ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 16:13 
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Beiträge: 8
Hallo,
hat irgendjemand Erfahrung mit Arbeit über eine Werkvertrags-/Outsourcing-Tochter einer ZAF (z.B. Randstad Outsourcing GmbH)?
Nach unseren Quellen übernehmen die Outsourcing-Töchter mittlerweile ganze Betriebsteile per Werkvertrag. Und dann holen sie sich Leihbeschäftigte von der Konzernmutter. Dadurch umgehen Verleiher und Kundenbetrieb in einigen Fällen elegant die tariflichen Branchenzuschläge, die unter anderem in der Metall- und Elektroindustrie seit einigen Monaten gelten.
Wir würden das gerne aufdecken - selbstverständlich auch anonymisiert. Doch leider bekommen die Betroffenen dann stets kalte Füße und sind nicht mehr erreichbar.
Danke
Dirk, metallzeitung


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BeitragVerfasst: 27.06.2013, 18:15 
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Registriert: 28.01.2013, 22:42
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Mal was anderes: IGZ Mitglieder verpflichten sich ja offenbar auch bei Werkverträgen ihre Mitarbeiter mindestens nach iGZ Tarif zu entlohnen. Beinhaltet diese Verpflichtung auch die Zahlung von Branchernzuschlägen?


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BeitragVerfasst: 28.06.2013, 09:34 
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Registriert: 16.01.2011, 08:24
Beiträge: 519
Dirk Erb hat geschrieben:
Wir würden das gerne aufdecken - selbstverständlich auch anonymisiert. Doch leider bekommen die Betroffenen dann stets kalte Füße und sind nicht mehr erreichbar


Der dort viewtopic.php?f=15&t=4975 diskutierte SWR-Film beschreibt die Situation recht gut. Auch warum sich kein Leiharbeiter wehrt.

Das_weisse_Schaf hat geschrieben:
Mal was anderes: IGZ Mitglieder verpflichten sich ja offenbar auch bei Werkverträgen ihre Mitarbeiter mindestens nach iGZ Tarif zu entlohnen. Beinhaltet diese Verpflichtung auch die Zahlung von Branchernzuschlägen?


Natürlich nicht.
Die bei Daimler eingesetzte Firma ordnet sich der Logistik zu und dort gelten die Tarifverträge von Verdi. Insoweit muss die Leihbude auch keine Zuschläge bezahlen.

_________________
Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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BeitragVerfasst: 03.07.2013, 15:17 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
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Wir haben mittlerweile Leute gefunden ;)
Vielen Dank

Was der SWR-Bericht nicht zeigt (oder irre ich mich?): Dass mittlerweile auch die großen Verleiher dick im Werkvertragsgeschäft sind - und ihre Werkvertrags-Töchter die eigenen LAN der Konzernmutter leihen. Ohne Zuschläge natürlich. Ist ja "Logistik" nicht "Metall" :evil:


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BeitragVerfasst: 04.07.2013, 08:03 
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Registriert: 17.02.2012, 10:07
Beiträge: 79
Hier müsste dringend und schnellstens aufgeräumt werden; in Einzelfällen ist es wahrscheinlich tatsächlich ein Logistikunternehmen und die Mitarbeiter auch im Bereich Lager/Logistik eingesetzt. Aber wie schon immer in "dieser Branche" üblich werden Schlupflöcher (größer als ein schweizer Käse-Loch) und Winkelzüge gesetzt und gesucht. Kann das der Sinn von einer guten Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sein :?: ... und der Verweis auf Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit ist auch abgenudelt - in der Weltwirtschaft "kacken" Sie dann großartig auf Ihr KnowHow und "Made in Germany" mit hoher Fachqualität ! :arrow: DIESE sollte aber auch fachqualitativ bezahlt werden - und nicht mit Hungerlöhnen und verdrehten Werkvertragsverhältnissen honoriert werden. :evil: ... meine Meinung ... :mrgreen:

_________________
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Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag


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BeitragVerfasst: 04.07.2013, 08:24 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
Beiträge: 8
el Comodin, ich stimme Dir völlig zu. Wie wahrscheinlich alle hier.
Aber: "Es müsste dringend mal....". Solche Aussagen höre ich leider ziemlich oft. Oder "Man müsste...", "Da gehört...",

Wer soll?

Das Amt für Allgemeine Gerechtigkeit (AAG) gibt es leider nicht.
Erst wenn sich die Beschäftigten in den Randbereichen organisieren, können sie wirklich etwas tun. Klar sind da auch die Gewerkschaften gefragt.
Doch ich beobachte, dass viele darauf warten, dass irgendjemand was tut. Von alleine wird sich da nichts tun.


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BeitragVerfasst: 17.02.2014, 13:27 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
Beiträge: 8
Ein Politik-Magazin im Fernsehen sucht Betroffene, insbesondere bei Randstad, die von Leiharbeit in Werkverträge verschoben wurden.
Hat jemand Interesse - unter Wahrung aller Persönlichkeitsrechte.
Danke
LG Dirk Erb, metallzeitung


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BeitragVerfasst: 17.02.2014, 20:05 
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Hallo Herr Herb,

Ich hoffe sehr das sich" Leute" melden, leider haben viele Angst.


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BeitragVerfasst: 18.02.2014, 09:22 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
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Hoffe ich auch. Klar haben die Leute Angst. Die Fernsehleute sind allerdings sehr seriös (ARD) und wahren den persönlichen Schutz und Anonymität ihrer Informanten.

Ohne öffentliche Aufklärung wird sich nichts verbessern.

Bei der "normalen" Leiharbeit haben wir über öffentlichen Druck einiges erreicht. Das muss uns bei den Scheinwerkverträgen auch gelingen.

Wer will, kann mich kontaktieren. Ich bin Redakteur bei der "metallzeitung" - und selbst an Statements von Betroffenen interessiert.
Ich habe bereits letztes Jahr im Sommer eine Geschichte zur Umwandlung von Leiharbeit in Werkverträge über die Randstad Outsourcing GmbH geschrieben. Hier auf S.6: http://www.igmetall.de/metall_08_2013_c ... 514249.pdf
Dort schreibe ich über einen Betroffenen.

Tatsächlich schrieb uns daraufhin der Deutschland-Chef von randstad, Gatzke: wir sollten ihm den Namen des Betroffenen melden, damit er die Missstände in diesem "Einzelfall" abstellen kann. Wir haben ihm freundlich abgesagt. :lol:

Also, wer ist dabei?
Ich gebe nur das weiter, was Ihr mir erlaubt.


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BeitragVerfasst: 18.02.2014, 19:20 
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Beiträge: 49
Leute werdet langsam wach und tut etwas an Eurer Situation,meldet euch bei Herrn Erb!

Macht Eure Schwäche zu Eurer Stärke!!!!!


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BeitragVerfasst: 24.02.2014, 13:08 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
Beiträge: 8
Danke Bully,
genau :idea:

Von allein tut "man" oder "wer" nichts.
Die Masche "vom-AÜG-zum-Scheinwerkvertrag" bekommen wir nur mit öffentlicher Skandalisierung in den Griff.

Kleine Erfolgsmeldung: In und um Augsburg hat Randstad bereits erste Rückzieher gemacht - und ist von Werk zu AÜG zurückkehren.


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BeitragVerfasst: 24.02.2014, 14:23 
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Na das ist doch schon mal etwas :D
Vieleicht haben wir Glück und bei Procter & Gamble Euskirchen passiert das selbe.
So weit ich weiß laufen dort Verhantlungen.


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BeitragVerfasst: 20.03.2014, 20:11 
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Registriert: 10.03.2010, 15:53
Beiträge: 49
Am 28.3 ist Gerichtsverhantlung in Euskirchen
Procter gegen Randstad "Werkverträge"
Und mich will man jetzt absägen.Leut macht endlich den Mund auf.


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