ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 09.05.2012, 16:02 
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Moderne Dienstleistung am Arbeitsmarkt, aus der Sicht einer Arbeitskraft.


Es wird viel geschrieben und gesagt, Zeitarbeit, der Jobmotor, das Wirtschaftswunderkind, die heilige Kuh. Doch wie sieht die ganze Sache aus wenn man sie vom Standpunkt eines Leiharbeitnehmers aus betrachtet, ehrlich, und vor allem subjektiv. Sozusagen lassen wir mal die Stammtischparolen beiseite. Es gibt sie die Berichte, das dass doch nicht so fair oder lustig ist wie man uns gerne erzählt. Die Wahrheit wird gern einmal etwas gebügelt, so das es nicht mehr so knittrig wirkt, doch die Falten sind da. Falten die immer tiefer werden, ob gewollt oder eben nur als Kollateralschaden sei mal dahingestellt.

Es Lebe die Globalisierung
Wie rutscht man in das Dilemma, ganz einfach. Es hätte alles so schön sein können. Nur kam mir die Globalisierung und der unbedingte Wille die große Kohle zu machen dazwischen. Oder wie es so realitätsfern beschrieben wird „ Die Arbeitskosten sind in Deutschland viel zu hoch“ dazwischen.Im zarten Alter von 19 Jahren begann ich bei einer sehr renomierten Textilfirma meinen Arbeitsweg. 20 Jahre habe ich diese Firma durch Erfolg und Wachstum begleitet. Keine Frage ich arbeitete gern dort, die Kollegen waren super, der Chef einer von der alten Sorte, einer der sich ernsthaft um das Wohlergehen seiner Mitarbeiter sorgte. Nun ja aber auch dieser Chef war nicht ewig jung, so kam es wie es kommen musste, Der Nachwuchs durfte sich austoben. Das Dumme daran war nur dem Nachwuchs war es relativ egal wie es den Mitarbeitern erging, hauptsache der Rubel rollte. Es gab immer mal wieder neue Geschäftspartner, Die blieben leider nur nicht lange, aber lange genug um einen Teil der Firma als Bon Bon mitzunehmen beim Abschied. Irgendwann rollte der Rubel nicht mehr ausreichend, also musste eine Lösung her. Lösung ist ein gutes Stichwort, die Antwort lautet Senkung der Personalkosten. Und wie senkt man diese möglichst effektiv. Richtig man sucht sich einfach Billiglöhne aus anderen Ländern, karrt den Maschinenpark dorthin und freut sich das ein solches Vorgehen auch noch als Investition von der Steuer absetzbar ist. Die Firmenleitung freute sich, das Finanzamt freute sich vermutlich weniger. Den die Investitionen kamen ja keinem hierzulande zu Gute, nein in Mexiko, Portugal oder Rumänien freuten sich die Finanzämter, blieb dort ja doch einiges Hängen. Und irgendwann war ich wie so viele Kollegen überflüssig, mein Arbeitsplatz wurde verlagert. Und ich ausgelagert, oder eben betriebsbedingt gekündigt. Damit war es allerdings auch nicht genug, Durch meine langjährige Betriebszugehörigkeit hatte ich eine relativ lange Kündigungsfrist und leider war mein angestammter Arbeitsplatz ja nun auf dem Weg nach Mexiko. Dumm gelaufen, was macht man wenn eigentlich kein Platz mehr da ist. Richtig die Firma ist groß und ich hatte jeden Tag ein Überraschungsei zu knacken. Spiel, Spaß und Spannung, jeden Tag ein anderer Arbeitsplatz, quer durch den Betrieb. Das gab mir den Rest, die Kündigung, na ja man muss damit leben, aber dieses Heute da und Morgen da, Übermorgen ????? machte mir psychisch so zu schaffen das mein Körper einfach streikte und mir sagte Hier ist die Grenze der Belastbarkeit. Mein Arzt zog mich einfach aus dem Verkehr, runter von der Hoppingautobahn. Nach 6 Monaten saß ich dann zuhause, deprimiert, überflüssig.
Ein tiefes Loch tat sich auf vor mir,
Die Tage waren erst mal ganz nett, Urlaub ( das Gehirn braucht ja etwas um zu realisieren das dieser „Urlaub“ etwas länger dauert) Ich war 39, eigentlich im besten Alter, sollte man denken, aber eben für den Arbeitsmarkt viel zu alt. Das ich die vergangenen Jahre fleißig, pünktlich und schnell war hat keinen wirklich hinter dem Ofen vor gelockt. Ich schrieb hunderte von Bewerbungen, aber alles was bestenfalls zurückkam waren Absagen. Ich zweifelte immer mehr an meinem Wert in dieser Leistungsgesellschaft. Ich war ja nicht produktiv, arbeitete nicht. Irgendwann war die Wohnung auf Hochglanz poliert, alle Schränke aufgeräumt. Jeder Tag war gleich es gab keine Höhepunkte, keine Ereignisse, bis auf die netten Gespräche mit meinem Arbeitsvermittler im Arbeitsamt. Einem jungen Schnösel, der kaum trocken hinter den Ohren war. Einem Menschen der seine Machtspielchen voll auslebte. Vermutlich hatte er zuhause nichts zu sagen. Also bekam ich einen Kurs aufs Auge gedrückt. „Lagerwirtschaft mit Stablerschein“ Dauer 6 Monate. Endlich wieder Struktur im Alltag, Damit ich das Aufstehen wieder lerne. Solche Bemerkungen musste ich mir anhören, ich war und bin Mutter da steht man von alleine morgens auf. Der Kursleiter war sehr nett, und der Rest der Truppe, na, ja quer Beet, vom Lebenskünstler bis zur nur russisch sprechenden Hausfrau war so ziemlich alles vertreten. Uns wurden Lagerverwaltungsprogramme beigebracht, die wichtigsten Begriff erklärt, eben der Ablauf in einem Lager. Im Rahmen dieses Kurses durften wir auch zwei, jeweils vier Wochen dauernde Praktika erleben. Meine Wahl fiel auf eine renommierte Firma in einem bekannten Kurort. Die Arbeit an sich war recht einfach, eben Lager und Versand. Auch die Motivationsversprechen hörten sich sehr gut an. „Ja eine Anstellung in unserer Firma liegt durchaus im Bereich des Möglichen“ „ Sie sind sehr motiviert und immer zur Stelle“ Klasse Einstellung“.
Meine Hoffnungen wuchsen in den Himmel der geregelten Festanstellung. Und stürzten ins Bodenlose als sich nach acht Wochen Praktikum dummerweise herausstellte das ich ja eine Frau bin. Wo hatte der Mann nur die ganze Zeit seine Brille???? Tief enttäuscht saß ich wieder zuhause, Zwar nun mit der Fahrerlaubnis für Flurförderfahrzeuge und Grundkenntnissen im Lager. Nur anfangen konnte ich damit recht wenig.
Vor der Agentur für Arbeit ( damals noch Arbeitsamt) bekam ich nette Vermittlungsvorschläge, bei Baufirmen zum Lager aufräumen. Der zuständige Personalchef bekam nen Lachanfall als ich dort vorstellig wurde „ Sie wollen Zementsäcke schleppen? Wer hat sie geschickt? Wie blöd sind diese Sachbearbeiter denn?“ Nun ja letztere Frage konnte ich Ihm auch nicht beantworten.
Nach zwei Monaten mehr oder weniger erfolglosen Suche nach einem neuen Tätigkeitsfeld entschloss ich mich eine Ausbildung in Angriff zu nehmen. Die Begeisterung über meinen Entschluss hielt sich bei meinem Freund Sachbearbeiter sehr in Grenzen, ich sei ja schon zu alt und nochmal 3 Jahre lernen, ob ich denn sicher bin das ich das schaffe. Examen sei doch sehr anspruchsvoll“
Ich war mir sicher und ich wollte lernen, ich war wissbegierig. Die Aufnahme in der Fachschule war dann nur eine Formsache. Und nach drei Jahren hatte ich das Examen in der Tasche. Aber eben immer noch keinen Job. Angebote ja die hatte ich schon aber eben leider war ich keine Sozialpädagogin, das hätte die Sache wesentlich vereinfacht.
Ich hatte nun drei fundierte Ausbildungen, ein paar Zusatzqualifikationen aber wirklich weitergebracht hat mich das nicht.

Durststrecke und ARGE
Dann kam der Peter, der Peter Hartz und versprach uns arbeitslosen Menschen eine wundervolle Zukunft. Zumindest dachte der das es wundervoll werden würde. „ Heute ist ein glücklicher Tag für alle Arbeitslosen“ so seine Worte.
Heute frage ich mich wenn der das unter Glücklich versteht möchte ich seine Definition für Unglücklich gar nicht wissen.
Allein diese Anträge, 12 Seiten Beamtendeutsch, unzählige Formulare und Bestätigungen die man einreichen musste, für Sage und Schreibe etwas mehr als 500€ zumindest bekam ich die als Single mit Kind, denn mein Sohn hatte ja nen eigenen Anspruch. Es reichte Hinten und vorne nur für die aller nötigsten Dinge.
Aber diese Zeit hatte auch gute Seiten, ich arbeitete ehrenamtlich als Pressesprecher und Beraterin bei einem bundesweiten Portal für Betroffene der ach so gepriesenen Hartz 4 Reform, ( oder auch Agende 2010 genannt) Ja es hat mir Spaß gemacht anderen Betroffenen zur Seite zu stehen. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit. Eines aber lernte ich ganz sicher , Jonglieren mit den minimalen finanziellen Mitteln die ein Harztler so hat. Und da ich ja von der Allgemeinheit teilweise als arbeitsscheu, dumm, alkoholabhängig und wer weiß was betitelt wurde war ich heilfroh als ich eine nette Zuweisung von der Agentur für Arbeit bekam. Zeitarbeit war das Zauberwort. Zur damaligen Zeit konnte ich mir darunter nichts vorstellen und das war auch gut so, denn ich wäre vermutlich schreiend davon gerannt wenn ich im entferntesten geahnt hätte das ich nun vom Menschen dritter Klasse zum Arbeiter 2 ter Klasse, zum Kuli würde. Ohne nennenswerte Recht aber mit einem LKW voll Pflichten.
Jipi, Ich hab Arbeit??
Wie gesagt ich bekam Arbeit. Dankbar war ich ohne Ende endlich den Klauen des AA zu entfliehen. Endlich wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben. Eben ein nützliches Mitglied dieser Leistungsgesellschaft sein zu dürfen. Meine Zeitarbeiterkarriere begann ganz harmlos. Endlich wieder ein Job. Eigenes Geld verdienen, keine Almosen vom Amt. Mit Motivation ging ich ans Werk. Wechselnde Einsätze, wechselnde Arbeitskollegen ( ne falsch, wechselnde Stammbelegschaft) Immer neue Menschen, aber der Großteil hatte eins gemeinsam, die Ansicht das Leiharbeiter eines sind, dumm, faul, frech, meist Alkis ach eben Menschen die eh nirgends anders nen Job bekommen. Schon mal auf Grund der niedrigen Intelligenz der mangelnden Bildung.
Leider hatte im Wahn meiner vollen Motivation total vergessen das ich ja ein Hartzler war der erst wieder das Arbeiten lernen sollte und dafür das mir das wieder beigebracht wurde bekam die Zaf auch einen netten Zuschuss vom AA. Dieser war natürlich begrenzt, auf 11 Monate, lange genug um mich in Sicherheit zu wiegen aber nicht lange genug um wieder unabhängig zu werden. Aber ich war ein braves Mädchen und war fleißig, pünktlich, schnell. Lernte auch fix. Eben der perfekte Zeitarbeiter. Also gabs nen neuen Vertrag, zwar war das wieder eine neue Firma aber eben doch nicht so neu. Der Firmenname war ein andere, aber die Leute die mich „betreuten“ blieben die gleichen. Man wird nicht jünger und desshalb musste ich mich leider operieren lassen, an beiden Händen, nix schlimmes aber eben doch schlimm ich war ja Krank, kostete Geld und brachte keins ein. Also wurde dieser schöne neue Vertrag ( befristet, was sonst) eben einfach nicht verlängert
Irgendwie vertraute ich meinem Bauchgefühl meldete mich nicht mal Arbeitssuchend.
Fliegender Wechsel
Und ich hatte das was ich damals als großes Glück empfand. Sofort wieder nen neuen Job. Auch hier war ich fleißig, lernwillig, taff, konnte mit Menschen umgehen. Kurz ich lernte die Materie auch aus dem Blickwinkel der Geschäftsleitung kennen. Mein Fazit „ du musst ein Schwein sein ansonsten kommst nicht hoch, oder aber du fällst tief.
Da die Firma zu den wenigen gehört die eben ein offenes Ohr für die Belange der Mitarbeiter hatte, die auf Probleme einging, versuchte passende Lösungen zu finden kam was kommen musste, die Pleite. Menschlichkeit macht arm. Nach 1 Jahr Überlebenskampf strich die Geschäftsleitung die Segel und ich stand wieder vor dem Aus. Auch verzweifelte Aktionen brachten keinen Ausweg aus der Misere, nein, im Gegenteil diese Aktion wurde mir durch nette Kollegen als Messer in den Rücken gestoßen, Ja die Welt ist schlecht, ich auch.

Neue Besen kehren gut
Wir wurden „verkauft“ und gleich mal zurechtgestutzt, Es gibt keine Verhandlungen, es gibt kein selbständiges Denken mehr, ihr arbeitet und ich sage wann, wo und wie. Basta. Leider, oder eben weil ich so bin machte ich hier gleich am ersten Tag einen Fehler, ich fragte nach Schichtzuschlägen, Verpflegungszuschüsse, Fahrtkosten, eben alles was es so geben könnte. Pustekuchen, damit hatte ich mich geoutete, ich war mit der Gesetzeslage bestens vertraut und würde mich nicht so einfach veräppeln lassen. Das war ein Nagel zu meinem Sarg in dieser schönen neuen Zeitarbeitsfirma. Ich wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit nieder gemacht, diszipliniert. Mir wurden im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern dieser netten Zeitarbeitsfirma, schon grundsätzliche Dinge verweigert.z..B. angemessene Schutzkleidung, oder Urlaub zu lange vorher beantragten Zeiten. Die Liste ist ellenlang. Nach einigen Krankheitsbedingten Fehltagen wurde ich netterweise darauf hingewiesen das bei nochmaligen krank-sein eine Reaktion erfolgen würde. Ich glaube nicht das ich Genesungswünsche und Pralinees bekommen hätte. Hier war ich kein Mensch mehr, sondern eine Ware, die fehlerfrei zu funktionieren hatte. Denken, nein bloß nicht, Gehirn , falls entgegen der gängigen Einstufung von Leiharbeitern, doch vorhanden war nicht gefragt, bzw. sogar kontraproduktiv. Denn wer denken konnte war in der Lage komische Zusammenhänge vielleicht doch miteinander zu verknüpfen. Kurz gesagt meine Wenigkeit wurde für Ver- und Entleiher immer unberechenbarer und somit schnellstens zum Abmelden vorgesehen.

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BeitragVerfasst: 09.05.2012, 19:05 
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Moin zusammen,

sehr gut geschriebner Beitrag. Vor allem kommt einem alles so vertraut vor...

Dies sollten sich alle jene mal durchlesen und vor allem auch versuchen zu verstehen die hier immer wieder ein Loblied auf die Zeitarbeit singen.

Ich bin mir ziemlich sicher das viele von uns den selben oder zumindest einen ähnlichen Weg in diese Misere genommen haben, was noch viel schlimmer ist das die Ausgänge daraus relativ schwer zu finden sind bzw. zu meist so fest verschlossen sind das ausser Hoffnug und Galgenhumor nicht mehr viel überig bleibt von motivierten Menschen.

Und eines ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig, wir sind keine Sache oder kein Ding, obwohl unsere Leistungen in vielen Firmen aus dem Fond Sachleistungen abgerechnet werden.

Wir sind nichts arbeitsfaul, dumm oder gar asozial was auch so manch Spitzenpolitiker gern in der Öffentlichkeit verlauten läßt. Erinnert sei hier an die Aufforderung eines Altbundeskanzlers an einen Arbeitslosen er solle sich erst einmal waschen und rasieren und saubere Kleidung tragen und schon wäre eine Festanstellung ganz sicher.

Und nein wir sind auch nicht der Bodensatz der Arbeitnehmer, wie es ein Vertreter der Zeitarbeitsbranche sogar öffentlich geäußert hat, unfaßbar das ihn für diese Frechheit keiner aus diesem sogenannten Bodensatz die richtige Antwort serviert hat. Welche da die Richtige gewesen wäre überlasse ich jedem seiner Phantasie sonst schreit hier gleich wieder einer ich würde zu Straftaten auf rufen...

Nein wir sind Menschen und fordern ganz einfach auch als solche behandelt zu werden.

Dabei rede ich nicht nur von der absolut notwendigen Reform der Bezahlung. Sondern ich meine auch den Umgang welche zum einen die Zeitarbeitsfirmen mit ihren Mitarbeitern pflegen,die ist bei vielen absolut unakzeptabel. Im selben Atemzug ist auch das Verhalten von so manchem Festangestellten uns gegenüber als total Respektlos an zu prangern.

Zum einem fragt man sich mit welchem Recht, zum anderen sollte jedem mittlerweile klar sein wie schnell er selbst in die gleiche Lage gelangen kann und erst dann merkt so mancher wie geschmacklos auch die noch so kleinste Bemerkung manchmal wirken kann.

Dafür darf man dann auch gern mal ein Dank an unsere große Tageszeitung mit den vier Buchstaben aussprechen. Denn wenn es einer in den letzten Jahren geschafft hat uns Menschen in der Zeitarbeit so derart zu diffamieren und uns unverblümt zu beleidigen dann wohl dieses Drecksblatt.

Das Traurige daran ist nicht nur die ständig wachsende Leserschaft dieser Postille sondern das noch soviele diesen Dreck glauben.

Die welche mich kennen, merken das ich mich schon wieder unwahrscheinlich aufrege und ich verspreche hiermit auch das ich mich immer wieder um Sachlichkeit bemühe.

Doch gibt es eben Sachen und Meinungen auf dieser Welt wo ich mich immer aufregen werde und auch in Zukunft werde ich bei Zustände welche Scheiße sind auch weiter sagen das sie Scheiße sind.

Wenn auch Fekalsprache ansonsten nicht zu meinem Umgangston gehört, da dürft ihr gern meine vier Kinder fragen, aber mich beschleicht das Gefühl das es anders viele nicht begreifen bzw. verstehen.

Deshalb auch hier zum wiederholtenmale an all jene die Zeitarbeit als gute Erfindung oder um in ihrer Sprache zu bleiben als gutes Instrument des Arbeitsmarktes bezeichnen. Nein dem ist nicht so sondern es geht nur darum um sich auf Kosten der Zeitarbeitnehmer zu bereichern und da meine ich definitiv beide Seiten Verleiher und ebenso Entleiher.

Wer etwas anderes erzählt oder behauptet ist endweder selbst einer die an uns verdienen oder aber er ist einer derer die für diese miesen Gesetze verantwortlich sind. Also ein korrupter Politiker.

Denn anders kann ich mir nicht erklären das ein "Volksvertreter" nichts anderes sollten ja eigentlich Politiker sein, diesen Gesetzen zustimmen konnte. Aber da greift wohl wieder das alte deutsche Sprichwort: Wer die Musik bezahlt der bestimt was gespielt wird.

In diesem Sinne grüßt euch wie immer aus dem hohen Norden dieser verkommenen Republik einer von vielen

PS Ja die Gewerkschaften habe ich bei meinem Rundumschlag heute mal nicht nicht beschimpft obwohl sie es genauso verdient hätten,doch ich beschäftige mich eher mit Menschen die etwas verändern könnten wenn sie natürlich nur wollten (gesezlicher Zwang wäre ja auch eine Möglichkeit) als mit Personen oder Instutitionen welche zwar viel heiße Luft produzieren aber in Wirklichkeit nur Marionetten sind wobei die Puppenspieler immer schön im Dunkeln bleiben....


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BeitragVerfasst: 10.05.2012, 07:19 
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Ich glaubte lange an Gerechtigkeit, an den Grundsatz "Gleiches Recht für Alle". Aber in den letzten Monaten musste ich mich belehren lassen, Gleich ist nicht Gleich, es gibt Gleich und eben Gleicher.
Und auch hier sind alle beteiligt. Das mag vielleicht an den Menschen liegen die gewisse Ämter oder eben "Jobs" haben. Kann sein. Ich sehe allerdings Methode in diesem Vorgehen.
Da werden Verträge gebrochen ( man möge mir meine Vorstellung verzeihen was ich unter einem gebrochenem Vertrag verstehe) Da wird Vertrauen mit Füßen getreten. Da werden Versprechen gegeben nur unter gewissen Bedingungen. Da werden Betroffene unter Androhung des Entzugs der Lebensgrundlage zum Verzicht auf ihre Rechte aufgefordert, Da werden Mensche wie Vieh auf dem Altar des Wachstums geopfert.Und keiner unternimmt etwas, nein es wird einfach weggesehen oder eben zugesehen. Als Entschuldigung " ja was sollen wir den machen???"
Kurz seit ca. 10 Jahren sehe ich immer mehr das Werte verkommen oder verkauft werden.
In meiner Ausbildung lernte ich mit den Menschen zu arbeiten, nichts zu fordern was ich nicht selbst auch bereit war zu tun. Das wird mir heute als Revoluzertum ausgelegt. Mir wurde vorgeworfen das ich immer auf Nummer Sicher geh, ja was soll ich den sonst machen, Vertrauen ist fehl am Platz. Alles was ich "nur" Glaube kann ich niemals beweisen oder eben fordern.
Es mag vielleicht etwas weltfremd klingen, aber ich habe Werte, dazu gehören Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Loyalität, Hilfsbereitschaft. Empathie und Menschlichkeit. Es sind Werte die leider nichts mehr wert sind. SIe machen mich zu einem Relikt aus grauer Vorzeit, oder aber genau diese Werte bedeuten die Zukunft, Jeder mag das selbst entscheiden

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BeitragVerfasst: 10.05.2012, 09:53 
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Lange war ich relativ sicher. Ich war fleißig, bemühte mich nicht zu denken. Aber das ist etwas was mir gehörig gegen die Natur geht. Einer Löwin kann man auch Möhren füttern aber wirklich gesund ist das nicht, Irgendwann kam was kommen musste Ich wurde zu einem dieser netten Gespräche zitiert.
Ja, leider haben wir im Moment zu wenig Arbeit es geht nicht anders wir müssen Arbeiter abmelden. Nein wir werden euch wieder anfordern.
Mir war in diesem Moment vollkommen klar „Das bedeutet nicht anderes als eine sofortige Kündigung. Alles was ich mir erarbeitet hatte weg. Von einem Moment auf den anderen.
Ich konnte nicht anders ich sagte das klipp und klar. Meine Bedenken und Befürchtungen wurden mit der Bemerkung beiseite gewischt „ So schlimm wird’s schon nicht werden, aber die Augen meines Gegenübers sagten etwas anderen. Dieser Mensch hatte keinerlei Vorstellung was eine Kündigung für einen Leiharbeiter bedeutet, Man fällt unendlich tief, die Verzweiflung ist grenzenlos, denn das Monster Hartz 4 schlägt unerbittlich zu. Es knüppelt dich nieder oder aber was noch viel schlimmer ist es ignoriert dich vollkommen, Dich gibt’s gar nicht.

Um zu vertehen was diese Kündigung für mich bedeutete braucht es etwas mehr als die Tatsache das es eben eine Kündigung ist.
Zu diesem Zeitpunkt meinten die Arbeitgeber meines Liebsten die Glauben wechseln zu müssen. Sie wechselten vom Glauben des Zahlenden Arbeitgebers zur Seite, „ Was zahlen soll ich auch noch dafür das ihr arbeiten DÜRFT“ Zwei Monatslöhne fehlten zu dem Zeitpunkt schon.
Und nun noch meine Kündigung. Ich hatte eins, Panik, konnte nicht mehr klar denken, sah mich unter der nächsten Brücke pennen, ohne Essen, ohne Perspektive, am Ende ausgemustert.

Das nette Gespräch mit dem AA bracht mein Weltbild entgültig zu Fall, ja ihre Kündigungsfrist ist aber nicht korrekt, da kann es passieren das sie für 2 Wochen kein ALG bekommen.
Das einzige das ich hörte kein Arbeitslosengeld, 2 Wochen ohne Geld, hallo ich lebte schon 4 Monate ohne Geld. Alles in mir bäumte sich auf, und aus Panik wurde unbändige Wut.
Nein, jetzt reichts, das kann doch nicht sein das man sich nicht wehren kann und darf.

Mein einziger Ausweg die drohende Sperrzeit zu umgehen war eine fristgerechte Klage.

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