ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 21.05.2011, 14:12 
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Thomas Altmann hat geschrieben:
In 9 (neun) Jahren wird der Lohn in der E1 von 6,85 Euro auf dann 8,19 Euro gestiegen sein. Macht 19,56% Steigerung, mithin 2,17% jährliche Lohnsteigerung. Würde ich für mich selbst sofort so unterschreiben!
link

Thomas Altmann, immerhin Niederlassungsleiter bei der Hoffmann Personaldienstleistungsgruppe, bezeichnet einen Tariflohn für Leiharbeiter i.H.v. 8,19 Euro im Jahr 2012 als Beispiel einer gerechten und gelungenen Tarifpolitik in der Zeitarbeitsbranche.

Das muss er so sagen.

Richtig traurig wird es allerdings, wenn man die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sieht, die ein Bewerber mitbringen muss um Niederlassungleiter bei einer größeren deutschen Zeitarbeitsfirma zu werden. Da werden mal salopp 19,56% durch neun Jahre dividiert um auf die gesuchte jährliche Lohnsteigerung zu kommen. Nach Zinseszinsrechnung (Grundschule) wären wir bei 2,17% jährlicher Lohnsteigerung in 2012 grobüberschlagen bei 8,32 Euro Stundenlohn in der E1/IGZ, Herr Altmann. Da gibt es aber auch Formeln mit denen man das ganz genau ausrechnen kann.

Fortbildung tut dringend not!

PS: Wurden die Tickets für das Pokalfinale heute in Berlin von Hoffmann oder einem guten Kunden spendiert? Dürfen auch besonders verdienstvolle Hoffman-Leiharbeiter mit ins Stadion?

_________________
"Wir rekrutieren am Bodensatz des Arbeitsmarkts" (Thomas Bäumer, CEO TUJA & Adecco / Tarifverhandlungsführer VGZ / BDA (Die nehmen aber auch wirklich jeden!) usw.)


Zuletzt geändert von hilde am 31.03.2013, 22:21, insgesamt 10-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 12:20 
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Zitat:
Thomas Altmann, immerhin Niederlassungsleiter bei der Hoffmann Personaldienstleistungsgruppe, bezeichnet einen Tariflohn für Leiharbeiter i.H.v. 8,19 Euro im Jahr 2012 als Beispiel einer gerechten und gelungenen Tarifpolitik in der Zeitarbeitsbranche.

Das ist eine Unterstellung und das habe ich mit keinem Wort so gesagt oder gemeint! Es handelt sich bei dem Zitat um eine Replik auf Karla, der nur eine Lohnsteigerung in der E1 (iGZ) auf € 7,79 nannte. Mir kam es vielmehr auf den Unterschied zu den Facharbeitern/Handwerksgesellen an. Hier wurden die Löhne nämlich tatsächlich in den letzten Jahren nicht erhöht (sondern dank Ver.di vermindert!!!). Insofern hätten Sie mich - bitte schön! - auch gerne zu Ende zitieren dürfen, um nicht den falschen Eindruck, den Sie hier vermitteln, entstehen zu lassen: "Ausdruck gescheiterter Tarifpolitik ist vielmehr die Herabstufung der Facharbeiterlöhne durch die von den Gewerkschaften geforderte Übernahme des BZA-Tarifwerks. So, Herr Fortenbacher, wird erst ein Schuh daraus! Den iGZ-Mitgliedsunternehmen bzw. dem Verband das jetzt um die Ohren zu hauen, ist schon recht dreist."
Klingt schon ganz anders, nicht wahr?!?

Zitat:
Das muss er so sagen.

Nein, das muss ich überhaupt nicht! Ich habe in meiner Niederlassung drei Helfer beschäftigt. Die Stundenlöhne liegen zwischen € 8,30 und € 10,00.

Zitat:
Richtig traurig wird es allerdings, wenn man die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sieht, die ein Bewerber mitbringen muss um Niederlassungleiter bei einer größeren deutschen Zeitarbeitsfirma zu werden. Da werden mal salopp 19,56% durch neun Jahre dividiert um auf die gesuchte jährliche Lohnsteigerung zu kommen. Nach Zinseszinsrechnung (Grundschule) wären wir bei 2,17% jährlicher Lohnsteigerung in 2012 grobüberschlagen bei 8,32 Euro Stundenlohn in der E1/IGZ, Herr Altmann. Da gibt es aber auch Formeln mit denen man das ganz genau ausrechnen kann.

Sie haben Recht! Ob am Ende aber eine 2,03, eine 2,17 oder eine 2,43 steht, macht den Braten nicht fett und ist auch nicht der Punkt. Noch einmal: Mir geht es um den Vergleich zu den Facharbeitern/Handwerksgesellen.

Zitat:
PS: Wurden die Tickets für das Pokalfinale heute in Berlin von Hoffmann oder einem guten Kunden spendiert? Dürfen auch besonders verdienstvolle Hoffman-Leiharbeiter mit ins Stadion?

Rieche ich da Vorurteile? Weder noch! Die Tour nach Berlin war reine Privatsache. Und hätte ich dort ArbeitskollegInnen getroffen, hätten wir selbstverständlich gemeinsam gefeiert. Und hätte ich einen weiteren Tag zur freien Verfügung gehabt, hätte ich schlossermicha angerufen. Das ist nämlich seit längerem vereinbart und lange fällig.

Ich bitte Sie und rate Ihnen auch, von Vorurteilen abzusehen um zur Sachlichkeit zurück zu finden.


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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 16:24 
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Ich glaube Schlossermicha hätte bestimmt den Telefonhörer nicht abgenommen.
So hätte ich es gemacht..würde mir doch nicht den Tag versauen lassen :mrgreen:

_________________
Leute klaut Kohlen wer weiss was noch kommt !


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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 16:45 
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Walsimöt hat geschrieben:
Die Tour nach Berlin war reine Privatsache. Und hätte ich dort ArbeitskollegInnen getroffen, hätten wir selbstverständlich gemeinsam gefeiert.

Saache mal Walsimöt, was gab es denn da für einen Duisburger zu feiern? Trägst du womöglich gut versteckt unter deinem Anzug ein königsblaues Trikot?
:lol: :lol: :lol:

SCNR

Viele Grüße

D.F.


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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 17:15 
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Zitat:
Saache mal Walsimöt, was gab es denn da für einen Duisburger zu feiern? Trägst du womöglich gut versteckt unter deinem Anzug ein königsblaues Trikot?
:lol: :lol: :lol:

Hi D.F, willst Du mich ärgern? Grrrr....! ;-)

Anzug? Zebra-Trikot + Schal! Also nix is mit königsblauem Trikot drunter, aber man muss ja uch jönne könne!

Und wer als Zweitligist, dem auch noch die besten Spieler verletzt fehlen, gegen die Rauls, Neuers und Huntelaars dieser Welt von Beginn an mit zwei Vierer-Abwehrketten spielt und so also ein 0:0 über die Zeit retten will, dem geschieht so eine Klatsche nicht ganz zu Unrecht.

Abgesehen davon war natürlich der Rasen totale Grotte und der Schiri war blind. Das Schalker Tor war kleiner und überhaupt, der DFB und so... Heul!

Trotzdem ein tolles Erlebnis!


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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 17:55 
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Walsimöt hat geschrieben:
Anzug? Zebra-Trikot + Schal!

Oha, ein treues Zebra. Als Fan eines "kleinen" Vereins hat man es nicht leicht, aber man trägt es mit Fassung. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Zitat:
Trotzdem ein tolles Erlebnis!

Ging mir 2006 auch so, als Frankfurt 0:1 gegen die Bayern verloren hat. Frustrierend war nur die Rückfahrt: Miese Stimmung im Auto, das Navi erzählt was von 500 km to go. :twisted:

Aber ganz klar: Wenn man für so ein Spiel eine Karte abstauben kann (egal wie), dann sofort zupacken und nix wie hin.

Ein bisschen üben müssen wir noch die Schiedsrichterbeschimpfung. Ich schrieb damals in einem anderen Forum über den Schiri (es war kurz vor der WM):

Zitat:
War als zweiter deutscher Schiri im Gespräch, ist aber durchgefallen. Eine weise Entscheidung der FIFA. Gestern hat wohl jeder gesehen, dass bei dem Mann kein Besuch beim Optiker mehr helfen kann, notwendig sind ein weißer Stock und ein treuer Hund. Dann doch lieber ein Pfeifer aus Burundi, von den Malediven oder aus Papua-Neuguinea, schlechter kann er nicht pfeifen.

So wird richtig nachgetreten!

:lol:

Viele Grüße

D.F.


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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 22:42 
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Walsimöt hat geschrieben:
Insofern hätten Sie mich - bitte schön! - auch gerne zu Ende zitieren dürfen, um nicht den falschen Eindruck, den Sie hier vermitteln, entstehen zu lassen

Wird gemacht, Herr Kollege.


Rainer Moitz hat geschrieben:
Warum lassen die Gewerkschaften in ihrer Öffentlichkeitsarbeit völlig fallen, dass seit dem Abschluss von Flächentarifverträgen 2003 das Lohnniveau in der Zeitarbeit gerade in den unteren Lohngruppen kräftig und kontinuierlich gestiegen ist? Sie sagen selbst, dass der Streit ums Geld ausgetragen werden muss. Warum sich also nicht auch zu den Erfolgen bekennen?

Karl Fortenbacher (Antwort auf Rainer Moitz) hat geschrieben:
In 8 (acht) Jahren stieg der Lohn in der E1 von von 6,85 Euro auf 7,79 Euro.
Das ist kein Erfolg sondern Ausdruck gescheiterter Tarifpolitik. (Und im Facharbeiterbereich
ist die Anrechnung von übertariflichen Zuschlägen beim angeblichen heutigen
Facharbeitermangel geübte Realität).

Thomas Altmann (Antwort auf Karl Fortenbacher) hat geschrieben:
In 9 (neun) Jahren wird der Lohn in der E1 von 6,85 Euro auf dann 8,19 Euro gestiegen sein. Macht 19,56% Steigerung, mithin 2,17% jährliche Lohnsteigerung. Würde ich für mich selbst sofort so unterschreiben!
Ausdruck gescheiterter Tarifpolitik ist vielmehr die Herabstufung der Facharbeiterlöhne durch die von den Gewerkschaften geforderte Übernahme des BZA-Tarifwerks. So, Herr Fortenbacher, wird erst ein Schuh daraus! Den iGZ-Mitgliedsunternehmen bzw. dem Verband das jetzt um die Ohren zu hauen, ist schon recht dreist.
link


Walsimöt hat geschrieben:
Klingt schon ganz anders, nicht wahr?!?

Äh, nein Herr Kollege - nicht wirklich.


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 08:22 
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Liebe Kollegin,
wo habe ich denn nun "einen Tariflohn für Leiharbeiter i.H.v. 8,19 Euro im Jahr 2012 als Beispiel einer gerechten und gelungenen Tarifpolitik in der Zeitarbeitsbranche" bezeichnet?

Noch einmal der Deutlichkeit halber: Auch wenn die 2,17% als Zahl mathematisch nicht richtig ist, so ist doch ein Lohnzuwachs in der E1 gegeben. Anders bei Facharbeitern und Handwerksgesellen. Hier lag der Stundenlohn (iGZ) vor vier Jahren bei € 10,35 während er heute bei € 10,16 liegt.

Insofern hat Herr Moitz recht wenn er fragt, "warum lassen die Gewerkschaften in ihrer Öffentlichkeitsarbeit völlig fallen, dass seit dem Abschluss von Flächentarifverträgen 2003 das Lohnniveau in der Zeitarbeit gerade in den unteren Lohngruppen kräftig und kontinuierlich gestiegen ist?" (wobei man über das "kräftig" streiten kann). Wenn Karla dann einen Betrag bis € 7,79 nennt, dann darf ich doch auf die tarifvertraglich vereinbarte Steigerung ab 11/2012 auf dann € 8,19 verweisen, oder? Herr Moitz schrieb ja schließlich von "kontinuierlicher" Steigerung.

Wir (Hoffmänner) beschäftigen zum überwiegenden Teil Facharbeiter und Handwerksgesellen. Ca. 50% aller ZeitarbeitnehmerInnen kommen aus diesem Bereich. Mir ist dieser Punkt daher sehr wichtig. Ich kann nach wie vor nicht verstehen, weshalb die Gewerkschaften in den letzten Tarifverhandlungen mit dem iGZ darauf gedrungen haben, die BZA Entgelt- und Entgeltgruppensystematik zu übernehmen. Wenn mir (wie gehabt) mit den Vorteilen eines vereinheitlichten Tarifwerks darauf geantwortet wird, dann entgegne ich, dass hier wohl falsche Prioritäten gesetzt wurden. Denn wenn es tatsächlich um die Vereinheitlichung des Tarifwerks gegangen ist, dann hat man von Gewerkschaftsseite den Fehler gemacht, den iGZ-TV an den des BZA anzupassen anstatt andersherum. Mich ärgert das vor allem deshalb, weil wir iGZ-Mitglieder von einer Lohnsteigerung von 2,5% - analog zum BZA - ausgegangen sind und bei ebendiesen Facharbeitern/Handwerksgesellen nun bei € 11,08 liegen würden anstatt bei € 10,16. Wären wir heute bei diesen € 11,08, hätten wir heute weniger Diskussionen um Lohndumping, denn € 11,08 sind ein Lohn, der in nicht-tarifizierten Betrieben heute nah an der Realität ist. Und haben Sie schon einmal Tarifverhandlungen erlebt, wo als Ergebnis eine Lohnminderung stand?

Ich fürchte nur, ich kann Ihnen erzählen was ich möchte; da ich pöser Zeitarbeitgeber bin, habe ich vermutlich per se Unrecht. Ich hoffe aber, dass Sie meine Verwunderung und meinen Ärger über diese de-facto-Lohnsenkung verstehen können.


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 08:31 
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Zitat:
Als Fan eines "kleinen" Vereins hat man es nicht leicht, aber man trägt es mit Fassung. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Genau, Bayern-Fan kann schließlich jeder!

Zitat:
Frustrierend war nur die Rückfahrt: Miese Stimmung im Auto, das Navi erzählt was von 500 km to go. :twisted:

9,5 Stunden hin; 8,5 Stunden zurück! Ich hab´ getz noch Kreuz! ;-)

Zitat:
Aber ganz klar: Wenn man für so ein Spiel eine Karte abstauben kann (egal wie), dann sofort zupacken und nix wie hin.

Außer ein Kunde würde einladen. Dann würde Hilde wieder meckern! ;-)

Zitat:
Ein bisschen üben müssen wir noch die Schiedsrichterbeschimpfung. ... So wird richtig nachgetreten!

Ok, davon kann ich mir noch ´ne Scheibe abschneiden...;-)

Eintracht-Fan? Dann geht Deine Leidenszeit ja jetzt erst richtig los...;-)


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 09:57 
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Walsimöt hat geschrieben:
Ich fürchte nur, ich kann Ihnen erzählen was ich möchte; da ich pöser Zeitarbeitgeber bin, habe ich vermutlich per se Unrecht. Ich hoffe aber, dass Sie meine Verwunderung und meinen Ärger über diese de-facto-Lohnsenkung verstehen können.

Herr Kollege, soweit ich weiß sind Sie auch nur Arbeitnehmer. Den Unsinn, der von den DGB-Gewerkschaften mit den Zeitarbeitstarifverträgen sowohl mit dem BZA als auch beim IGZ verzapft worden ist, kann und darf man nicht schönreden. Nur macht das in der Konsequenz den IGZ nicht zu einem saubereren, besseren oder gar faireren Verband, wie das von Ihnen immer so dargestellt wird. Ich habe auch nicht mitbekommen, dass sich der IGZ gegen die Lohnabsenkungen im Facharbeiterbereich gewehrt hat. Es ist schon recht dreist von Ihnen, den Gewerkschaften die alleinige Schuld für die gescheiterte Tarifpolitik in Ihrer Branche zuzuschieben.

Ach so, noch zu Ihrer lächerlich kindischen und aufgesetzt wirkenden Empörung zu dem Begriff "Sklavenmarkt". Das ist keine Verunglimpfung des DGB oder gar gegen Sie persönlich gerichtet gewesen, sondern geht zurück auf eine Gruppe von Leiharbeitern die in Freiburg ein gleichnamiges Theaterstück aufführten. Das Manuskript ist schon zwei oder drei Jahre alt und kann bei der IGM Freiburg angefordert werden. Ich werde Ihnen bei Gelegenheit eine Filmaufnahme des Stückes in die Niederlassung senden. Theater und Satire darf bekanntlich (fast) alles, es ist aber interessant zu sehen welche bellenden Hunde sich da auf den Schwanz getreten fühlen.

Ein sozialkompetenter Mensch in Ihrer beruflichen Position müßte sich doch eigentlich denken können, dass der DGB den Begriff "Sklavenmarkt" nicht offiziell verwenden würde. Es ist aber löblich, dass engagierte Leiharbeiter politisch unkorrekt agieren und damit einen Thomas Altmann auf die Palme bringen. Ziel erreicht!

Der Spiegel schreibt heute übrigens auch von "Sklaven" und meint Leiharbeiter. Dreckige Journalisten, nicht wahr?


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 11:34 
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Frau Kollegin,
Zitat:
Herr Kollege, soweit ich weiß sind Sie auch nur Arbeitnehmer.

Das „nur“ verbitte ich mir; Arbeitnehmer sind genau so Leistungsträger wie Arbeitgeber!
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit über 11 Jahren freiwillig pflichtversichert bin. Ich könnte mich längst privat versichert haben, verzichte aber darauf, weil ich eine Zwei-Klassen-Kategorie (gerade) in der Gesundheit ablehne. Dadurch ging mir in den Jahren eine Menge Kohle flöten. Eigenlob stinkt zwar, aber ich halte mein diesbezügliches Verhalten durchaus für sozialkompetent.

Ich behaupte nicht, "der iGZ sei der saubere, bessere oder gar fairere Verband", weil die Gewerkschaften Unsinn mit den (iGZ-)Zeitarbeitstarifverträgen verzapft haben, sondern aus anderen Gründen. Seien Sie im Übrigen versichert, dass der iGZ sich sehr wohl gegen die Lohnabsenkungen im Facharbeiterbereich gewehrt hat! Und zwar massiv! Wenn man weiß, dass Ver.di diktierte, entweder Ihr unterschreibt das oder gar nichts und man bedenkt, dass wir in der Nachwirkung waren, dann blieb (aber auch aus anderen Gründen) nichts anderes übrig.

Könnten Sie zukünftig bitte auf die Zoom-typischen Beschimpfungen wie „lächerlich-kindisch“ etc. verzichten? Zur Sache: Ich akzeptiere auch verbal aggressive Kritik gegen die Zeitarbeitsbranche. Wenn es aber ehrverletzend wird möchte ich auch das Recht haben, mich dagegen zu wehren. Ich bin weder Sklavenhalter noch Zuhälter. Mir ist letztlich egal, worauf die Sklavenhalter-Beschimpfungen fussen; wenn sie so vorgetragen werden wie am 24.02.11, dann braucht sich imho niemand darüber zu wundern, wenn z.B. auf eine Randstad-Filiale ein Brandanschlag verübt wird. Spüren die Gewerkschaften hier nicht so etwas wie Verantwortungsgefühl? Und wo bleibt die Differenzierung? Sind z.B. IQZ-versiegelte ZAF genau so verwerflich wie Christen-TV-Anwender mit € 4,88-Std.-löhnen?

Zitat:
Es ist aber löblich, dass engagierte Leiharbeiter politisch unkorrekt agieren…

Absolut! Das tue ich selbst ja auch, wenn ich z.B. gegen unseren Duisburger OB auf die Straße gehe. Die Frage stellt sich also nicht nach dem ob, sondern nach dem wie.

Zitat:
Der Spiegel schreibt heute übrigens auch von „Sklaven“ und meint Leiharbeiter. Dreckige Journalisten, nicht wahr?

Unwahr! Journalisten geben grundsätzlich subjektiv wieder, was sie recherchiert haben. Und wenn allenthalben von „Sklaven“ anstatt von ZeitarbeiterInnen geredet wird, dann wird das – journalistisch korrekt – auch so widergegeben.

Ich kann Beschimpfungen a la Sklavenhalter oder Zuhälter ohnehin nicht nachvollziehen. ZeitarbeiterInnen verunglimpfen sich damit ja selbst. Wenn ich Zuhälter bin, sind die Zeitarbeiterinnen ja folgerichtig Prostituierte. Mir käme es nie in den Sinn, jemanden derart zu beschimpfen. Ihnen scheint das andererseits nicht peinlich zu sein. Halten Sie das für sozialkompetent?


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 13:18 
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Hallo Walsimöt


Zitat:
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit über 11 Jahren freiwillig pflichtversichert bin. Ich könnte mich längst privat versichert haben, verzichte aber darauf, weil ich eine Zwei-Klassen-Kategorie (gerade) in der Gesundheit ablehne. Dadurch ging mir in den Jahren eine Menge Kohle flöten. Eigenlob stinkt zwar, aber ich halte mein diesbezügliches Verhalten durchaus für sozialkompetent.


Und das liegt nicht an der Angst, nicht mehr in die Gesetzliche aufgenommen zu werden, wenn die Leihbude dicht gemacht wird ?


Zitat:
Ich bin weder Sklavenhalter noch Zuhälter


Gewisse Ähnlichkeiten zwischen Zeitarbeitsfirmen, Sklavenhaltern und Zuhältern sind aber erkennbar. Ich denke es wird nicht nötig sein, die Parallelen hier aufzuzählen.
Mit Sicherheit mag es auch einige wenige geben, bei denen die Parallelen nicht so stark erkennbar sind.


Zitat:
dann braucht sich imho niemand darüber zu wundern, wenn z.B. auf eine Randstad-Filiale ein Brandanschlag verübt wird


Wenn die Hoffnung auf ein besseres Leben, bei den Leiharbeitern erlischt, dann brennt halt mal die eine oder andere Zeitarbeitsfirma….. Wenn die Leiharbeiter nichts mehr zu verlieren haben außer ihr „wertloses“ Leben, warum sollten sie dann nicht die „ihrer Meinung nach“ verantwortlichen Firmen abfackeln? Frei nach dem Motto „ mach kaputt, was dich kaputt macht“
Mit wertlosem Leben möchte ich nicht das Leben eines Leiharbeiters als wertlos bezeichnen, sondern klar machen, dass viele Leiharbeiter ihr eigenes Leben als wertlos und aussichtslos bezeichnen.


Zitat:
Und wo bleibt die Differenzierung? Sind z.B. IQZ-versiegelte ZAF genau so verwerflich wie Christen-TV-Anwender mit € 4,88-Std.-löhnen?


JA . Ich kann von 4,88 genau so wenig leben wie von 7,80.
Wenn das Sozialamt aufstocken muss, ist es eh egal… am Ende bleibt das gleiche Geld für mich übrig.



Zitat:
Ich kann Beschimpfungen a la Sklavenhalter oder Zuhälter ohnehin nicht nachvollziehen. ZeitarbeiterInnen verunglimpfen sich damit ja selbst. Wenn ich Zuhälter bin, sind die Zeitarbeiterinnen ja folgerichtig Prostituierte.


In den meisten Fällen „Zwangsprostituierte“.
Wenn man da raus will, muss man darauf aufmerksam machen.
Die Leiharbeiter beschimpfen sich nicht selbst sondern rufen nach Hilfe.


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 17:18 
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Zitat:
Wenn die Hoffnung auf ein besseres Leben, bei den Leiharbeitern erlischt, dann brennt halt mal die eine oder andere Zeitarbeitsfirma….. Wenn die Leiharbeiter nichts mehr zu verlieren haben außer ihr „wertloses“ Leben, warum sollten sie dann nicht die „ihrer Meinung nach“ verantwortlichen Firmen abfackeln? Frei nach dem Motto „ mach kaputt, was dich kaputt macht“

Wombat, Sie bewegen sich auf ganz dünnem Eis mit solchen Sätzen!


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 17:42 
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Tach,

Zitat:
Wombat, Sie bewegen sich auf ganz dünnem Eis mit solchen Sätzen!


Die Gedanken sind frei, noch! Aber ob der grassierenden parasitären Zwischenschaltung der ZAF zwischen AG und AN mittlerweile für viele AN durchaus verständlich.

Liebe Grüße

Habrack

_________________
Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 - Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
---> Artikel 23 Absatz 2: Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit <---


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 19:14 
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Zitat:
Ich fürchte nur, ich kann Ihnen erzählen was ich möchte; da ich pöser Zeitarbeitgeber bin, habe ich vermutlich per se Unrecht................


Vielleicht nicht Sie persönlich, aber wenn in der ZA alles so gut geregelt ist, warum müssen LAN sich jeden Furz gerichtlich erstreiten ?
Und ich habe außerdem noch kein ArbGerichts-Urteil pro ZAF gefunden, und das Netz ist voll von Urteilen.

Gruß Emil


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 19:41 
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Thomas Altmann (Hoffmann Personaldienstleistungsgruppe) hat geschrieben:
(...) Seien Sie im Übrigen versichert, dass der iGZ sich sehr wohl gegen die Lohnabsenkungen im Facharbeiterbereich gewehrt hat! Und zwar massiv! Wenn man weiß, dass Ver.di diktierte, entweder Ihr unterschreibt das oder gar nichts und man bedenkt, dass wir in der Nachwirkung waren, dann blieb (aber auch aus anderen Gründen) nichts anderes übrig.
Hat den IGZ sicher viel Überwindung gekostet, diesen neuen Tarifvertrag zu unterschreiben.

Bezüglich der Facharbeiter bleibt es dem IGZ natürlich unbenommen, seine Facharbeiter in eine höhere Entgeltstufe einzugruppieren.
Dies wird aber nicht nur nicht gemacht, Praxis ist vielmehr, dass die neuen TV und damit die neuen Eingruppierungen benutzt wurden,
um besonders die langjährigen MA niedrig einzugruppieren. Dem wirkt der DGB dadurch entgegen, dass er auf genau ein Gruppenmodell besteht,
aber darauf können sich IGZ, BZA und Unchristen offensichtlich nicht einigen. Wir wissen hier, warum.

Thomas Altmann (Hoffmann Personaldienstleistungsgruppe) hat geschrieben:
Könnten Sie zukünftig bitte auf die Zoom-typischen Beschimpfungen wie „lächerlich-kindisch“ etc. verzichten?
Ihre gebetsmühlenartigen Wiederholungen zur Leiharbeit lassen sich schwerlich anders beschreiben.

Thomas Altmann (Hoffmann Personaldienstleistungsgruppe) hat geschrieben:
Zur Sache: Ich akzeptiere auch verbal aggressive Kritik gegen die Zeitarbeitsbranche.
Das ehrt sie.

Thomas Altmann (Hoffmann Personaldienstleistungsgruppe) hat geschrieben:
Wenn es aber ehrverletzend wird möchte ich auch das Recht haben, mich dagegen zu wehren. Ich bin weder Sklavenhalter noch Zuhälter. Mir ist letztlich egal, worauf die Sklavenhalter-Beschimpfungen fussen; wenn sie so vorgetragen werden wie am 24.02.11, dann braucht sich imho niemand darüber zu wundern, wenn z.B. auf eine Randstad-Filiale ein Brandanschlag verübt wird. Spüren die Gewerkschaften hier nicht so etwas wie Verantwortungsgefühl? Und wo bleibt die Differenzierung? Sind z.B. IQZ-versiegelte ZAF genau so verwerflich wie Christen-TV-Anwender mit € 4,88-Std.-löhnen?
Einen sicherlich bedauerlichen Brandanschlag auf eine Randstad-Filiale mit der Zeitarbeit in Verbindung zu bringen halte ich für gewagt. Feuer kann auch andere Ursachen haben und nicht jede davon ist strafbar, aber vielleicht wissen Sie hier auch wieder einmal mehr.

rw


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 20:13 
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Walsimöt hat geschrieben:
Mir ist letztlich egal, worauf die Sklavenhalter-Beschimpfungen fussen; wenn sie so vorgetragen werden wie am 24.02.11, dann braucht sich imho niemand darüber zu wundern, wenn z.B. auf eine Randstad-Filiale ein Brandanschlag verübt wird.

Hi Walsimöt,

ein paar Anmerkungen dazu:

Der Brandanschlag in Frankfurt war das Werk eines wirren Einzeltäters. Er hat zeitnah auch Anschläge auf diverse Banken verübt und ferner dem hessischen Ministerpräsidenten eine Rohrbomben-Atrappe geschickt. Ziemlicher Stümper übrigens, den hatte die Polizei ziemlich schnell. Inzwischen ist er verurteilt und sitzt.

Dies in irgendeinen Zusammenhang mit gewerkschaftlichen Aktionstagen zu stellen, halte ich für reichlich übertrieben.

Wenn bei solchen Aktionstagen sich mal einer im Ton vergreift, dann sehe es doch bitte nicht so eng. So etwas kommt immer mal vor, wenn sich einer in Rage geredet hat. Irgendwelche Aufrufe wie "brennt die Leihbuden nieder" sind mir nicht bekannt geworden.

Mein Eigenzitat zu dem Schiri hast du doch sicher auch nicht ganz wörtlich genommen... :lol:

Viele Grüße

D.F.


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 20:22 
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Zitat:
Mir ist letztlich egal, worauf die Sklavenhalter-Beschimpfungen fussen; wenn sie so vorgetragen werden wie am 24.02.11, dann braucht sich imho niemand darüber zu wundern, wenn z.B. auf eine Randstad-Filiale ein Brandanschlag verübt wird.


Du magst ein feiner Kerl sein, aber solche Sätze haben oft den faden Beigeschmack einer Betonung auf eine Opferrolle!

_________________
Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 - Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
---> Artikel 23 Absatz 2: Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit <---


Zuletzt geändert von Habrack am 24.05.2011, 20:54, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 20:34 
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Walsimöt hat geschrieben:
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit über 11 Jahren freiwillig pflichtversichert bin.


uiuiui..... verdienen wir über der Beitragsbemessungsgrenze? oder sind sie (Schein)Selbständig oder "freiberuflich" tätig?

kein Wunder dass ihr bei Hofmann mit euren Mitarbeitern wie Dreck umgeht um die Kosten gering zu halten falls der AN grade nix erwirtschaftet.

Es gibt übrigens nur Freiwillig oder Pflichtversichert ;)


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BeitragVerfasst: 24.05.2011, 22:26 
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Zitat:
Zitat:
Wenn die Hoffnung auf ein besseres Leben, bei den Leiharbeitern erlischt, dann brennt halt mal die eine oder andere Zeitarbeitsfirma….. Wenn die Leiharbeiter nichts mehr zu verlieren haben außer ihr „wertloses“ Leben, warum sollten sie dann nicht die „ihrer Meinung nach“ verantwortlichen Firmen abfackeln? Frei nach dem Motto „ mach kaputt, was dich kaputt macht“


Wombat, Sie bewegen sich auf ganz dünnem Eis mit solchen Sätzen!


http://www.bild.de/regional/frankfurt/arbeitslos/ist-arbeitsloser-verantwortlich-fuer-die-brandanschlaege-11601428.bild.html

Wenn ich den Artikel so lese, dann kommt mir der Gedanke,dass es sein Gedanke ist, den ich geäusert habe.

Zitat:
Der gebürtige Würzburger war nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in die Arbeitslosigkeit abgerutscht, tief verbittert.


Warum ? Weil ihm Leiharbeit drohte!
Für mich ist das ganz klar.

Wo bewege ich mich denn bitte auf dünnem Eis?

Den Part , in dem es um 4 oder 7 Euro nochwas ging haben Sie leider nicht mehr kommentiert.
Habe ich etwa Recht?


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 08:25 
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Leute,

habt ihr euch ggf. nicht in der Diskussion ein wenig zu viel hoch geschaukelt und T.A. als Feindbild auserkoren?

T.A. ist sicher die falsche Person dazu. Als Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Hoffmann Zeitarbeit im Revier, Hoffmann Malerservice, Hoffmann Medical Service ist er für die Arbeit in seinem Unternehmen verantwortlich und nicht für die Tarifpolitik des Verbandes.
Er betreut hauptsächlich den Malerservice. Und da wird ordentlich gearbeitet! Es gibt z.B. keinen gesplitteten Lohn, der die Kosten in einsatzfreien Zeiten senken soll. Die gelernten Maler bekommen generell mindestens 11,50 € im Arbeitsvertrag festgelegt. Auch in einsatzfreien Zeiten. Malerhelfer werden generell mit 9,50 € eingestellt. Es verschwinden auch keine Krankmeldungen wie z.B. bei Randstad. Mitarbeiter sind langjährig beschäftigt.

Ich könnte noch weitere Merkmale aufzählen, die wir bei der Zertifizierung festgestellt haben.

Nun zum eigentlichen Thema.

Die Entwicklung der Tarife ist klar und deutlich ein Trauerspiel. Das anfangs verabredete Entwicklungziel der Angleichung ist nicht verfolgt worden. Das liegt weitgehend am BZA, der seinen schriftlich niedergelegten Verhandlungsverpflichtungen zu Branchenzuschlägen nicht gefolgt ist. Im Gegenteil hat er sich verweigert und die Gewerkschaft immer wieder mit der Drohung beschäftigt "wenn ihr nicht wollt, dann gehen wir zu den Christen". Der iGZ hatte andererseits nicht den Mut, eigenständige Lösungen zu forcieren. Und die Gewerkschaften hatten nicht die E... nein zu sagen.

Aber nun ist die Situation anders. Es müssen ordentliche Anpassungen vorgenommen werden, da sonst die Politik eingreifen will und die Gewerkschaften - ähnlich wie bei Stahl - tarifliche Regelungen in den TVs der Entleihbetrieben einführen werden.

Die Machtverhältnisse ändern sich!

Die Vergangenheit wiederholt sich also nicht.

Norbert Fuhrmann


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 09:24 
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Walsimöt hat geschrieben:
Frau Kollegin,
Könnten Sie zukünftig bitte auf die Zoom-typischen Beschimpfungen wie „lächerlich-kindisch“ etc. verzichten? (...) Mir ist letztlich egal, worauf die Sklavenhalter-Beschimpfungen fussen; wenn sie so vorgetragen werden wie am 24.02.11, dann braucht sich imho niemand darüber zu wundern, wenn z.B. auf eine Randstad-Filiale ein Brandanschlag verübt wird. Spüren die Gewerkschaften hier nicht so etwas wie Verantwortungsgefühl?

ZOOM wird finanziert von der IGM. Der einzige aktive Gewerkschafter der hier regelmäßig vorbei schaut ist C. Iwanowski. Sie wenden hier das selbe Schwarzweißdenken an wie bei Ihrer "Sklavenmarkt"-Paranoia. Sicher zahlen manche Sklavenmarktlaienschauspieler und mancher ZOOMer Gewerkschaftsbeiträge, aber identifizieren mit den Gewerkschaften die die "Tarifverträge" mit IGZ&BZA unterschrieben haben tun sich ganz sicher nur die wenigsten davon. Ihre permanente Verallgemeinerung "die Gewerkschaften" ist also Blödsinn - es sind einfach nur von den miesen Bedingungen der deutschen Zeitarbeit betroffene Menschen.

ZOOM-typisch ist das hier nicht ein Lobby-König (wie Werner Stolz bei der gewinnorientierten Aktiengesellschaft XING) vorgibt wer schreiben darf und wer nicht, sondern das hier Betroffenen ein Forum gegeben wird und man sich auch mal verbal "auskotzen" darf.

Norbert Fuhrmann hat geschrieben:
Leute, habt ihr euch ggf. nicht in der Diskussion ein wenig zu viel hoch geschaukelt und T.A. als Feindbild auserkoren?

T.A. ist kein Feindbild, mich stören nur seine ständigen von Vorurteilen geprägten moralischen Vorwürfe an "die Gewerkschaften". Da gibt es auf der Seite die er vertritt viel mehr Dreck wegzuräumen. Dieser Dreck läßt sich nicht so einfach mit wichtigtuerischer Aufgeregtheit über irgendwelche "Sklaven"-Betitelungen verdecken.

Seine Tour nach Berlin stört mich übrigens überhaupt nicht. Meine indirekte Frage war ja auch, ob an einem eventuell gesponserten Kontigent auch überbetriebliche Hoffmänner beteiligt worden wären? Die Metapher dazu wäre dann, wie geht er als NLL mit Fortbildungen um? Werden Externe genauso fortgebildet oder kommen überproportional mehr Interne zum Zuge. Vom gesetzlich vorgeschriebenen Fahrgeld für seine dienstreisenden Leiharbeiter ab seiner NL sprechen wir mal gar nicht erst. Das ist dann auch eine Frage an Sie, Herr Fuhrmann, fließt es in Ihre Zertifizierung ein, ob das Fahrgeld nach Gesetz freiwillig gezahlt wird und wenn nein, warum nicht? Das Gesetz steht doch selbst über einem IGZ-Tarifvertrag.


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 09:55 
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@Habrack: Ja, die Gedanken sind frei. Inwieweit es clever ist, alle seine Gedanken zu publizieren, überlasse ich Ihnen. Und nein, für solche Sätze habe ich überhaupt kein Verständnis!
Und zur „parasitären Zwischenschaltung der ZAF zwischen AG und AN“: Den Gedanken an sich kann ich nachvollziehen, aber er ist viel zu kurz gedacht. ZAF lassen sich die Vermittlung von Aufträgen (man kann das auch anders formulieren) vergüten. Das aber tut die Agentur für Arbeit durch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ebenfalls. Nur können die privatwirtschaftlichen ZAF das besser. Deshalb gibt es uns ja auch. Und in unserer globalisierten Welt, in der weder KMU noch Großbetriebe auf´s Jahr gesehen gleich bleibend viele Aufträge haben, braucht es die Zeitarbeit einfach. Das muss man nicht schön finden, aber man sollte das nach 40 Jahren, die es die Zeitarbeit nun in Deutschland gibt, auch mal realisieren und auch annehmen. Das negieren von Wahrheiten hilft auf Dauer doch nicht weiter…

@emil1959: Zeitarbeiter müssen sich nicht jeden Furz gerichtlich erstreiten. Jedenfalls bei uns nicht und bei vielen ZAF, die ich kenne, auch nicht. Ich selbst habe in den über 11 Jahren, die ich für Personal verantwortlich bin, ganze drei Arbeitsgerichtsprozesse gehabt.
Wenn ich aber zuvor geschrieben habe, dass das negieren von Wahrheiten auf Dauer nicht weiterhilft, dann muss ich auch zugeben, dass das nicht unbedingt typisch für unsere Branche ist. Deshalb setze ich viel Hoffnung auf den Ausbildungsberuf Personaldienstleistungskauffrau/-mann, weil durch fundierte Ausbildung bessere Qualität geschaffen wird, als durch Quereinsteiger-Disponenten, die von Arbeitsrecht wenig bis keine Ahnung haben.

@redwing: „Überwindung“: Jein! Einerseits ja, weil wir uns immer als Premiumverband verstanden haben und seit jeher die höchsten Löhne aller Verbände vereinbarten und weil € 10,16 einfach unrealistisch für einen Lohn für erfahrene Facharbeiter ist. Und und und… Andererseits nein, weil wir irgendwo auch noch mit dem BZA vergleichbar sein müssen, um unserer Marktchancen nicht gänzlich in den Sand zu setzen. Wie sollen iGZ-Mitgliedsunternehmen überleben, wenn wir z.B. € 1,- mehr Std.-lohn vergüten müssen, was im Verrechnungspreis mal eben € 2,- ausmacht? Wären die Gewerkschaften so schlau gewesen, nicht den iGZ-TV an den BZA-TV anzupassen, sondern anders herum, würden Facharbeiter heute ca. € 150,- brutto mehr verdienen. Ist das nix???
Der iGZ kann im Übrigen seine Facharbeiter nicht in eine höhere Entgeltstufe eingruppieren; eben das ist ja das Ergebnis der Tarifverhandlungen gewesen. Das können nur die Mitgliedsunternehmen. Und die (z.B. wir) tun das ja auch. Nicht in Form einer höheren Gruppierung (was auch eine Falschanwendung bedeuten würde), sondern in Form von außertariflichen Zulagen. Von der Praxis, die Sie beschreiben (langjährige MA niedriger eingruppieren), hat mir Christian Iwanowski schon erzählt (Xing). Ich kann das fast nicht glauben, weil es doch einen Bestandsschutz gibt und gab. Jedenfalls würden unsere Mitarbeiter uns was husten, wenn wir mit Lohnsenkungen gekommen wären!
Beschimpfungen: Zoom ist eine Plattform für ZeitarbeiterInnen. Aber es ist doch hilfreich, wenn sich auch pöse Zeitarbeitgeber wie ich sich hier äußern, denn es ist immer hilfreich, die Denke des Gegenübers zu kennen. Gerade deshalb freue ich mich auch sehr darüber, dass Karl Fortenbacher und Christian Iwanowski in der Xing-Gruppe iGZ mitmischen. Das macht uns alle reicher! Beschimpfungen schrecken aber ab. Das macht ärmer!
Brandanschlag: Ich halte solch ehrverletzende Beschimpfungen für gefährlich. Wenn Zeitarbeitgeber als schlechte Menschen mit Dollarzeichen in den Augen, die dazu noch über Leichen gehen, stigmatisiert werden, dann finden sich immer ein paar Idioten, die das zum Anlass nehmen und solche Dummheiten begehen. Da erwarte ich von verantwortungsvollen Gewerkschaften etwas anderes, als z.B. am Duisburger Marientor ein mieses und abscheuliches Theaterspiel aufzuführen. Nachher will es nämlich wieder keiner gewesen sein…

@D.F.: „Im Ton vergreifen“ ist ok und passiert jedem, auch mir, hin und wieder. Etwas anderes ist es, dauerhaft ein Bild von Zeitarbeitgebern wie z.B. mir zu zeichnen, wonach wir quasi Menschenfresser sind. Die „Kritik“ findet ja kein Maß mehr, siehe obigen Text von wombat. Und Schiri ist Spaß, das hier nicht.

@Habrack: Opferrolle: Ich bin zwar Duisburger, heiße aber nicht Adolf Sauerland und fühle mich auch nicht als Opfer! Ich habe ja weiter oben schon geschrieben, warum ich die Heftigkeit der Beschimpfungen/Kritik als gefährlich empfinde.

@ib: Ja, ich verdiene oberhalb der BBG, war von 1999-2003 selbstständig und bin weder schein-selbständig noch freiberuflich tätig. Wir sind Hoffmann und nicht (I.K.) Hofmann. Bitte, bitte, bitte belegen Sie mir, dass wir mit unseren Mitarbeitern wie Dreck umgehen! Ib, Sie scheinen von Vorurteilen zerfressen und haben zudem unrecht wenn Sie sagen, es gäbe nur freiwillig oder pflichtversichert. Ich bin freiwillig pflichtversichert, weil ich mich privat versichern lassen könnte, darauf aber freiwillig verzichte.

@Wombat: Wo Sie sich auf dünnem Eis bewegen hatte ich bereits deutlich beschrieben. Was für Sie selbst ganz klar ist, ist für andere noch lange nicht klar. Gerne kommentiere ich auch den Part, wo es um 4 oder 7 Euro geht: IQZ-versiegelte ZAF vergüten auch außertarifliche Zulagen. Ein Tarifvertrag beschreibt immer nur die Mindest-Arbeitsbedingungen. Die wenigen Helfer, die ich beschäftige, erhalten einen Stundenlohn von € 8,30 - € 10,00. Das ist mithin das Doppelte von den € 4,88. Welchen Lohn halten Sie für Geringqualifizierte für gerecht und machbar?

@Norbert: Alles gelogen! Wir sehen Zeitarbeiter als Menschen zweiter Klasse an und betuppen, wo wir nur können. Meint jedenfalls ib, weil er uns so gut kennt…;-)
Zitat:
Die Entwicklung der Tarife ist klar und deutlich ein Trauerspiel. Das anfangs verabredete Entwicklungziel der Angleichung ist nicht verfolgt worden. Das liegt weitgehend am BZA, der seinen schriftlich niedergelegten Verhandlungsverpflichtungen zu Branchenzuschlägen nicht gefolgt ist. Im Gegenteil hat er sich verweigert und die Gewerkschaft immer wieder mit der Drohung beschäftigt "wenn ihr nicht wollt, dann gehen wir zu den Christen".

So ist es!
Zitat:
Der iGZ hatte andererseits nicht den Mut, eigenständige Lösungen zu forcieren.

Wie denn auch? Sollen wir dann in jeder Lohngruppe z.B. € 1,50 mehr vergüten als der BZA? Wer beauftragt uns dann noch mit der Gestellung von Personal? Wir haben doch schon heute größte Schwierigkeiten, unseren Mehrpreis durchzuboxen! Irgendwo muss doch noch eine Vergleichbarkeit gegeben sein. Sonst sind wir zwar die lieben und netten, aber pleite! Cui bono?

PS: Das artet in Arbeit aus! Bitte nicht böse sein, wenn ich jetzt nicht mehr auf jede Antwort in der Form eingehe, wie sich das gehört, aber ich bin hier auf der Arbeit…;-)
Zudem will ich auch darauf hinweisen, dass wir uns nicht länger über die Vergangenheit streiten sollten, sondern um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für ZeitarbeiterInnen für die Zukunft! Da ist wohl genügend Potential...

PPS: Ein jeder Mitleser ist herzlich eingeladen, mich/uns (nach Absprache) Freitags in unserer Niederlassung zu besuchen, um mal den Alltag bei uns zu erleben. Wie wir unsere Mitarbeiter beschimpfen, betuppen usw. ;-)


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 09:57 
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Wenn ich nicht alles aufgezählt habe, dann bitte ich um Entschuldigung. Auch das Thema Fahrgeld fließt ein. In unserem Kriterienkatalog ist dies aufgeführt und wird geprüft. Hoffmann im Revier zahlt auch Fahrgeld.


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 10:37 
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Zitat:
Ihre permanente Verallgemeinerung "die Gewerkschaften" ist also Blödsinn...

Einverstanden! Jetzt brauchen Sie sich nur noch an die eigene Nase zu fassen: Ihre permanente Verallgemeinerung "die ZAF" ist nämlich mindestens genauso Blödsinn. Ob wir uns darauf geeinigt bekommen?

Zitat:
ZOOM-typisch ist das hier nicht ein Lobby-König (wie Werner Stolz bei der gewinnorientierten Aktiengesellschaft XING) vorgibt wer schreiben darf und wer nicht,...

??? Wie kommen Sie denn darauf???

Zitat:
...sondern das hier Betroffenen ein Forum gegeben wird und man sich auch mal verbal "auskotzen" darf.

Das finde ich selbst doch auch gut! Auch deshalb hatte ich mich hier mal angemeldet: Mich "erdet" Zoom häufig, denn ich weiß ja, dass längst nicht alles in unserer Branche Gold ist, was golden glänzt.

Zitat:
Seine Tour nach Berlin stört mich übrigens überhaupt nicht.

Wie nett! ;-)

Zitat:
Meine indirekte Frage war ja auch, ob an einem eventuell gesponserten Kontigent auch überbetriebliche Hoffmänner beteiligt worden wären?

Definitiv ja! Ich wäre wirklich sehr sehr gerne mit einigen meiner Jungs hingefahren, wenn es ein solches "gesponsortes Kontingent" gegeben hätte! Frank (Schalker; egal!), Markus, Gerd, Klaus, Andreas... mir fallen noch andere ein, wir hätten Berlin gerockt! Glauben Sie jetzt auch nicht, wie?

Zitat:
Die Metapher dazu wäre dann, wie geht er als NLL mit Fortbildungen um? Werden Externe genauso fortgebildet oder kommen überproportional mehr Interne zum Zuge.

Bei Fortbildungen sind wir relativ schwach. Da tut Verbesserung in der Tat Not! Außer Verlängerungen von Schweißprüfungen und der einen oder anderen Ein-Tages-Fortbildung im Malerbereich haben wir leider nicht so sehr viel zu bieten. Wir hatten mal einen Kollegen zu einem 14-tägigen Beton-SiVV-Seminar, das kostete einen halben Monatslohn und eine Seminargebühr; insgesamt deutlich über € 3.000,-. Am Ende ist der Kollege bei der Prüfung durchgefallen und wir hatten nix. Soll keine Ausrede sein, aber das war dann doch schwer verdaulich. Es ist aber auch schwer, in der mega-flexiblen Zeitarbeit Weiterbildungsangebote zu unterbreiten. Wir sind dazu in Gesprächen mit der (gewerkschaftseigenen) bfw. Im Bereich E-learning gibt es Möglichkeiten, aber dazu muss die Software noch reifen. Ich hoffe, das kommt bald.

Zitat:
Vom gesetzlich vorgeschriebenen Fahrgeld für seine dienstreisenden Leiharbeiter ab seiner NL sprechen wir mal gar nicht erst. Das ist dann auch eine Frage an Sie, Herr Fuhrmann, fließt es in Ihre Zertifizierung ein, ob das Fahrgeld nach Gesetz freiwillig gezahlt wird und wenn nein, warum nicht? Das Gesetz steht doch selbst über einem IGZ-Tarifvertrag.

Doch, doch, lassen Sie uns ruhig darüber sprechen. Wir haben keine Geheimnisse. Das erkennen Sie auch daran, dass wir z.B. unseren AV oder Mitarbeiter-Zufriedenheitsabfragen online gestellt haben. Also: Wir zahlen Nutzern des ÖPNV das benötigte Monatsticket. Gerne auch als Abschlag zu Monatsanfang. Bei den PKW-Fahrern sind wir dagegen kaum in der Lage, die tatsächlich anfallenden Kosten komplett zu decken. Der ADAC spricht von einer praxisnahen Kilometerpauschale von bis zu € 2,-. Die durchschnittliche Entfernung zu den Kunden liegt schätzungsweise bei 30km. Würde € 60,- arbeitstäglich, sprich ca. € 1.200,- monatlich zusätzlich ausmachen. Da wir ohnehin schon ausnahmslos übertariflich zahlen, schaffen wir das nicht auch noch. Leider! Das, was wir an km-Pauschale vergüten (bei kurzen Entfernungen € 0,10 pro km, bei weiteren Entfernungen [so ab 30km] immer nach Absprache mit dem Kollegen), unterstützt vielleicht, ersetzt aber nicht vollkommen. Ich werde mich jetzt nicht damit herausreden, dass bei der Steuererklärung ja die Taler erstattet werden. Es bleibt dabei: Wir schaffen es leider nicht, die kompletten Aufwendungen in echt und in 1:1 zu ersetzen. Da aber die KollegInnen häufig andere KollegInnen mit zur Baustelle nehmen und dafür auch entschädigt werden, hält sich diese Ungerechtigkeit in Grenzen.


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 13:24 
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Zitat:
Das aber tut die Agentur für Arbeit durch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ebenfalls. Nur können die privatwirtschaftlichen ZAF das besser.


Im Zusammenhang mit:
Zitat:
Wie sollen iGZ-Mitgliedsunternehmen überleben, wenn wir z.B. € 1,- mehr Std.-lohn vergüten müssen, was im Verrechnungspreis mal eben € 2,- ausmacht?


Und mit:
Zitat:
Wenn Zeitarbeitgeber als schlechte Menschen mit Dollarzeichen in den Augen



Man stelle sich vor, die Arbeitslosenversicherung zieht einem von jedem verdienten Euro 50Cent ab….
Die Agentur für Arbeit ist einfach nicht so gierig wie die ZAF.

Wenn ich in meinem Ort das komplette Wasser aufkaufe und dann zum doppeltem Preis wieder verkaufe.
Bin ich dann ein besserer Verkäufer als die jetzigen Getränkehändler oder bin ich ein Verbrecher?

Das Beispiel lässt sich auch wunderbar auf Arbeitsplätze übertragen.

Zitat:
Gerne kommentiere ich auch den Part, wo es um 4 oder 7 Euro geht: IQZ-versiegelte ZAF vergüten auch außertarifliche Zulagen. Ein Tarifvertrag beschreibt immer nur die Mindest-Arbeitsbedingungen. Die wenigen Helfer, die ich beschäftige, erhalten einen Stundenlohn von € 8,30 - € 10,00. Das ist mithin das Doppelte von den € 4,88. Welchen Lohn halten Sie für Geringqualifizierte für gerecht und machbar?


Ich habe nicht den Lohn in Ihrem Betrieb gemeint, sondern EG1 aus dem TV. Also das Minimum, was hier leider die meisten ZAF zahlen und nichts darüber hinaus.
Ich bin auch nicht der Meinung, dass z.B. 9,50€ für Jemanden ohne jegliche Qualifikation, der z.B. nur Pfandflaschen sortiert zu wenig ist.
Die Meisten Zeitarbeitsfirmen hier in der Umgebung suchen Arbeiter, die für EG1 OHNE Zulagen schwere körperliche Arbeiten ausführen und das am besten flexibel was Ort und Zeit angeht.

Ich rede hier nicht von den wenigen schwarzen Schafen, welche die Arbeiter gerecht bezahlen und womöglich noch Zulagen oder Fahrtkosten bezahlen.

Es geht also ganz klar um das was im Tarifvertrag steht und nicht um das was Sie persönlich Ihren Leiharbeitern bezahlen. Sie haben ja schließlich den Lohn im TV gelobt und nicht den, den Sie bezahlen.


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 15:20 
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Zitat:
Man stelle sich vor, die Arbeitslosenversicherung zieht einem von jedem verdienten Euro 50Cent ab….

Bitte den Satz nochmal überdenken, lieber Wombat. Es ist doch nicht so, dass die Differenz zwischen Stundenverrechnungssatz (das, was wir vom Entleiher bekommen) und dem Stundenlohn für uns Gewinn ist. Ich gebe Ihnen mal eine Hilfe: Wir Hoffmänner beschäftigen ca. 400 MitarbeiterInnen. Auf http://www.ebundesanzeiger.de können Sie jederzeit Einblick in die Bilanzen von Unternehmen bekommen. Suchen Sie nach uns, nehmen Sie den Ertrag und teilen ihn durch diese 400 Mitarbeiter und erneut durch ca. 1700 (Stunden, die ein MA im Jahr durchschnittlich arbeitet). Dann wissen Sie, was wir pro Stunde an Ertrag machen. Das sind - ob Sie das nun glauben oder nicht - einige wenige Cent! Wäre es anders, würde mir längst Hawaii gehören! ;-)

Zitat:
Sie haben ja schließlich den Lohn im TV gelobt und nicht den, den Sie bezahlen.

Verdorrichnocheins, ich habe den Lohn nicht "gelobt"! Ich gönne meinen Jungs und allen anderen Arbeitnehmern gerne € 15,-, € 20,- oder € 50.000,- Std.-lohn! Ich meine nur, dass Lohn immer auch die Produktivität widerspiegeln muss. Wenn z.B. ein Plastikfeuerzeug € 100,- kostet, weil der Lohn der Produzierer so hoch liegt, dass der Verkäufer diesen Preis erzielen muss, dann wird das Produkt nicht mehr gekauft. Und wenn das Produkt nicht mehr gekauft wird, dann fällt über kurz oder lang (eher kurz!) der Arbeitsplatz weg.
Lohn muss also so "gering" sein, dass Produkte noch verkauft werden können. Lohn muss andererseits aber auch zum Leben reichen. Ob € 7,79 genau die austarierte Grenze ist, vermag ich selbst nicht zu beurteilen. Ich weiß wohl, dass ein Lohn zwischen € 8,30 und € 10,- x Faktor 2.0 für mittelständische Handwerksbetriebe machbar ist. Ob das für andere Branchen, für grössere Betriebe oder für was-weiß-ich-wen realisierbar ist, weiß ich dagegen nicht.

Und Sie wissen schon, was in anderen Branchen, z.B. Gastronomie, Friseurhandwerk etc. an Lohn vergütet wird?!?


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 16:19 
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Walsimöt hat geschrieben:
Wir sind Hoffmann und nicht (I.K.) Hofmann.

Sorry dann nehm ich alles zurück!
mit letzteren hatte ich schlechte Erfahrungen!
Zitat:
und haben zudem unrecht wenn Sie sagen, es gäbe nur freiwillig oder pflichtversichert. Ich bin freiwillig pflichtversichert, weil ich mich privat versichern lassen könnte, darauf aber freiwillig verzichte.


nee nee... (gesetzlich) pflichtversichert ist man wenn man unter der BBG verdient. (gesetzlich) freiwillig versichert ist man wenn man über der BBG verdient oder selbstständig ist aber trotzdem in der gesetzlichen KK versichert ist ;-)


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 17:17 
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Zitat:
und haben zudem unrecht wenn Sie sagen, es gäbe nur freiwillig oder pflichtversichert. Ich bin freiwillig pflichtversichert, weil ich mich privat versichern lassen könnte, darauf aber freiwillig verzichte.


Zitat:
nee nee... (gesetzlich) pflichtversichert ist man wenn man unter der BBG verdient. (gesetzlich) freiwillig versichert ist man wenn man über der BBG verdient oder selbstständig ist aber trotzdem in der gesetzlichen KK versichert ist ;-)

ib, wir meinen das gleiche! "pflichtversichert" ist ein Synonym für "gesetzlich versichert". Ich bin also in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Freiwillig deshalb, weil ich in eine private Krankenkasse wechseln könnte.
Ist jetzt aber Wortklauberei und nicht wirklich wichtig. Passt scho´!


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BeitragVerfasst: 25.05.2011, 17:58 
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Zitat:
Und Sie wissen schon, was in anderen Branchen, z.B. Gastronomie, Friseurhandwerk etc. an Lohn vergütet wird?!?


Ja! und ich verstehe nicht, warum Jemand Friseur lernt.
Die wissen es doch vorher schon.

Gäbe es aber weniger Friseure, dann müssten diese mehr Gehalt geboten bekommen, um eine Stelle anzunehmen.
Das Haareschneiden würde teurer werden.
Es würden trotzdem noch viele Menschen zum Friseur gehen.
Das es weniger sind als vorher ist egal, weil es ja auch weniger Friseure gibt, die davon leben müssen.





Plastikfeuerzeuge ist ein sehr gutes Beispiel.
Es ist kein Saisonartikel.
Trotzdem werden Zeitarbeiter in der Plastikfeuerzeugfertigung eingesetzt.
Der Arbeitsplatz ist mit 20€ /Std. Kalkuliert.
Der Feuerzeugfertiger Arbeitet angenommen 150 Std. / Monat.
Demnach sind 3000€ für den Feuerzeugfertiger einkalkuliert.

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten
A.) Die Plastikfeuerzeugfabrik zahlt einer Zeitarbeitsfirma 3000€ dafür, dass ein Leiharbeiter, dem Netto 1.068,50€ im Monat bleiben, die Feuerzeuge herstellt.

B.) Die Plastikfeuerzeugfabrik bezahlt 3000€ für einen festangestellten Feuerzeugfertiger, dem abzüglich Arbeitgeberanteil 2500€ Brutto (1586,53€ Netto) bleiben.
STOP! Der Festangestellte hat 1 Monat Urlaub im Jahr also 3000€ mal 11 Monate / 12Monate = 2750€ Arbeitgeberbelastung … macht 2300€ Brutto also 1485 Netto.

Ich habe also über 400€ Netto im Monat weniger.

Wundert es Sie also, dass ich echt sauer auf die Leiharbeitsbranche bin?

Die Feuerzeuge werden ja eh hergestellt und das würden sie auch ohne Zeitarbeit, weil sie sich eben das ganze Jahr gut verkaufen lassen.

Wenn also der Vorteil für die Entleihbetriebe wegfallen würde, dass der Leiharbeiter nicht mehr kostet als der Festangestellte, dann würden Leiharbeiter auch nur noch dafür eingesetzt werden, wofür sie ursprünglich gedacht wahren. Um Auftragsspitzen auszugleichen.

Wenn so eine Auftragsspitze da ist, laste ich meine Fabrik besser aus und mache wesendlich mehr Gewinne, also kann ich auch für Leiharbeiter, die es mir ermöglichen, den wesendlich größeren Gewinn zu machen, mehr bezahlen.

Die 400€ die mir fehlen kommen also dem Bonzen , dem der Entleihbetrieb gehört zugute und die Zeitarbeitsfirma kann auch gut leben…. Nur ich habe nichts davon.

Das große Problem kommt aber erst später, wenn ich in Rente gehe oder Arbeitslos werde.

Bei Möglichkeit A habe ich dann noch ca. 640€ ALG (mit ALG2 habe ich mehr, wird dann aufgestockt)
Bei Möglichkeit B habe ich 890€ ALG (brauche auch nicht vom Sozialamt aufstocken lassen)

Droht Deutschland also wegen der Zeitarbeitsfirmen die totale Pleite ?
Mal darüber nachgedacht ?
Die Zeitarbeitsfirmen tun so, also währen sie auch so wichtig für unser Land und in Wirklichkeit machen sie es ganz langsam und unauffällig kaputt!


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