ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 26.07.2013, 14:05 
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Gähn


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BeitragVerfasst: 27.07.2013, 09:11 
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Registriert: 25.04.2009, 12:41
Beiträge: 108
Oh wie schön kann Zeitarbeit sein. Mir kommen gerade die Tränen, vor Rührung natürlich.

_________________
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Leiharbeit in Deutschland verstösst gegen diesen Grundsatz.


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BeitragVerfasst: 27.07.2013, 17:50 
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Unglück hat geschrieben:
[Märchen...]
PS: Die Industriemechanikerin backt noch einen Kuchen, den sie zum Abschied in ihrer Niederlassung vorbeibringt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann essen sie heute noch Kuchen!

_________________
"[...] Ein Indikator für Lohnsklaverei ist u. a. die Höhe des Arbeitsentgelts, das bei vollständiger Verausgabung der Arbeitskraft nur ein Leben am Rande des Existenzminimums ermöglicht. [...]" (Wikipedia-Artikel Lohnsklaverei)


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BeitragVerfasst: 29.07.2013, 13:42 
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Registriert: 05.07.2012, 10:09
Beiträge: 16
Stimmt, Wikipedia taugt nicht als Quelle, sondern beinhaltet Hinweise auf ebensolche, auf deren Grundlage man wissenschaftlich arbeiten kann.

Mit dem prozentualen Abstand zum Existenzminimum kann ich allerdings nichts anfangen. In einer Einkommensklasse, in der jeder zusätzliche Euro sofort konsumiert statt gespart wird, ändern 300,- Euro mehr pro Monat kaum etwas an der Lage.

Worum es m.E. in der Leiharbeit geht, ist das Missverhältnis zwischen Bezahlung und Tätigkeit:

§ 233 StGB
(1) Wer eine andere Person unter Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, in Sklaverei, Leibeigenschaft oder Schuldknechtschaft oder zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Beschäftigung bei ihm oder einem Dritten zu Arbeitsbedingungen, die in einem auffälligen Missverhältnis zu den Arbeitsbedingungen anderer Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer stehen, welche die gleiche oder eine vergleichbare Tätigkeit ausüben, bringt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Das finde ich eine super Regelung, aber leider geht das spezielle Gesetz dem Allgemeinen vor ("lex specialis derogat legi generali").

Daher ist es eigentlich schade, dass es den §9, Nr. 2 AÜG gibt... :roll:


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BeitragVerfasst: 29.07.2013, 15:12 
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Registriert: 05.07.2012, 10:09
Beiträge: 16
Nein, der Unterricht fehlt mir nicht, keine Sorge.

Ich dachte eigentlich, der Smilie in meinem Beitrag wäre ein Hinweis gewesen, dass es sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung handelt. :mrgreen:

...und die Tatbestandsmerkmale können in der Leiharbeit je nach Fallkonstellation gegeben sein.

Daher ist die pauschalisierte Aussage:

Unglück hat geschrieben:
Kleine Ergänzung: Der § 233 StGB greift trotzdem nicht. Zeitarbeit erfüllt nicht die Tatbestandsmerkmale.


nicht ganz richtig.
Nein, ich werde jetzt keine denkbaren Fallkonstellationen durchspielen.

P.S.: Es heißt "Arbeitnehmerüberlassung" und "Leiharbeitnehmer". :wink:


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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 08:25 
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Registriert: 17.02.2012, 10:07
Beiträge: 79
@Unglück: ... wenn das mit der MA und dem Kuchen stimmen sollte; o.k. ; jeder hat irgendwann einen schwachen Moment :shock: Ich kann trotzdem verstehen, daß dies hier fast auf "Unglauben" stößt bei all den Sachen, die entsprechend täglich passieren. Evtl. ist dies ja tatsächlich die eine positive Sache, der leider aber mind. 1000 täglichen negativen gegenüber steht.

Ansonsten ist hier schon strikt zu trennen nach Straf- und Zivilrecht - keine Frage - ist aber auch nur als "Bringer und Stichelei :mrgreen: " gemeint worden - wer´s richtig richtig liest und dann die :idea: anmacht kommt auch drauf. :mrgreen:

_________________
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Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag


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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 09:33 
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Registriert: 05.07.2012, 10:09
Beiträge: 16
Unglück hat geschrieben:
Aber wo wir gerade dabei sind:
http://www.zar-fernstudium.de/lehrangeb ... index.html

da gibt es einen IHK-Abschluss zum Fachreferent für Arbeitsrecht im Fernlehrgang. Hab die Unterlagen mal gesehn. Die Basics aus Zivil- und Arbeitsrecht werden da sehr sauber vermittelt.
Für alle die Interesse und 1000€ übrig haben.

Der Abschluss ist meiner Meinung nach aber nichts womit man beruflich etwas anfangen kann :mrgreen:

Nur Mut! Schaden kann es nicht. 8)


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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 20:30 
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Registriert: 10.02.2010, 17:54
Beiträge: 73
Zitat:
Das mag sein. Ich streite auch nicht ab dass hier viel Mist betrieben wird.
Man sollte aber den Mut nicht verlieren und sich auch nicht über jede Kleinigkeit streiten. Ein anderer Einstieg in den Arbeitsmarkt ist momentan leider kaum möglich.


Und genau da liegt das Problem- meiner Meinung nach und sorry, dass ich mich nun einmische. Mein Mut ist übrigens schon lange begraben.

Warum ist bei dem "angeblichen Fachkräftemangel" keine sofortige Festanstellung möglich? Aus der Erfahrung von Bekannten kann ich nur sagen, die wurden mindestens 2 Jahre "gecastet" und dann bekamen einige wenige ein Übernahmeangebot- natürlich gesuchte Qualifikationen ab Techniker aufwärts mit speziellen Fachkenntnissen. Diese wiederum waren befristet, mit Probezeit versehen... etc. Und mit der hier offenbar vertretenen Einstellung wird es für uns LAN nicht besser.

Ich streite um jede Kleinigkeit, aktuell über ohne meine Zustimmung entnommene Stunden vom Zeitkonto und nicht gezahltes anteiliges Urlaubsgeld laut IGZ- Tarif im Juni. Oder was mit der Differenz von 15 Stunden pro Woche ist, weil ich geraume Zeit doch Vollzeit gehen soll, aber eben nur 25 Stunden bezahlt kriege? Natürlich bin ich mir da selbst der Nächste, aber wenn ich das kann, damit Erfolg habe und öffentlich mache, dann können es auch andere! Ja, ich bin unbequem, aber ich bewege mich rechtlich auf tarifvertralich sicherem Terrain und finde, wer leistet, der darf auch einfordern- was sicherlich auch 99% der LAN zutrifft.

Ich bräuchte jetzt mehr Wissen zu diversen Themen, die "Stammis" werden geschult, aber ich bleibe außen vor- obwohl ich das dringend haben müsste. Meine festen Kollegen kriegen pro Jahr 5 Tage Bildungsurlaub, ich nicht mal einen, den ich mehr als gut brauchen könnte. Ich wurde seit 2007 nicht mehr in den gängigen Programmen geschult und SAP bringe ich mir immer wieder selber bei, wenn es nötig ist...

Im alten Einsatz bin ich jeden Tag 170 km gependelt, weil ich nicht wusste wie lange es geht- ging immerhin ein Jahr mit diversen Verlängerungen. Fahrtkostenerstattung? Fehlanzeige. Ich habe morgens um 4:45 Uhr das Haus verlassen und bin an guten Tagen um 20:00 Uhr wieder zu Hause gewesen, im Winter gab es die Zeiten eher selten. Freizeit... kannte ich da nicht mehr. Die Alternative wäre Arbeitslosigkeit gewesen und extrem schlechte Chancen, in der Region was zu finden. Aber ich habe meine Familie hier und möchte einfach nicht mehr weg, denn das und mein Freunde sorgen für meine seelische Balance. Und das widerum berücksicht kaum eine ZAF... wir hatten Ende letzten Jahres hier den Fall eines jungen Familienvaters, der eben nicht flexibel war im Arbeitsort und dem haute man um die Ohren, er hätte ja keinen Nachwuchs in die Welt setzen müssen. In was für einer Zeit leben wir eigentlich?

Und damit wir das hier klar haben, ich studiere auf meine Kosten am Wochenende, damit dieser ganze Mist als LAN irgendwann aufhört. Ist das nicht Arbeitgeberfreundlich? Kein: "hey, ich muss los, habe Uni", sondern normales Arbeiten, Überstunden möglich und meine Freizeit opfern. Aber wenn ich die Jobmessen an der Hochschule sehe, dann wird mir echt Angst und Bange: 80% sind Dienstleister/ZAF und nur der Rest "echte" Arbeitgeber. Aber die Kundenbetriebe bzw. deren Angestellten haben mir das ganze durch Extraaufgaben und längere Arbeitszeiten schon um einige Semester verlängert, ein LAN der Ende 30 studiert zum ersten Mal? Ja, wo kommen wir denn da hin? Hilfe, der könnte ja besser sein als ich... ist erlebte Tatsache.

Klingt das für Dich fair? Ich möchte Dich nicht angreifen, aber ich finde Deine Postings hier ziemlich daneben, auch weil Du die Leute und deren Hintergründe/ Reaktionen nicht kennst oder falsch einschätzt. Du hast es hier meiner Meinung nach mehrheitlich mit Leuten zu tun, die leisten wollen, aber eben zu fairen Konditionen und einfach sauer sind, weil sie beschissen werden und die sich dann eben auch wehren.

Ich bin vielleicht nicht der "standartisierte LAN", aber letzten Endes geht es mir nicht besser, als jemandem im Helferbereich, da wurde ich auch schon mehrfach eingesetzt und das kotzt mich, mit Verlaub, einfach an. Kein Arbeitnehmer hat so etwas verdient, egal wie gut oder schlecht seine Ausbildung ist. Und Arbeiter sind wir doch alle, oder?

@Admins

Im Notfall ändere ich den Text, aber der musste grad raus!

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Wenn schon Leiharbeit, dann mit ordentlich Zuschlag für die Flexibilität und bezahlte Weiterbildung für alle!


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BeitragVerfasst: 31.07.2013, 10:24 
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Registriert: 17.02.2012, 10:07
Beiträge: 79
... und meinem Vorposter zu 100% Beifall auf der ganzen Linie.

Allerdings: zu den JobMessen sei gesagt, daß es besser ist, mit Initiativbewerbungen hier zu arbeiten; direkt an die Personalentscheider in den Firmen herantreten; versuchen, eigene Netzwerke (z.B. Xing usw.) aufzubauen und einen direkteren Draht zu der einen oder anderen Firma zu bekommen, denn:

:!: :idea: alle zu vergebenden Jobs bei größeren Unternehmen werden "unter der Hand" bis zu 80% bereits ohne Ausschreibung, ohne Stellenanzeige usw. vergeben. Egal, was Betriebsvertreter hier erst mal sagen; fakt ist, daß wenn die Personalabteilung und Fachabteilung bereits "den passenden Kandidaten" hier haben, wird dieser auch eingestellt werden - der BR stimmt fast immer dann auch zu. :arrow: also power networking betreiben und vor allem aufpassen, was man auf "so einer Scheiße (sorry Admis für den Ausdruck) wie bei z.B. Facebook" postet wie Bilder usw. - das Netz vergisst nie etwas !

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