht anders.


Hab grad den Rest von dir hier gelesen. Kann das sein dass du n ziemlich schräger Vogel bist?


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 02.04.2015, 11:26 
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Beiträge: 550
Walter Leonhardt hat geschrieben:
Ich denke da an ein Mosaik: Aus der Nahaufnahme sehen Steine krumm, quer und ungeordnet aus. Betrachtet man alles aber aus der Ferne, ergibt sich vielleicht doch ein Bild.

Moin Herr Randstad-Betriebsratskandidatenkandidat,

ein Mosaik ist ein abgeschlossenes Bildnis aus kleinen Steinchen. Du, Herr FDP-Gewerkschafter, fängst aber immer nur große Felsbrocken an, ohne auch nur ein einziges "Projekt" abzuschließen. Bei Dir ergibt sich zwar das Gesamtbild eines Trümmerhaufens, aber sicher NIE ein stimmiges Mosaik! Was ist Dein neuer Fels? Ein Semester Studium? Wie viele Wochen hälst Du diesmal durch?

Du Würstchen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 02.04.2015, 16:27 
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Beiträge: 81
Walter Leonhardt hat geschrieben:
Will man die Zeitarbeitsbranche wirklich reformieren, muss man sich zuerst bewusst werden, wo die Trennungslinie zwischen Freund und Feind verläuft. Diese verläuft NICHT zwischen Menschen in Arbeitnehmerüberlassung und Personaldisponent. Wäre das nämlich der Fall, hätte der Beruf des Personaldisponenten nicht so eine hohe Fluktuation von 25% jährlich.

Ich habe mir bzgl. dieses Themas viele Gedanken gemacht. Das da kam dabei raus:
http://bundesleo.tumblr.com/post/112964 ... isponenten
http://bundesleo.tumblr.com/post/113154 ... endnis-von

Wird nicht allen gefallen, aber ich stehe hinter jedem Wort.

p.s. Sorry, aber es handelt sich leider um einen langen Text. Normalerweise bin ich bemüht, das zu vermeiden, aber dieses eine Mal ging es nicht anders.



Sieh einer an. Meine Lieblingspfeife meldet sich wieder zu Wort :D
Ist dir wieder langweilig? Verbringst wieder ein paar Stunden mit der Rettung der Welt bevor du wieder scheiterst und in der Versenkung verschwindest?
Amüsiere mich!


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 04.04.2015, 16:35 
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Meine Erfahrung mit Disponenten, bis auf ganz wenige Ausnahmen alles Schaumschläger. Jeder Zeitarbeitnehmer der sich wehrt gegen was auch immer, der die einschlägigen Gesetzestexte kennt wird drangsaliert. Von ungerechtfertigten Abmahnungen bis hin zum Anzweifeln der Krankmeldung.
Ich bin jeden Tag unendlich froh das ich diesen Scheißpart hinter mir habe.

Vermutlich hätte ich irgendwann einen der Hohlköppe den selben eingeschlagen

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Lerne die Regeln gut, damit Du sie richtig brechen kannst. Dalai Lama


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 08.04.2015, 18:18 
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Registriert: 26.05.2012, 19:00
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Wohnort: Frankfurt
Gude Sarbelius,

schönes Märchen vom Menschenschinder und Kundenarschkriecher, zum reumütigen Gutmenschen, dem die Zeitarbeit, bis zum Schluss, so übel mitgespielt hat.
Ich glaube, du hast aufgehört, weil deine vertrieblichen Ergebnisse eher, sagen wir mal, bescheiden waren.
Nichts anderes war deine Position. Ein Vertriebsjob mit klaren Vorgaben. Meistens Anwerbung von 1-2 Neukunden pro Monat (den die wenigsten schaffen)
und ein klitzekleiner Personalanteil.......der auf maximalen Beschiss aufbaut. Maximaler Beschiss zu Ungunsten des LAN, sichert die Tantiemen der Niederlassungsleitung, der Bereichsleiter, der Country- Manager und natürlich auch deiner Wenigkeit. Und das wusstest du auch ganz genau.

Schön finde ich auch die Stelle, das fast niemand in der Lage war zu kalkulieren...rofl
Durftet Ihr doch gar nicht......Ihr hattet doch vorgefertigte Kalkulationen, die gar keine Abweichungen erlaubten.
Der Verrechnungssatz wird eingetragen und die Marge wird ausgespuckt.
Das war's. Gerade weil die (großen) Personaldienstleister so viele Doofe beschäftigen, wird das Risiko damit minimiert.

Aber, trotzdem Danke- habe mich gut amüsiert!

Keine Grüße,

Tig

_________________
Ein Land ist nicht nur das, was es tut- es ist auch das, was es verträgt, was es duldet.
Kurt Tucholsky


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 12.04.2015, 11:42 
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Registriert: 25.03.2015, 17:24
Beiträge: 53
Tig hat geschrieben:
Gude Sarbelius,

schönes Märchen vom Menschenschinder und Kundenarschkriecher, zum reumütigen Gutmenschen, dem die Zeitarbeit, bis zum Schluss, so übel mitgespielt hat.
Ich glaube, du hast aufgehört, weil deine vertrieblichen Ergebnisse eher, sagen wir mal, bescheiden waren.
Nichts anderes war deine Position. Ein Vertriebsjob mit klaren Vorgaben. Meistens Anwerbung von 1-2 Neukunden pro Monat (den die wenigsten schaffen)
und ein klitzekleiner Personalanteil.......der auf maximalen Beschiss aufbaut. Maximaler Beschiss zu Ungunsten des LAN, sichert die Tantiemen der Niederlassungsleitung, der Bereichsleiter, der Country- Manager und natürlich auch deiner Wenigkeit. Und das wusstest du auch ganz genau.

Schön finde ich auch die Stelle, das fast niemand in der Lage war zu kalkulieren...rofl
Durftet Ihr doch gar nicht......Ihr hattet doch vorgefertigte Kalkulationen, die gar keine Abweichungen erlaubten.
Der Verrechnungssatz wird eingetragen und die Marge wird ausgespuckt.
Das war's. Gerade weil die (großen) Personaldienstleister so viele Doofe beschäftigen, wird das Risiko damit minimiert.

Aber, trotzdem Danke- habe mich gut amüsiert!

Keine Grüße,

Tig


Ich denke einige Dinge muss ich gegen mich gelten lassen. Kundenarschriecher zum Beispiel. Das bringt so ein Vertriebsjob wohl mit sich.
Den Menschenschinder lass ich so nicht stehen. Bei mir wurden sicher nicht alle fair bezahlt, das lässt die Branche nunmal nur selten zu, aber es wurde sicherlich jeder offen und fair behandelt und niemand "geschunden".

Du musst nicht kalkulieren können? Natürlich gibt es Kalkulationstools. Die spucken den Preis aus den die Zeitarbeitsfirma gerne hätte und dazu bekommt noch noch ein Minimum an Spielraum. Aber was machst wenn dich ein Kunde im Vertrieb fragt was der Spaß denn kosten wird? "Warten Sie kurz, ich packe kurz mein Tool aus". Würde blöd kommen, sehr blöd.
Da muss man dann halt in der Lage sein mal eben einen Preis zu überschlagen, dafür muss man kalkulieren können. Auch um zu verstehen wie sich Dinge wie Krankheitsquoten auf den Profit auswirken muss man zumindest das Kalkulationsschema hinter dem Tool kennen. Ein Tool ist nur ein Hilfsmittel, das erspart einem nicht zu lernen wie es funktioniert. Gibt hierfür auch separate Schulungen bei Manpower.

Und übrigens: Mein Vertriebsanteil habe ich locker geschafft. War in einer sehr Wirtschaftsstarken Region. Wir haben Zeitweise gar keinen Vertrieb gemacht weil die Kunden von allein zu uns gekommen sind. Ich bin bei Manpower gegangen, weil ich nicht mehr bei Manpower sein wollte.


Beste Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 13.04.2015, 17:51 
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Gude Sarbelius,

Sarbelius hat geschrieben:
Aber was machst wenn dich ein Kunde im Vertrieb fragt was der Spaß denn kosten wird? "Warten Sie kurz, ich packe kurz mein Tool aus". Würde blöd kommen, sehr blöd.


Na, du antwortest gefälligst das, was man dir in der ersten Verkaufsschulung beigebracht hat, oder etwa nicht?
„Das kann man gar nicht so direkt beantworten. Das richtet sich in erster Linie nach der Qualifikation unserer Mitarbeiter, Ihrer Berufserfahrung und vielen weiteren, nicht unwesentlichen Punkten".

Und wenn der Kunde doch einen Preis möchte, fragt Herr Disponent, welchen Stundenlohn die Angestellten denn im Kundenunternehmen bekommen, Manpower Mulitplikator dazu (so etwa 1,8-2,5) und überschlägt das Ganze.

Oh Mann, du warst echt eine vertriebliche Niete.........

Sarbelius hat geschrieben:
Auch um zu verstehen wie sich Dinge wie Krankheitsquoten auf den Profit auswirken muss man zumindest das Kalkulationsschema hinter dem Tool kennen.


Kann ich dir sagen, 2 Wochen AU sind bei jedem LAN in der Kalkulation enthalten. Dazu 1 Woche für Fortbildung, die die Mitarbeiter zwar in den seltensten Fällen bekommen, die aber jeder Kunde bezahlt.

Grüße,

Tig

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Kurt Tucholsky


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 13.04.2015, 18:14 
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Tig hat geschrieben:
Oh Mann, du warst echt eine vertriebliche Niete.........



War ich auch. Hat aber immer noch locker gereicht.
Wenn willst schick ich dir meine letzte Abrechnung mit Prämie. Die kriegt man nämlich nicht wenns nicht läuft.

Und zum Thema Kalkulation: Du willst es ja sowieso nicht verstehen. Also bitte: Ja, es ist genau so wie du es sagst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 21.04.2015, 16:23 
Offline

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Wohnort: Frankfurt
Gude,

Sarbelius hat geschrieben:
Wenn willst schick ich dir meine letzte Abrechnung mit Prämie.


Warum sollte mich das interessieren? Für einen Außendienstler mit einem schei* Produkt, warst du doch noch unterbezahlt.

Sarbelius hat geschrieben:
Also bitte: Ja, es ist genau so wie du es sagst.


Von einem Möchtegern- Personaler Zustimmung zu erfahren, habe ich echt nicht gewollt.............

Grüße,

Tig

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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 21.04.2015, 17:26 
Offline

Registriert: 25.03.2015, 17:24
Beiträge: 53
Tig hat geschrieben:
Warum sollte mich das interessieren? Für einen Außendienstler mit einem schei* Produkt, warst du doch noch unterbezahlt.


Wenn ich unterbezahlt war kann ich ja doch nicht so schlecht gewesen sein :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 23.07.2015, 08:31 
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Beiträge: 633
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Ich habe als LAN bei Manpower noch am meisten verdient, 11,20 EUR/h in 2006.

Zustande gekommen ist das wohl recht seltsam:
Ich habe am ersten Tag in EG4 angefangen und vereinbart war, daß ich - wenn ich am 2. noch dabei bin - die EG5 kriege.
Und obwohl ich schriftlich fixiert nur die EG4 hatte, hat das sogar geklappt, was mich wirklich erstaunt hat.

Damit nicht genug, ich bekam auch noch vergleichsweise fürstliches Fahrgeld, z.B. 25 EUR für 60 km, 40 EUR für 'nen Katzensprung (Der allerdings ins Ausland), die Mehrarbeit wurde sofort ausgezahlt, ich bekam trotz wochenlangem Nichteinsatz keine Kündigung und ich bekam bei Krankmeldungen die in der Branche total unübliche Entgegnung "Klar, kein Problem, Gesundheit geht vor. Gute Besserung! Aber bitte an die AU denken!".

Wer jetzt denkt, ich würde spinnen oder lügen:
Nein, tue ich nicht.

Aber:
Natürlich ist das trotzdem nicht die Realität in der Zeitarbeit. Während meiner Zeit bei Manpower wurden
- der Disponent, der mich eingestellt hatte
und
- der Niederlassungsleiter
gefeuert, so richtig klassisch mit "Wir wissen nicht, wie wir noch ohne sie auskommen sollen, aber ab der Mittagspause werden wir es versuchen!".
Zum krönenden Abschluß wurde die ganze Niederlassung formal geschlossen und nur noch als Zweigstelle der nächstgelegenen Niederlassung betrieben.

Ich nehme das einfach mal als Beleg dafür, daß es - wenn es legal und korrekt läuft - so nicht gedacht und gewünscht war.

Ganz offensichtlich hatten sich in "meiner" Niederlassung also Menschen verdammt weit aus dem Fenster gelehnt, damit sie sich beim Rasieren noch im Spiegel betrachten können ... und wurden dafür rausgeschubst.
Irgendeinen Mechanismus wird der Disponent z.B. ausgetrickst haben müssen, um mir EG5 zu geben.

Die generelle Methodik hinter der Sache hat mir übrigens auch ein ehemaliger Disponent von Unique Personal bestätigt. Wenn ein Mitarbeiter mit Krankenschein nicht spätestens nach einer Woche auch die Kündigung hatte, kriegte er eins auf den Deckel.
Da braucht mir also auch kein Herr Altmann & Co. zu erzählen, daß das alles nur schwarze Schafe in einer Herde weißer seien ....

So gesehen können einem die Disponenten theoretisch leid tun, die kriegen's von allen Seiten:
- Die Oberen wollen Zahlen sehen, die legal nicht machbar sind
- Die Entleiher (Die mindestens so schlimm sind wie die Verleiher!) wollen einen Fachlageristen mit Staplerschein und anschließendem abgeschlossenen Studium der Wirtschaft für den Verrechnungssatz eines EG1-Mitarbeiters
- Die Mitarbeiter wollen einfach nur ihr blankes Recht

.... tun sie mir aber nicht.
Niemand ist gezwungen, diese Arbeit zu machen.

Obwohl ich mir schon mal überlegt hatte, mich zu bewerben ...
Am besten bei der größten Drecksbude anfangen und die dementsprechend trägen LAN dort dermaßen zu piesacken, daß selbst die sich wehren.
Dann mit dem entsprechend geilen Zeugnis zur nächsten ZAF und denen eine Wagenladung arbeitsloser Juristen als Kehrmännchen in EG9 einstellen, bis die Schwarte kracht.
Das Ganze dann so lange durchziehen, bis mein Foto mit dem Vermerk "Ja nicht einstellen!" bei allen Verbänden und ZAF aushängt ...

Danach kann man dann auch wohlbegründet bei der Arbeitsagentur verlangen, daß die mal schön den Haken bei den Branchen "Vermittlungsgutscheinabzocker" und "Menschenhändler" wegmachen können, weil man da persona non grata auf Lebenszeit ist.

Umgesetzt habe ich leider nur den letzten Punkt davon :lol:

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 23.07.2015, 09:33 
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Registriert: 24.07.2013, 19:10
Beiträge: 720
Ich bepisse mich vor Lachen gleich. Deine Texte sind immer so spannend :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Personaldisponent
BeitragVerfasst: 05.08.2015, 13:11 
Offline

Registriert: 26.05.2013, 22:34
Beiträge: 911
Zitat:
Weil es die gelernte Bäckereiverkäuferin, die als Personaldisponentin arbeitet, einfach nie gelernt hat! Die hat nie gelernt zu kalkulieren, die hat keinen blassen von Arbeitsrecht und sie meint wunder was sie ist, weil sie als Bäckereiverkäuferin hier über Wohl und Wehe anderer entscheiden darf. Das klingt lächerlich, habe ich aber während meiner Tätigkeit selbst erlebt, und nicht nur einmal.


..Gut die "Branche" hat mit dem PDK versucht, mehr Qualität hineinzubekommen.. Allerdings sollten solche Gestalten noch einige Zeit anzutreffen sein...

Der Regulierung der ZaF durch die Rot-Grüne Regierung in 2003 sei Dank, als dieses Geschäftsfeld durch die Verstümmelung des AÜG zur Goldgrube wurde :cry:

Zitat:
Ohne dabei zu merken, dass auch das weiße Schaaf immer noch ein Schaaf ist.

Exakt!


Zitat:
Nicht nur die Zeitarbeiter versauen sich durch Zeitarbeit ihren Lebenslauf...


Sehr gut zu wissen :-D

Zitat:
Dazu 1 Woche für Fortbildung, die die Mitarbeiter zwar in den seltensten Fällen bekommen, die aber jeder Kunde bezahlt


ich kann jedem LAN raten, Bildungsurlaub zu nehmen, ab dem 7. Monat. (Gilt leider nicht für Bayern, Ba-Wü, Sachsen und Thüringen)

_________________
...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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