ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

Ein Forum der IG Metall
Aktuelle Zeit: 31.03.2020, 20:18

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 127 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 11.01.2012, 17:45 
Offline

Registriert: 08.11.2009, 18:21
Beiträge: 232
ib hat geschrieben:
Maya hat geschrieben:
Bitte erspare mir einen Beitrag, indem du mir solche oder ähnliche spannende Dinge wie: „Wie kannst du das beurteilen, du bist nicht lange genug dabei!“

er ist selbst schon lange genug dabei ;)
Code:
„Du warst doch nur Disponentin, dass kannst du gar nicht einschätzen!“

er war/ist immerhin Chef ;)


Hallo "IB",

gehörst Du zu jenen ZAN, welche nach Feierabend bei der ZAF, mit Kuchen und Kaffee im Gepäck, vorsprechen bzw. berichten dürfen?

ib hat geschrieben:
er war/ist immerhin Chef ;)


Er könnte diese Position in einem Unternehmen überhaupt nicht ausführen (ZAF sind keine Unternehmen), dafür braucht es mehr als sich ein Vollkondom überzuziehen.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.01.2012, 20:03 
Offline

Registriert: 04.08.2009, 06:55
Beiträge: 466
Elsa hat geschrieben:
Hallo "IB",

gehörst Du zu jenen ZAN, welche nach Feierabend bei der ZAF, mit Kuchen und Kaffee im Gepäck, vorsprechen bzw. berichten dürfen?


Kaffee bekomm ich immer :) ansonsten nur nette Worte! der NL Leiter meinte neulich: "Sie gehen mir auf den Sack!" das macht ihn umso sympathischer wenn Maya die gleiche Spezies kennenlernen durfte!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.01.2012, 21:28 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
Sorry, Hilde, ich wollte zwar nicht weiter „stören“, aber jetzt muss ich wohl…
Danke für die vielen Blumen; ich bin da wie Oli Kahn, das spornt mich nur noch mehr an! ;-)
Zunächst einmal muss ich zugestehen, dass Maya tatsächlich vornehmlich von ihren eigenen Erfahrungen spricht. Das ist sauber und dagegen kann ich auch nicht anstinken. Dennoch suggerieren Sätze wie „alles ist in dieser Branche möglich.“, dass ihre Erfahrungen typisch für die Zeitarbeit seien. Dagegen wehre ich mich, bis ich hier rausgeschmissen werde!
Wie glaubhaft ist das, wenn jemand als „Fast-Ex“-Disponentin hier über die ach-so böse Zeitarbeit schreibt, wenn sie doch die von ihr beschriebenen üblen Machenschaften über zwei Jahre selbst mitgemacht hat? Ist sie jetzt geläutert oder was?
„Frustriert?“ und „Rampensau“ klingt ganz schön böse, es war auch – so ehrlich will ich sein – nicht besonders nett von mir gemeint. Am Ende dazu mehr. Was mich auf die Palme brachte, ist ein Satz, der in dem von Karl genannten Link zu finden ist: „Für Sentimentalitäten ist kein Platz“. Ich erlebe derzeit das exakte Gegenteil! Jedenfalls, wenn man „Sentimentalitäten“ mit Mitgefühl o.ä. übersetzt. Ich muss mich hier nicht nackig machen und deswegen werde ich das nicht weiter ausführen, aber das meint ja zwischen den Zeilen, wir Zeitarbeitsfuzzies seien alles eiskalte über-Leichen-geher, Hauptsache die Kohle stimmt.
Ich hangel mich mal an diesem Thread entlang, um deutlich zu machen, was ich meine. Da heißt es:
„Personaler-Hintergrund[-Wissen] sind nicht nötig“ (um die Position des Disponenten oder Niederlassungsleiters auszufüllen). Das ist Unsinn und zeugt von Ahnungslosigkeit (mein Vorwurf), weil es ja mittlerweile seit Jahren den Beruf des Personaldienstleistungskaufmann/-frau gibt.
„Akquise, Akquise und nochmals Akquise“. Einmal „Akquise“ hätte gereicht, denn der Beruf des Disponenten/PDK besteht aus vielen Aufgaben, selbstverständlich auch aus Akquise. Das ist wie in allen Berufen, bei denen Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden; also völlig normal und mitnichten verwerflich. Und dazu noch höchst notwendig, dazu aber auch später mehr.
„Spätestens bei einer abschwächenden Konjunktur, trennt man sich nicht nur sehr schnell von den Zeitarbeitern…“ Vorher immer „wir“, jetzt „man“!
„Allerdings, ist der Job auch nicht wirklich schwierig.“ Wer das behauptet, ist entweder hochbegabt oder hat die Zusammenhänge nicht erfasst!
„Innerhalb einer Woche ist man, bei entsprechender Motivation, schon recht gut im Thema.“ Nur soviel: Ich sitze hier gerade mit offenem Mund und bin fassungslos!
„Die Bezahlung, ist gemessen an der nicht vergüteten Überstundenanzahl, die reichlich anfallen, unterdurchschnittlich.“ Die Vergütung bemisst sich im allgemeinen an der Leistung. Wenn Maya unterdurchschnittlich verdient hat, könnte das auch an ihr selbst liegen. Ist nur eine These…;-)
„Leiharbeitnehmer bei Laune halten“ Ah ha! Zeigt das nicht eine gewisse Einstellung?
„bei Kunden vor Ort einschleimen“ Das versteht Maya unter Kundenbetreuung, unter Akquise? Klar, dass man mit dieser Einstellung einen Kunden nicht von seiner Dienstleistung überzeugen kann, dass man nicht das Maximale an SVS herausholen kann, um seine MitarbeiterInnen vernünftig zu entlohnen! Und klar auch, dass man mit einer solchen Einstellung keine neue Kunden gewinnen kann, die für Folgeaufträge nötig sind.
„Sollte kein Folgeauftrag vorhanden sein, trennt man sich zügig“ Hier spricht Maya wieder von „man“ anstatt von sich selbst? Hat sich also Maya nicht selbst von den Mitarbeitern getrennt? Warum hat sie nicht nach Folgeaufträgen gesucht? S.o.!
„Wer die Mär von der „unbefristeten Einstellung“, des „Traumjobs“ der „hervorragenden Betreuung“ oder ähnlichen glaubt, ist ein hoffnungsloser Romantiker.“ Mal abgesehen davon, dass das faktisch falsch ist (unbefristete Einstellung; s. iGZ-Branchenbarometer; vom Traumberuf hat niemand gesprochen) ist es doch ein Unterschied, ob ich meine persönlichen Erfahrungen schildere (das könnte dann z.B. so lauten: Die MitarbeiterInnen wurden bei uns oft befristet eingestellt.) oder ob man das so schreibt wie sie, mit „Mär“ und „hoffnungsloser Romantiker“. Da ist wieder das suggestive, als wäre ihre Erfahrung pauschal auf andere übertragbar. Und das wurmt mich!

„Unsere Bewerber haben meist schon eine sehr lange Zeitarbeitskarriere hinter sich, stehen kurz vor der Kündigung, sind entweder sehr jung oder sehr alt. Berufsbilder die sehr stark am Markt nachgefragt werden oder Akademiker kommen nicht zu uns. Gut qualifiziere Bewerber sind eher selten.“ Da möchte ich ja fast rufen: Kein Wunder bei solchen Disponenten!

„Die betreuenden Agenturen benachrichtige ich nicht. Ich habe keine Lust, die Erfüllungsgehilfin für mögliche Sanktionen zu sein. Ich weiß, dass einige ZAF das anders handhaben.“ Allerdings! Maya spielt Gott, indem sie darüber befindet, wer eine Sperrzeit bekommt oder eben auch nicht. Das maße ich mir nicht an. Darüber hat die BA zu befinden, und zwar nach Recht und Gesetz! Wir arbeiten vertrauensvoll und wirklich gut mit der BA zusammen; die Anzahl der Bewerber, die sich offenkundig zwangsweise bei uns bewerben, ist sehr gering. Die Arbeitsplätze, die wir anbieten, sind – so selbstbewusst bin ich – durchaus „zumutbar“!

„Unsere Zeitarbeiter bekommen ungefähr zwischen 30-50 % weniger, als ein vergleichbarer Festangestellter.“ Das ist – mit Verlaub – lächerlich! Verdienen ungelernte Hilfskräfte ausserhalb der Zeitarbeit durchschnittlich mehr als € 15,-? Verdienen Facharbeiter ausserhalb der Zeitarbeit durchschnittlich mehr als € 20,-? Und noch einmal das, worauf es mir ankommt: Maya schreibt, ihre MitarbeiterInnen verdienten nicht mehr oder weniger als bei anderen ZAF, die einen TV anwenden (sie meint den iGZ, so schrieb sie ja später; ansonsten wäre es auch falsch, weil es in der Vergangenheit – wer erinnert sich nicht? – TV mit Std.-löhnen von unter € 4,- gab). Sodann schreibt sie, diese Zeitarbeiter verdienten 30-50% weniger als Stammis. Das ist längst nicht mehr ihre persönliche Erfahrung, nein, das ist übelstes Zeitarbeits-bashing unter dem Deckmantel der vermeintlichen „eigenen Erfahrung“!

„Ich selber, musste bei Unterzeichnung meines Arbeitsvertrages unterschreiben, dass ich weder Sympathisantin noch Anhängerin des Gedankengutes von L. Ron Hubbard bin. Unglaublich, aber wahr.“ Ja und? Ist Maya Scientologin oder warum regt sie das auf? Scientology wird vom Verfassungsschutz beobachtet; sollen solche Freaks etwa auf die MitarbeiterInnen losgelassen werden und Verantwortung für Personal übernehmen? Wer kann das wollen???

„es gibt einiges, das ich in dieser Form nicht für möglich gehalten hätte.
Wir haben Kundenunternehmen die uns „durch die Blume“ auffordern Mindeststandards zu umgehen, die uns zu Online-Auktionen einladen um den günstigsten Preis eines Leiharbeiters für die Stelle xxx zu ermitteln, die jetzt und in Zukunft überhaupt kein Interesse daran haben vernünftige Stundensätze zu zahlen (mit oder ohne Leiharbeit) und die Leiharbeit schlicht und einfach dazu nehmen um den Festangestellten zu zeigen das es in Zukunft auch ohne ihn weitergehen könnte.

Ich habe Kolleginnen und Kollegen die anspruchsvolle Stellen schlechtreden um den Kandidaten auf Helferniveau zu bezahlen, die Zeitarbeitnehmer, die sich schlecht wehren können, mit Druck und Einfühlvermögen überrumpeln und in Jobs drängen die wirklich niemand sonst machen möchte und die an Veränderungen gar kein Interesse haben usw.“ Ich übe meinen Beruf nun seit 22 Jahren aus, das hier so beschriebene habe ich – Ehrenwort! – noch nie erlebt! Mich würde dazu aber noch interessieren, ob nur die bösen KollegInnen von Maya diese Spielchen mitgespielt haben oder ob sie nicht selbst auch…?

„Die Öffentlichkeit glaubt gern das Märchen vom Folgeeinsatz der Leiharbeitnehmer.“ Das liegt an Disponenten wie Maya! Keine Lust auf Akquise (das ist ja wohl hier deutlich geworden!) heißt zwangsläufig: Kein Folgeauftrag! Ihre Ausrede dazu lautet: „Die Kundenunternehmen sind in Ihren Anforderungen zu unterschiedlich.“ Billiger geht´s nicht, oder? Und weiter: „Nicht zuletzt variieren die Stundenverrechnungssätze, sodass selbst das niedrige Gehalt des Leiharbeitnehmers von Kunde A, nicht mehr garantiert werden kann, wenn Kunde B den Leiharbeitnehmer weiterbeschäftigen möchte.“ Es ist verdammt noch eins die originäre Aufgabe von Maya gewesen, diese Situation zu ändern!!! Und noch weiter: „Da gehen die Personaldienstleister den Weg des geringsten Widerstands und kündigen vorsorglich.“ Nicht „die Personaldienstleister“, nein, Maya ist diesen Weg gegangen! „Hier wird den Leiharbeitnehmer Sicherheit vorgegaukelt, die es gar nicht geben kann.“ Maya hat´s getan! „Für die sofortige Kündigung des Leiharbeitnehmers gibt es keine Prügel vom Vorgesetzten, für die letzten Endes oftmals erfolglose Suche nach einem Folgeeinsatz schon.“ Ohhhhhhh! Mitleid hab!

Auf viele weitere Bosheiten wie „Leiharbeitnehmer werden vertröstet und rhetorisch bearbeitet.“ habe ich jetzt keine Lust mehr einzugehen. Das bisherige sollte auch ausreichend sein.

Last but not least: „Meine Beschreibung meiner Tätigkeit verstehe ich nicht als Abrechnung.“ Sondern? Maya ist seit dem 12.10.11 hier registriert, also zu einem Zeitpunkt, als sie sich zumindest innerlich von der Zeitarbeit verabschiedet hatte („Fast-Ex“!). Deutlich auch hier: „passend zu meinem Abschied als Disponentin aus der Zeitarbeitsbrache möchte ich noch ein paar Dinge schildern“. Eben! ;-) Hinzu kommt: „Erfreulich ist außerdem, dass trotz verstärkter Bemühungen unserer Firma, sich niemand finden lässt, die die Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau machen möchte.“ Mein Kommentar deshalb dazu: Rofl!

Wer meint, der Job als Personaldisponent sei leicht und in einer Woche zu erlernen, der ist frei von jeder Ahnung! Wer meint, sich hier zu einem Zeitpunkt registrieren zu müssen, zu dem er bereits innerlich gekündigt hat um hier mit dem Bald-Ex-AG abrechnen zu können (und die ganze Branche gleich mit dazu verwurstet), der ist entweder frustriert (weil er seinen Job nicht verstanden hat [z.B. Akquise zu betreiben um an Folgeaufträge zu kommen!]), oder eine Rampensau! Zumindest aber unglaubwürdig!

Wer sich dagegen ehrlich um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Zeitarbeiter bemühen möchte, der möge sich in Arbeitgeberverbänden oder Gewerkschaften engagieren! Dazu sind sie ja da! Ich selbst bin auch nur eine kleine Wurst, auch nur Angestellter… aber ehrlich bemüht und authentisch. Sagt mir mancher jedenfalls nach.

Und jetzt dürfen sich die sonst (wirklich!) geschätzten KollegInnen Hilde, seneca, red_wing und -selbstverständlich - Karl mal an die Nase fassen und nachdenken. Ich gucke hier erst in einer Woche wieder rein. Vorher traue ich mich nicht wegen der hier vorgefundenen (Schein-)Heiligenverehrung! ;-)

Schöne Rest-Woche noch
Thomas Altmann


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 11.01.2012, 21:53 
Offline

Registriert: 13.11.2008, 18:35
Beiträge: 633
Wohnort: Rheinland
Herr Altmann, mit Verlaub, Sie labern Scheiße.

Wer, glauben Sie, von den hier vertretenen Zeitarbeitern nimmt Ihnen Ihre Mär von der guten Zeitarbeit ab?
Richtig: Niemand.

Ich habe 8 Jahre Zeitarbeit hinter mir und am Anfang erzählen einem alle den Stuß, den Sie von sich geben, und am Schluß entpuppen sich dann doch alle als die Schweinepriester, die Maya beschreibt.

Und daß Sie - regelmäßig - einem Facharbeiter 14,00 EUR/h (20*0,7) zahlen glaubt Ihnen nur jemand, der sich auch den Hut mit'm Hammer aufzieht.

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.01.2012, 06:48 
Offline

Registriert: 10.02.2008, 13:02
Beiträge: 423
Wohnort: Kreis Bayreuth
Ich hab mich nun hier durchgelesen, und bin entsetzt.
Eines muss man klarstellen, sämtliche ZAF sind nun mal gewinnorientierte Unternehmen die eine Ware verkaufen wollen. Das die Ware die Zeit und Arbeitskraft von Menschen ist steht auf einem anderen Blatt.
Ich möchte die Situation mal mit einem landwirtschaftlichen Betrieb vergleichen. Der Landwirt kann seine Milchkühe ( Und nichts anderes sind Leiharbeiter) streicheln, fair behandeln, er kann eine persönliche Bindung aufbauen und Vetrauen vermitteln. artgerecht halten das verbessert sicher die Qualität der Milch, nicht aber die Quantität. Aber auch hier steht am Ende der Milchkuhkarriere das Schlachthaus.
In einem gewinnorientiertem Betrieb ist jede Kuh eine Nummer im Stall, sie bekommt gerade soviel Zuwendung und Nahrung das die Leistung optimiert wird, ob die Kuh glücklich ist ist zweitrangig und nicht relevant solange die Milchleistung stimmt, und sollte die Leistung absinken, aus welchen Gründen auch immer - Schlachter. Na ja es sei denn die Kuh haut ab und macht einen auf Yvonne und hat das Glück Wirbel in den Medien zu veranstalten.
Nur sind Menschen keine Milchkühe und dummerweise gibt es imer noch Rechte die diese Menschen haben.
Ich habe eine ZABzeit hinter mir seit Einführung dieser unsäglichen Hartzidiotie. Ich habe Zeitarbeit im Rahmen der Möglichkeiten bei einer Firma erlebt die fair war, man arbeitete dort mit den Mitarbeitern im Team zusammen, fand oft ungewöhnliche Lösungen für Probleme, dort wurden die Mitarbeiter als das gesehen was sie sind, nämlich das Kapital und das Aushängeschild. Man wurde nicht nur als Stück Vieh im Stall gesehen sondern als Individium, mit Gefühlen, Eigenarten, Fähigkeiten und eben auch Defiziten. Eben weil das so gehändelt wurde und der Mensch im Mittelpunkt stand folgte unweigerlich die Insolvenz. Nun hängen die Menschen eben bei einer "normalen" ZAF und der Unterschied ist gewaltig, es wird mit Zuckerbrot und Peitsche gearbeitet. Aber meist mit Peitsche und nur wenn es sich gar nicht umgehen lässt kommt ein Bon Bon. Die Angst sitzt jeden Tag, jede Stunde neben mir und das diese ANgst nicht unbegründet ist musste ich einmal mehr erleben, AUftrag vorübergehend beendet - Kündigung am gleichen Tag. Vorsorglich. Dort bin ich kein Mensch.
Genau diese ANgst zehrt an den Nerven, macht mürbe, drängt in die Ecke. Meine Psyche ist erheblich angeschlagen, was auch Auswirkungen auf meine körperliche Gesundheit hat.
Leiharbeit bedeutet für den LAN meistens ein Weg am Limit.
SIcher wird man offiziell gefragt aber Nein sagen kann man einmal, vielleicht auch zweimal aber dann sollte man es sich doch genau überlegen, denn gekündigt ist ratz fatz. Man ist teilweise Jahrelang an die gleiche Firma verkauft, ( das sind keine Auftragsspitzen)
Wie gesagt aus unternehmerischer Sicht verständlich und nachvollziehbar, ja sogar nötig, denn als Haushälterin kann ich Fleisch oder Wurst ja auch nicht Monatelang ungenutzt im
Kühlschrank vor sich hingammeln lassen, enweder es kann zeitnah eingesetzt werden oder es wird entsorgt oder eben eingefroren. Eingefroren bedeutet bei der Zeitarbeit eben sicher im Bewerberpool gelassen, aber eben gekündigt, es verursacht keine Kosten in meiner Bilanz. Bei Bedarf kann man ja darauf zurückgreifen.

_________________
Lerne die Regeln gut, damit Du sie richtig brechen kannst. Dalai Lama


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.01.2012, 20:16 
Offline

Registriert: 20.01.2006, 20:49
Beiträge: 460
Ach lieber Thomas,

nun hast Du dich also schon viele Jahre vor jeglicher ehrlicher Arbeit gedrückt? Meinen herzlichen Glückwunsch dazu!!!

Es ist anscheinend so, das Du außerhalb des Sklavenhandels einfach keinen vernünftigen Job finden würdest, weil Du eben einfach nichts kannst. Habe deine Biographie bei Xing durchgelesen und stelle fest, das Du seit Anbeginn deines Berufslebens einfach nur darauf spekuliert hast, das Andere arbeiten müssen, damit Du Geld verdienst!!!

Gut, Menschen ohne jegliches Schamgefühl sind auch völlig resistent für Gegenargumente!!

Du bist in meinen Augen nichts anderes als ein geistig minderbemittelter G... der nur darauf bedacht ist, sich auf Kosten Anderer die Taschen zu füllen.

Du bringst hier ganz große Sprüche, von wegen Dienstleistungsgewerbe aber was ist das denn anderes als schamlose Ausbeutung des jeweiligen Arbeitnehmers?? Warum müssen denn stinkenfaule ...... deines Schlages daran mitverdienen?
DU BIST EINFACH NUR WIDERWÄRTIG!!!

MfG

seneca


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 12.01.2012, 21:48 
Offline

Registriert: 13.12.2009, 15:00
Beiträge: 471
Wohnort: Schleswig-Holstein
@Thomas

Neben deiner Meinung lässt du halt keine andere Meinung gelten.

Ich mache es wie Maya und werde deine Kommentare ignorieren.
Werde doch bei Xing oder beim IGZ-Forum glücklich.

rw


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 13.01.2012, 00:12 
Offline

Registriert: 25.12.2006, 20:45
Beiträge: 1214
Lesestoff für Thomas


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 14.01.2012, 17:54 
Offline

Registriert: 04.06.2010, 22:39
Beiträge: 6
Zitat:
Was mich auf die Palme brachte, ist ein Satz, der in dem von Karl genannten Link zu finden ist: „Für Sentimentalitäten ist kein Platz“. Ich erlebe derzeit das exakte Gegenteil! Jedenfalls, wenn man „Sentimentalitäten“ mit Mitgefühl o.ä. übersetzt.


Aha, Mitgefühl.......mit den armen, armen Zeitarbeitsbuden und Disponenten, die keine ausreichende Anzahl an Facharbeitern mehr finden, die sich für jeden Hungerlohn verschachern lassen, oder sogar ihrem sog. "Bodensatz" nun Mindestlöhne zahlen müssen?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.01.2012, 01:51 
Offline

Registriert: 02.06.2006, 13:32
Beiträge: 1614
Wohnort: NRW
Mein Eindruck,

walsimöt ist mit der Zeit wohl betriebsblind geworden oder hat Scheuklappen aufgesetzt ohne dass er es bemerkt hat.

_________________
Gruß

Jobber

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

- Mahatma Gandhi (indischer Politiker (1869-1948))


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.01.2012, 17:10 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
Den scheiße labernden Schweinepriester, den widerwärtigen, schamlosen und geistig minderbemittelten G(auner?) und auch den Proleten im C&A-Anzug lasse ich mir ja noch gefallen, aber den „älteren Herrn“ verbitte ich mir! ;-)

Ist das Image jetzt wieder gerade gerückt? Mannmannmann, habt Ihr Vorstellungen!

Der Bodensatz, liebe Maya, kommt nicht von Thomas A., sondern von Thomas B.!

Schade, dass sich niemand inhaltlich mit meinem Posting auseinandergesetzt hat. Reflexion sieht irgendwie anders aus…

Hat denn wirklich niemand verstanden, dass eine Disponentin eine leitende (weil einstellende, disponierende, abmahnende, entlassende und fachlich wie disziplinarische Vorgesetzte) Angestellte ist, die – zwar in einem bestimmten, vorgegebenen Rahmen, aber dennoch - eigenverantwortlich handelt? Die die Verantwortung für ihr Tun eben nicht mal eben so auf „die Personaldienstleister“ oder gar auf „das intransparente System“ abwälzen kann?
Zweimal drei macht neune, ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt… oder was?

Ich bestreite doch nicht, DASS sie diese Erfahrungen gemacht hat. Kein Wunder, sie hat ja dazu beigetragen durch ihre kein-Bock-auf-Akquise-Einstellung und dem daraus folgenden ne,-für-den-find-ich-jetzt-einfach-keinen-Folgeauftrag,-kann-man-nix-machen…!

Cortez, den Lesestoff habe ich quergelesen (nochmals Danke). Ohne da jetzt irgendetwas schönreden zu wollen ist mir aber neben den vielen Kritiken aufgefallen, dass manche da auch Positives zu berichten wussten. Immerhin zahlen die in der EG1 grundsätzlich übertariflich. Das macht niemanden reich, das Aufstocken bleibt niemandem dadurch erspart; das steht quasi nur symbolisch dafür, dass denen die ZeitarbeiterInnen sooo egal am Ende wohl doch nicht sind. Denn als reiner Marketing-Gag wäre das bei der Vielzahl an Beschäftigten in der E1 dann wohl doch zu teuer, oder? Jedenfalls kenne ich aber deutlich schwärzere Schafe!

Wir alle hätten schon soviel weiter sein können! Die „Christen“ sind so gut wie Geschichte; hätte man in den Tarifverhandlungen von 2010 nicht darauf bestanden, dass die iGZ´ler die BZA-Entgeltgruppensystematik übernehmen müssen, sondern anders herum... Darauf noch Branchenzuschläge und wir hätten heute ein „Quasi-EP“ MIT ordentlichen Tarifverträgen!

Dann wäre auch Maya´s Rachefeldzug mitsamt ihrem Zeitarbeits-bashing heute obsolet und mir wäre viel erspart geblieben! ;-)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.01.2012, 18:41 
Offline

Registriert: 13.11.2008, 18:35
Beiträge: 633
Wohnort: Rheinland
Walsimöt hat geschrieben:
Wir alle hätten schon soviel weiter sein können! Die „Christen“ sind so gut wie Geschichte; hätte man in den Tarifverhandlungen von 2010 nicht darauf bestanden, dass die iGZ´ler die BZA-Entgeltgruppensystematik übernehmen müssen, sondern anders herum... Darauf noch Branchenzuschläge und wir hätten heute ein „Quasi-EP“ MIT ordentlichen Tarifverträgen!

Wovon träumst Du nachts?

Die Bezahlung laut der Tarifverträge hat für Facharbeiter sowieso kaum eine Bedeutung, dafür finden sich Gottdeidank dann doch nicht so viele, als daß man da nicht noch ein Schippchen drauf verlangen könnte. Bei einer Einstellung im Sommer ist eine Bezahlung nach "zustehender" EG+1 durchaus realistisch, also für einen Facharbeiter 11,92-12 EUR/h statt 10,81 EUR/h aus der EG4.

Es gibt ein ganz anderes Problem in der Branche, nämlich eine grundlegend menschenverachtende Einstellung, verbunden mit den sonstigen Regelungen der Tarifverträge, die - ohne Not - in praktisch allen Punkten zum Schlechten von den gesetzlichen Normen bzw. dem vorher Üblichen abweichen:
  • 14 Tage Kündigungsfrist erst nach 3 Monaten (Habe ich vom ersten Tag an)
  • 6 Monate Probezeit (Ich habe in meinem jetzigen Dienstverhältnis 6 Wochen)
  • AU ab dem ersten Tag (Ich muß eine AU entsprechend der gesetzlichen Normen erst ab dem 4. Tag vorlegen, brauche mich mit Durchfall also nicht im Wartezimmer des Arztes rumquälen)
  • lediglich der gesetzliche Mindesturlaub für >75% der ZA-Opfer (Ich habe 29 Tage/Jahr)
  • de facto weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld

Als ob das nicht reicht, tritt die Zeitarbeitsbranche auch noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sie nicht durch Gefälligkeitstarife aushebeln durfte, mit Füßen:
  • Nichteinhaltung der 13-Wochen-Regel für das Urlaubsentgelt ist praktisch die Norm, nicht die Ausnahme
  • Lohnausfallprinzip für Feiertage/Krankheitstage wird konsequent ignoriert
  • Verfahrensweise entsprechend Agenturprinzip, das "Unternehmerprinzip" wird nur dann bemüht, wenn es opportun ist, also ausschließlich in der Propaganda

Meine Forderungen an einen halbwegs fairen Tarif wären:
  • Klares Bekenntnis zum Unternehmerprinzip durch übliche Fristen, also gesetzliche Kündigungsfrist (Notfalls ab der 2. Woche), max. 3 Monate Probezeit
  • anteiliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereits im ersten Jahr, die Höhe wäre ebenfalls zu überdenken, alles unter einem halben Monatslohn ist ein Witz
  • Übernahme der gesetzlichen Regelungen zum Urlaubsentgelt und des Entgeltes für Feier- und Krankheitstage in den Tarifvertrag, damit sich die Disponenten besser daran erinnern
  • Mindestens 25 Urlaubstage (Bei 5-Tage-Woche), ohne Rückfall auf den gesetzlichen Mindesturlaub
  • Klare Regelungen zum AZK
    Es darf eigentlich nur dazu dienen, equal treatment mit den Festangestellten zu ermöglichen, also im Rahmen von Gleitzeitregelungen oder eines Schichtmodells beim Entleiher, wobei sichergestellt bleiben muß, daß der ZAN über die Einsatzdauer im Mittel auch die vertraglich geschuldete Arbeitszeit ableisten kann! Einsatzbeginn zu Beginn einer Freiwoche und Einsatzende zum Ende einer Freiwoche ist nicht das Verschulden des ZAN, sondern als Versuch der ZAF zu werten, den Annahmeverzug zu umgehen.
  • Faire Regelungen zur Wochenarbeitszeit.
    Die bestehende Regelung "35-40h/Woche, je nachdem, was der ZAF gerade am besten paßt" ist unzumutbar. Bei einer echten 35h-Woche wären bereits für die 36. Stunde Überstundenzuschläge fällig, bei einer 40h-Woche wären auch dann 8h/Tag zu bezahlen, wenn der Entleiher nur 38h/Woche arbeitet. Dies steht im krassen Mißverhältnis dazu, daß ein ZAN derzeit bei Annahmeverzug nur 7h/Tag bezahlt bekommt, Überstundenzuschläge aber erst ab der 41. Stunde erhält.
  • Die Entgeltgruppe 1 muß weg, die verbleibenden rücken nach, ohne daß sich die Eingruppierungsgrundsätze ändern. Damit wäre das Tarifentgelt für einen Facharbeiter West (EG4) 11,92 EUR/h. Die Branche betont immer wieder, daß sie eine eigenständige Branche sei. Damit ist sie aber auch nicht dafür verantwortlich, daß sie Facharbeiter ins nicht tarifgebundene Handwerk billiger verleihen kann, als die Klitsche einen Facharbeiter selber einstellen könnte.

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.01.2012, 19:45 
Offline

Registriert: 25.12.2006, 20:45
Beiträge: 1214
Walsimöt hat geschrieben:
Hat denn wirklich niemand verstanden, dass eine Disponentin eine leitende (weil einstellende, disponierende, abmahnende, entlassende und fachlich wie disziplinarische Vorgesetzte) Angestellte ist, die – zwar in einem bestimmten, vorgegebenen Rahmen, aber dennoch - eigenverantwortlich handelt?

Thomas, da wird Dir hier sicher keiner widersprechen. ABER leider sehen das die ZAF mit Betriebsräten anders. Beim dt. Branchenprimus sitzen neben etlichen Disponenten auch nicht wenige Niederlassungsleiter im Gremium. Irgendwo hier im Forum hatte das ein Mitglied des BR von R. so begründet quelle:
Frank hat geschrieben:
Also zu der Geschichte mit den Niederlassungsleitern: Im Jahre 2000 stand eine BR-Wahl bei Randstad an infolge der Fusion mit time-power. Der Wahlvorstand der Region Ost hatte damals festgestellt, dass Niederlassungsleiter leitende Angestellt seien. Drei Niederlassungsleiter sahen sich benachteiligt, gingen vors Arbeitsgericht Dresden und gewannen. Sprich, sie zählen nach dem Spruch des AG Dresden NICHT zu den leitenden Angestellten. Alle folgenden BR-Wahlen haben sich halt an diesem Urteil orientiert. Es gibt durchaus Niederlassungsleiter in den Betriebsräten von Randstad, die rechtliche Grundlage dazu besteht ja auch.

Wenn Du den Link zu P.S. quergelesen hast wird Dir aufgefallen sein, daß dort von der Firmenleitung auf Loyalität selbst zu den internen Angestellten dem Vernehmen nach wenig bis gar kein Wert gelegt wird. Es ist ein Unikum das es zu einer ZAF im Netz mehr Negativeinträge von leitenden Angestellten als von ZAN gibt. ZAN dieser Firma traf ich in meiner Zeitarbeitskarriere reichlich und das waren ganz ganz arme Schweine! Von einer Besserstellung zu EG1 hörte ich bisher auch nichts, wie soll die im Detail aussehen?

@Maya war zwei Jahre dabei und ihre Beweggründe hatte sie genannt. Das war Zeit genug um gründliche Einblicke in die ZAF zu bekommen und die hier glaubhaft und ehrlich darstellen zu können, aber wohl zu wenig Zeit um bei so einer Firma auf Loyalität gegenüber ihrem ehemaligen AG bestehen zu müssen. Du solltest wirklich einmal darüber nachdenken warum sich P.S. gerade hinter dem eher mittelständig orientierten IGZ versteckt. So weit mir das bekannt ist, wollen die anderen Marktführer (BZA) mit P.S. überhaupt nichts zu tun haben und ehemalige interne Angestellte mit deren Referenz im Lebenslauf haben keine Chance beim Wettberwerb unterzukommen. Hier im Umland ist P.S. bei sehr vielen Kundenfirmen rausgeflogen und deckt industriell eigentlich nur noch drittklassige Firmen ab. Im kaufmännischen Bereich haben sie leider (z.B. bei Stromanbietern, Gasversorgern usw.) noch sehr viele ZAN laufen. Von den P.S.-ZAN die ich kenne/kannte wurde noch kein einziger in eine Festanstellung entlassen, obwohl das die Kundenfirmen und auch die ZAN wollten.

@Maya bringt hier im Forum sehr viele Details z.B. zu Vergabeverfahren oder zum Verhalten von Großkunden ein, in die wir sonst überhaupt keinen Einblick hätten. Ich empfinde das als eine Bereicherung für ZOOM und da Du wahrscheinlich nur für Kleinkunden disponierst, sollte das für Dich ebenfalls nicht uninteressant sein, oder?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.01.2012, 22:12 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
Endlich mal Substanz…

Zitat:
Die Bezahlung laut der Tarifverträge hat für Facharbeiter sowieso kaum eine Bedeutung, dafür finden sich Gottdeidank dann doch nicht so viele, als daß man da nicht noch ein Schippchen drauf verlangen könnte.
Bei einer Einstellung im Sommer ist eine Bezahlung nach "zustehender" EG+1 durchaus realistisch,…

(„+1“ meint zuzüglich einem Euro, oder?) Lustig, hätte ich das geschrieben, hättest Du mir um die Ohren gehauen, dass Tarifverträge die Grundlage seien… Aber Du hast Recht! Exkurs: Da frage ich mich dann schon, wie die „Statistik“, wonach ZeitarbeiterInnen bis zu 50% weniger Lohn erhalten, zustande kam. Facharbeiter verdienen doch außerhalb der Zeitarbeit keine € 24,- Std.-lohn, oder? ;-)

Zitat:
…also für einen Facharbeiter 11,92-12 EUR/h statt 10,81 EUR/h aus der EG4.

Wir sprechen über DGB-TV, oder? Da sind Facharbeiter mit wenig Berufserfahrung in die EG3; Facharbeiter mit mehr als 3-5 Jahren BE in die EG4 einzugruppieren. Oder sprechen wir jetzt über Facharbeiter mit Zusatzausbildung (z.B. Vorrichter)? Die liegen in der EG5 bei den von Dir genannten € 11,92. Also sprechen wir bei „zustehender EG+1“ nicht von € 11,92 - € 12,00, sondern über € 10,97 - € 11,54? Oder bist Du schon bei nach 11/2012 (EG4 ab 11/2012 = € 10,81)?
Egal, weil Haarspalterei; die von Dir genannten Std.-löhne entsprechen schon der Realität für Facharbeiter. Jedenfalls bei uns und bei den mir bekannten ZAF.

Zitat:
Es gibt ein ganz anderes Problem in der Branche, nämlich eine grundlegend menschenverachtende Einstellung, …

Subjektiv und nicht belegbar! Meine Erfahrung sagt da etwas ganz anderes! Ich will nicht bestreiten, dass bei der Masse an Disponenten/NDL auch solche Spinner dabei sind, aber mit Einführung des PDK wird sich das mittel- bis langfristig ändern. Der Facharbeitermangel wird sein übriges dazu tun. Das so eine Behauptung mich und meine KollegInnen bis tief unter die Gürtellinie beleidigt, muss ich in diesem Forum wohl in Kauf nehmen. Stil? Fehlanzeige!

Zitat:
…verbunden mit den sonstigen Regelungen der Tarifverträge, die - ohne Not - in praktisch allen Punkten zum Schlechten von den gesetzlichen Normen bzw. dem vorher Üblichen abweichen:
• 14 Tage Kündigungsfrist erst nach 3 Monaten (Habe ich vom ersten Tag an)
• 6 Monate Probezeit (Ich habe in meinem jetzigen Dienstverhältnis 6 Wochen)
• AU ab dem ersten Tag (Ich muß eine AU entsprechend der gesetzlichen Normen erst ab dem 4. Tag vorlegen, brauche mich mit Durchfall also nicht im Wartezimmer des Arztes rumquälen)
• lediglich der gesetzliche Mindesturlaub für >75% der ZA-Opfer (Ich habe 29 Tage/Jahr)
• de facto weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld

Ich darf dazu zunächst mal den verhassten, vermeintlich rhetorisch geschulten Zeitarbeits-Lobbyisten raushängen lassen: Ein Tarifvertrag beschreibt immer nur die MINDESTarbeitsbedingungen! Weniger geht nicht, mehr geht immer! Die Kündigungsfristen innerhalb der ersten drei Monate können durchaus auch zum Vorteil des Zeitarbeitnehmers sein, z.B. wenn ein Zeitarbeits-Neuling merkt, dass Einsatzwechseltätigkeit nicht sein Ding ist. Zudem unterliegen Zeitarbeits-Tarifverträge der Besonderheit, dass sie für ALLE Branchen gelten. Was glaubst Du, was in den über 50.000 Tarifverträgen, die es in D gibt, so alles drin steht? Aber mal im Ernst: Es gibt – kaum zu glauben – auch Zeitarbeitnehmer, die… ich sage mal, wenig motiviert sind. Z.B. Leute, die mit Schwarzarbeit + ALG ganz gut klarkommen (darf ich das hier sagen oder bin ich jetzt menschenverachtend geworden?) oder Menschen, die von Argen gezwungen werden, Arbeiten anzunehmen, die sie nicht machen möchten (darüber beschwert Ihr Euch ja immer, stimmt also, oder?). Das stellt sich nach wenigen Tagen/Wochen heraus; da habe ich schon gerne die Möglichkeit, durch längere Kündigungsfristen entstehende Kosten einzusparen und anderen zugute kommen zu lassen. Und zur weiteren Begründung wieder die Besonderheit der Branche: Die so wenig motivierten Mitarbeiter arbeiten ja nicht bei uns, sondern bei unseren Kunden. Wären wir ein „normaler“ Betrieb, könnte man solche Mitarbeiter irgendwo „verstecken“, also Tätigkeiten übernehmen lassen, die nicht so wichtig sind. Aber seinen Kunden sollte man das nicht zumuten. Insgesamt aber passen diese verkürzten Kündigungsfristen nicht zu einer normalen Branche, da gebe ich Dir Recht. Da uns nur die allerwenigsten (meiner persönlichen Erfahrung nach oder bei uns Hoffmännern) innerhalb der ersten drei Monate verlassen, ist der Punkt geschenkt.
6 Monate Probezeit: ist das normalste von der Welt, gilt fast überall und ich sehe keinen Grund, das zu ändern. In Ausnahmefällen (Mitarbeiter benötigt dringend einen Kredit o.ä.) verkürzen wir die Probezeit, allerdings nur bei KollegInnen, die uns bis dahin überzeugt haben.
AU am 1. Tag: Bei uns brauchst Du Dich auch nicht im Wartezimmer rum zu quälen; ein kurzer Anruf genügt. Krankheit bekommst Du allerdings nur gegen AU vergütet; ansonsten Urlaub oder aus dem AZK (je nach Wunsch des MA). AU kommt meistens mit dem nächsten Std.-zettel oder am Monatsende, quasi nie am ersten Tag. Gelebte Praxis bei uns! Vergiss bitte nicht, dass wir in der Zeitarbeit von einer besonderen Zuverlässigkeit der Mitarbeiter leben (Info!) daher finde ich es völlig legitim, AU´s so zu handhaben, wie soeben beschrieben.
Mindesturlaub für <75% (kannst Du das Wort „Opfer“ nochmal überdenken?): Kokolores! Die Zahlen sind veraltet, aus dem 11. AÜG-Bericht aus 2008. Wir (Hoffmänner) haben eine durchschnittliche Beschäftigungsdauer von deutlich über 2 Jahren (auf unserer HP steht noch was von 3, 79 Jahren, das muss ich mal abändern, in 2011 haben uns viele – vor allem langjährig Beschäftigte – verlassen. Exkurs: Klebeeffekt = 7%? Lacher! Siehe auch iGZ-Branchenbarometer). Im Durchschnitt sind 26 – 30 Tage insofern normal.
UG/WG: Bekommen Mitarbeiter nach einem halben Jahr Zugehörigkeit (guck nochmal in den TV). Somit fast jeder (bei uns). Dennoch, die Höhe ist zugegebenermaßen ziemlich niedrig (je € 150,- - € 300,-; mithin maximal € 600,- jährlich).

Zitat:
Als ob das nicht reicht, tritt die Zeitarbeitsbranche auch noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sie nicht durch Gefälligkeitstarife aushebeln durfte, mit Füßen:
• Nichteinhaltung der 13-Wochen-Regel für das Urlaubsentgelt ist praktisch die Norm, nicht die Ausnahme
• Lohnausfallprinzip für Feiertage/Krankheitstage wird konsequent ignoriert
• Verfahrensweise entsprechend Agenturprinzip, das "Unternehmerprinzip" wird nur dann bemüht, wenn es opportun ist, also ausschließlich in der Propaganda

Urlaubsentgelt: Das stimmt tatsächlich in den meisten Fällen! Ihr kennt aber das Schreiben dazu, unterschrieben durch AGV + DGB. Das ist also von den Sozialpartnern so vereinbart worden. Auch wenn Christian I. dazu geschrieben hat, das sei alt und der DGB könne gar nicht unterschreiben, sondern nur die Einzelgewerkschaften: Es ist Wille der Sozialpartner!
Lohnausfallprinzip für Feiertage/AU-Tage: wird nicht ignoriert. Du magst Ausnahmen aufzählen können, die Regel ist das aber nicht. Und wenn man so einen erwischt kann ich nur raten zu klagen und den zuständigen AGV bzw. die Gewerkschaften oder die BA zu informieren. Als wenn Ihr hier nicht wüsstet, wie das funktionückelt!
Agentur-/Unternehmerprinzip: Das mag die heilige Maya so praktiziert haben; wir nicht! Ich kann mich an unsere letzte betriebsbedingte Kündigung gar nicht mehr erinnern! Wir leben das Arbeitgebermodell! Und deshalb ist das keine Propaganda sondern schlichtweg ein signifikanter Unterschied zwischen der deutschen und z.B. der französischen Zeitarbeit.

Zitat:
Meine Forderungen an einen halbwegs fairen Tarif wären:
• Klares Bekenntnis zum Unternehmerprinzip durch übliche Fristen, also gesetzliche Kündigungsfrist (Notfalls ab der 2. Woche), max. 3 Monate Probezeit
• anteiliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereits im ersten Jahr, die Höhe wäre ebenfalls zu überdenken, alles unter einem halben Monatslohn ist ein Witz
• Übernahme der gesetzlichen Regelungen zum Urlaubsentgelt und des Entgeltes für Feier- und Krankheitstage in den Tarifvertrag, damit sich die Disponenten besser daran erinnern
• Mindestens 25 Urlaubstage (Bei 5-Tage-Woche), ohne Rückfall auf den gesetzlichen Mindesturlaub
• Klare Regelungen zum AZK
Es darf eigentlich nur dazu dienen, equal treatment mit den Festangestellten zu ermöglichen, also im Rahmen von Gleitzeitregelungen oder eines Schichtmodells beim Entleiher, wobei sichergestellt bleiben muß, daß der ZAN über die Einsatzdauer im Mittel auch die vertraglich geschuldete Arbeitszeit ableisten kann! Einsatzbeginn zu Beginn einer Freiwoche und Einsatzende zum Ende einer Freiwoche ist nicht das Verschulden des ZAN, sondern als Versuch der ZAF zu werten, den Annahmeverzug zu umgehen.
• Faire Regelungen zur Wochenarbeitszeit.
Die bestehende Regelung "35-40h/Woche, je nachdem, was der ZAF gerade am besten paßt" ist unzumutbar. Bei einer echten 35h-Woche wären bereits für die 36. Stunde Überstundenzuschläge fällig, bei einer 40h-Woche wären auch dann 8h/Tag zu bezahlen, wenn der Entleiher nur 38h/Woche arbeitet. Dies steht im krassen Mißverhältnis dazu, daß ein ZAN derzeit bei Annahmeverzug nur 7h/Tag bezahlt bekommt, Überstundenzuschläge aber erst ab der 41. Stunde erhält.
• Die Entgeltgruppe 1 muß weg, die verbleibenden rücken nach, ohne daß sich die Eingruppierungsgrundsätze ändern. Damit wäre das Tarifentgelt für einen Facharbeiter West (EG4) 11,92 EUR/h. Die Branche betont immer wieder, daß sie eine eigenständige Branche sei. Damit ist sie aber auch nicht dafür verantwortlich, daß sie Facharbeiter ins nicht tarifgebundene Handwerk billiger verleihen kann, als die Klitsche einen Facharbeiter selber einstellen könnte.

Unternehmerprinzip: Volle Zustimmung!
UG/WG bereits ab 1. Jahr: Längst gelebte Praxis (wie gesagt, guck nochmal nach)! Höhe: Keine Ahnung, kann und will ich nix zu sagen.
Feier-/AU-Tage: Gesetzliche Regelungen brauchen doch nicht bloss zur Erinnerung in ein Tarifwerk eingebunden werden. Mumpitz aus meiner Sicht.
Urlaubstage: Die Mitarbeiter haben durch das AZK so viel Freizeit, da träumen sogar Lehrer von! Rosinenpickerei!
AZK: Nochmal Rosinenpickerei! Globalisierte Welt… Arbeit fällt nicht mehr in gleichbleibendem Umfang an… VW hat Lebensarbeitszeitkonten… Du kennst die Argumente. Wenn das Unternehmer/Arbeitgebermodell gelebt wird, sehe ich keinen Grund, warum man nicht in Absprache mit dem Mitarbeiter (Wünsche sind zu berücksichtigen!) gemeinsam ans AZK gehen kann. §11 Abs. 4 AÜG wird doch dadurch nicht ausgehebelt; das Beschäftigungsrisiko bleibt doch – ok, je nach Argumentation meinetwegen auch leicht eingeschränkt – bestehen. Aber mal ehrlich, was tut das bei einem gelebten Arbeitgebermodell zur Sache?
Und ich darf dann bitte auch mal Rosinen picken? Wie schaut´s aus in Sachen Kurzarbeit? Wie in Sachen Bauhauptgewerbe?
Wochenarbeitszeit: Meine Zeit geht flöten, ich will noch einen Schluss finden, deshalb nur soviel: Wir zahlen Prozente nach dem Metall/Elektro-TV NRW. Auch für Maler! Da dürften jetzt eigentlich keine Fragen mehr offen bleiben, oder!?!

Wichtig ist am Ende doch, dass Arbeitsbedingungen so austariert sind, dass möglichst alle Interessen Berücksichtigung finden. Arbeitnehmer wollen vom Lohn/Gehalt vernünftig leben können (was immer das auch im Einzelnen bedeutet) und Arbeitgeber müssen Ihre Dienstleistung zu einem Preis anbieten können, der auch Erträge ermöglicht. Wenn wir schlussendlich die Zeitarbeit dermaßen verteuern, dass sie für Firmen nicht mehr bezahlbar ist, dann hat das Auswirkungen. Welche (Werkverträge, Wohlstand, …), darüber kann sich jeder selbst Gedanken machen.
Jetzt sind wir aber vom eigentlichen Thread-Titel abgekommen. Sorry dafür. Aber auch nur dafür!
PS: Sorry, Cortez, habe Deinen Kommentar gerade erst gelesen. Heute abend kann und will ich nicht mehr, gib mir bitte noch etwas Zeit…


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 00:07 
Offline

Registriert: 02.03.2011, 11:44
Beiträge: 357
Wohnort: Leer - Ostfriesland
Zitat:
Facharbeiter verdienen doch außerhalb der Zeitarbeit keine € 24,- Std.-lohn, oder?


42,00 € !

Und nun?

Gruss

Habrack


Ex-Leihsklave

_________________
Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 - Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
---> Artikel 23 Absatz 2: Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit <---


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 00:14 
Offline

Registriert: 13.11.2008, 18:35
Beiträge: 633
Wohnort: Rheinland
Walsimöt hat geschrieben:
Endlich mal Substanz…

Ich wünschte, ich könnte das von Deinen Antworten auch sagen ...

Walsimöt hat geschrieben:
Schimmelreiter hat geschrieben:
Die Bezahlung laut der Tarifverträge hat für Facharbeiter sowieso kaum eine Bedeutung, dafür finden sich Gottdeidank dann doch nicht so viele, als daß man da nicht noch ein Schippchen drauf verlangen könnte.
Bei einer Einstellung im Sommer ist eine Bezahlung nach "zustehender" EG+1 durchaus realistisch,…

(„+1“ meint zuzüglich einem Euro, oder?)

Das oder aber eigentlich eine EG höher.

Walsimöt hat geschrieben:
Lustig, hätte ich das geschrieben, hättest Du mir um die Ohren gehauen, dass Tarifverträge die Grundlage seien…

Nein, sie stellen (eigentlich) Mindestbedingungen dar. Als Facharbeiter hat man durchaus die Verhandlungsposition, da etwas mehr rauszuschlagen.

Walsimöt hat geschrieben:
Aber Du hast Recht! Exkurs: Da frage ich mich dann schon, wie die „Statistik“, wonach ZeitarbeiterInnen bis zu 50% weniger Lohn erhalten, zustande kam. Facharbeiter verdienen doch außerhalb der Zeitarbeit keine € 24,- Std.-lohn, oder? ;-)

Ergänzt um das selbe "bis zu" das auch vor den 50% steht durchaus.

Walsimöt hat geschrieben:
Schimmelreiter hat geschrieben:
…also für einen Facharbeiter 11,92-12 EUR/h statt 10,81 EUR/h aus der EG4.

Wir sprechen über DGB-TV, oder? Da sind Facharbeiter mit wenig Berufserfahrung in die EG3; Facharbeiter mit mehr als 3-5 Jahren BE in die EG4 einzugruppieren. Oder sprechen wir jetzt über Facharbeiter mit Zusatzausbildung (z.B. Vorrichter)? Die liegen in der EG5 bei den von Dir genannten € 11,92. Also sprechen wir bei „zustehender EG+1“ nicht von € 11,92 - € 12,00, sondern über € 10,97 - € 11,54? Oder bist Du schon bei nach 11/2012 (EG4 ab 11/2012 = € 10,81)?

Wie kommst Du auf 3-5 Jahre?
"Tarif Plus" sagt "spätestens nach 3 Jahren" und mehrjährig ist im Wortsinne alles ab 2 Jahren. Ich hab jetzt wenig Lust, mir auch die ver.di-Erläuterungen zum TV durchzulesen, aber m.E. nach wurde auch dort 3 Jahre als oberste Grenze für die Erfüllung von "mehrjährig" genannt.
Aber da sind wir wieder in der Realität angekommen, in der die Tarifverträge gerne als "Höchstgrenze" ausgelegt werden, die zudem auch noch bis zum Exzess nach unten ausgelegt werden. Schön, das auch ohne gezielte Nachfrage mal von Dir zu hören, damit weiß ich schon, was ich von Deinem "bei uns ist alles anders" zu halten habe ...

Walsimöt hat geschrieben:
Schimmelreiter hat geschrieben:
Es gibt ein ganz anderes Problem in der Branche, nämlich eine grundlegend menschenverachtende Einstellung, …

Subjektiv und nicht belegbar!

Absolut korrekt. In den letzten 8 Jahren habe ich halt ein richtig gutes Händchen dabei bewiesen, die Masse der guten ZAF zu umschiffen und mir immer wieder nur die schwarzen Schafe rausgesucht. Auch die mittlerweile drei Ex-Disponenten, mit denen ich im Kontakt stehe, die die Branche verlassen haben weil es eine Drecksbranche ist und von denen einer sogar psychiatrische Behandlung brauchte, um diesen Sumpf zu verarbeiten, spinnen total. Nur Du hast Recht. Und Herr Bäumer.
Unerheblich auch, daß ich noch nie einen Zeitarbeiter - egal von welchem Zuhälter - getroffen habe, der über die Probezeit hinausgekommen wäre, waren halt alles faule Schweine.

Walsimöt hat geschrieben:
Meine Erfahrung sagt da etwas ganz anderes! Ich will nicht bestreiten, dass bei der Masse an Disponenten/NDL auch solche Spinner dabei sind, aber mit Einführung des PDK wird sich das mittel- bis langfristig ändern. Der Facharbeitermangel wird sein übriges dazu tun. Das so eine Behauptung mich und meine KollegInnen bis tief unter die Gürtellinie beleidigt, muss ich in diesem Forum wohl in Kauf nehmen. Stil? Fehlanzeige!

Von mir brauchst Du kein Mitleid zu erwarten.
Stillos ist es, daß erst ein akuter Mangel an Opfern kommen werden muß, damit sich die Branche an gewisse Mindeststandards zu halten gedenkt.

Walsimöt hat geschrieben:
Ich darf dazu zunächst mal den verhassten, vermeintlich rhetorisch geschulten Zeitarbeits-Lobbyisten raushängen lassen: Ein Tarifvertrag beschreibt immer nur die MINDESTarbeitsbedingungen! Weniger geht nicht, mehr geht immer!

Hochinteressant, aber eigentlich bekannt.
Aber trotzdem freut es mich, das mal aus Deinem berufenen Munde zu hören, muß ich es doch in realen Vorstellungsgesprächen explizit erwähnen.
"Das ist aber so Tarif" ist ein beliebtes Argument der Disponenten, um Forderungen nach Besserstellung erst einmal rundweg abzulehnen. Am Ende ist zwar durch Nachdruck fast immer eine bessere Bezahlung zu erreichen, am Rest hält aber in der Realität jede ZAF fest. Da kann - bzw. will - man nichts an den Formularverträgen ändern, die die ZAF in den Schubladen haben und auch keine Zusatzvereinbarung abschließen.

Walsimöt hat geschrieben:
Die Kündigungsfristen innerhalb der ersten drei Monate können durchaus auch zum Vorteil des Zeitarbeitnehmers sein, z.B. wenn ein Zeitarbeits-Neuling merkt, dass Einsatzwechseltätigkeit nicht sein Ding ist.

Richtig, i.d.R. hat er ja auch die Wahl und kein Jobcenter oder eine Arbeitsagentur im Nacken und zudem auch Millionen auf dem Konto als Reserve.

Walsimöt hat geschrieben:
Aber mal im Ernst: Es gibt – kaum zu glauben – auch Zeitarbeitnehmer, die… ich sage mal, wenig motiviert sind.

Kaum zu glauben, bei den tollen Löhnen, die die Branche zahlt.

Aber mal im Ernst: Da braucht Ihr 6 Monate Probezeit, davon 3 mit untergesetzlichen Kündigungsfristen, für, um das herauszufinden?
Vielleicht würde es ja ausreichen, die unwilligen Leute nicht am Telefon zu bedrohen und zur Arbeitsaufnahme zu nötigen? Solche Telefonate habe ich schon mehrmals mitbekommen, während ich in Euren Buden gewartet habe.

Walsimöt hat geschrieben:
Das stellt sich nach wenigen Tagen/Wochen heraus; da habe ich schon gerne die Möglichkeit, durch längere Kündigungsfristen entstehende Kosten einzusparen und anderen zugute kommen zu lassen.

Daher und nur daher ja auch meine Einschränkung auf "Notfalls ab der 2. Woche". Mehr braucht es nicht. Der Schutz der ZAF vor dem einem "faulen" Mitarbeiter, der es schafft, sich während des Vorstellungsgespräches und der ersten Woche "zusammenzureißen", wiegt nicht das berechtigte Schutzbedürfnis der Masse der LAN vor besonders faulen Disponenten auf, die Mitarbeiter lieber wochenweise einstellen und feuern, als auch nur einen Tag nach einem neuen Einsatz zu suchen.
Meine letzte ZAF hat mich - nach monatelangem Einsatz und zufriedenem Kunden - an meinem Geburtstag gekündigt, da Einsatzende. Man hat nicht einmal die 3 Tage abgewartet, in der mich der alte Kunde noch weiter bezahlen mußte. Wenn ich der ZAF ihre Dreistigkeit (Beim Vorstellungsgespräch kamen nämlich dieselben verschissenen Worthülsen, die Du jetzt hier absonderst!) nicht vollumfänglich heimgezahlt hätte, hätte man mich ganz sicher zwei Wochen später angerufen, um mir eine der 6 "neuen" Stellen anzubieten. Tja, hätte die ZAF nicht alle Elektroniker (abzgl. dem einen noch im Einsatz befindlichen) gefeuert, hätten sie keine 6 neuen suchen müssen ...

Du findest meine Wortwahl stillos?

Sei vielmehr froh, daß ich mich so sehr am Riemen reiße und das nächste Jahr nicht für einen von Euch Verbrechern arbeiten muß, lange würde das nämlich nicht mehr ohne Zeitungsartikel gut gehen!

Walsimöt hat geschrieben:
6 Monate Probezeit: ist das normalste von der Welt, gilt fast überall und ich sehe keinen Grund, das zu ändern.

6 Monate sind die gesetzliche Obergrenze, also auch wieder eine komplette Ausreizung des Gestaltungsspielraums zugunsten der AG.
Auch hier habe ich wieder für den Ball zu danken, den Du mir zugespielt hast: Du findest es also gut, daß die ZA-Branche die Branche ist, die wirklich in jedem Punkt nur die gesetzlichen Mindestnormen erfüllt, sofern sie sie nicht sogar noch unterschreiten kann. Solche Standpunkte machen immer wieder klar, wessen Geistes Kind Du (Auch stellvertretend für alle Schönredner der Branche) wirklich bist.
Noch einmal: Ich habe sechs Wochen Probezeit. Das gibt es durchaus. Auch 3 Monate sind so ungewöhnlich nicht. Wenn die ZA-Branche irgendwann einmal ein halbwegs seriöses Ansehen haben will, sollte sie in Erwägung ziehen, nicht immer die rote Laterne halten zu wollen.
Übrigens gibt es auch durchaus Beschäftigungsverhältnisse, in denen bessere Kündigungsfristen gelten als die gesetzlichen. Du forderst immer nur von den ZAN, nur nach unten zu sehen und lediglich die Mitmenschen zu sehen, die kaum mehr oder gar noch etwas weniger zu verdienen.
Deshalb machst Du Dich z.B. auch über die "50% weniger" lustig, nur weil vielleicht ein Facharbeiter im Handwerk auch nur 12-14 EUR/h verdient, was ja ggü. 11-12 EUR bei einer ZAF keine 50% sind, aber den Helfer für 7,89 EUR/h ignorierst Du, der in der normalen Wirtschaft eben auch durchaus mal 11-17 EUR verdient. In den entsprechenden Branchen sind wir dann auch gar nicht mehr so weit von Deinen ins lächerliche gezogenen 24 EUR/h für den Fachi weg. Aber ich soll ja nicht nach oben schauen, nur nach unten ...

Walsimöt hat geschrieben:
AU am 1. Tag: Bei uns brauchst Du Dich auch nicht im Wartezimmer rum zu quälen; ein kurzer Anruf genügt. Krankheit bekommst Du allerdings nur gegen AU vergütet;

Also brauche ich doch eine AU.
Vorgesehen sind eigentlich 3 Karenztage, an denen ich eben keine AU brauche und "was Falsches gegessen" auskurieren darf. Da solch kurze AUs problemlos zu kriegen sind, schadet die Forderung nach einer AU vom ersten Tag an nur denjenigen, die wirklich etwas haben, das erfahrungsgemäß nach ein bis zwei Tagen besser ist. Kleiner Tip: Wenn ich mich deswegen schon ins Wartezimmer setzen muß, lasse ich den Doc auch immer was länger krankschreiben. Wenn man mir unterstellt, ich wolle ja nur ein paar Tage extra frei haben, dann will ich die auch haben.

Walsimöt hat geschrieben:
Mindesturlaub für <75% (kannst Du das Wort „Opfer“ nochmal überdenken?): Kokolores! Die Zahlen sind veraltet, aus dem 11. AÜG-Bericht aus 2008. Wir (Hoffmänner) haben eine durchschnittliche Beschäftigungsdauer von deutlich über 2 Jahren (auf unserer HP steht noch was von 3, 79 Jahren, das muss ich mal abändern, in 2011 haben uns viele – vor allem langjährig Beschäftigte – verlassen.

Blödsinn. Ich muß nicht von mir ausgehen, aber bei Dutzenden bis Hunderten von LAN, mit denen ich schon zusammengearbeitet habe, hätte mir doch wenigstens einer begegnen sollen, der über die Probezeit hinaus ist, oder?
Schon die <25% sind nur dadurch zu erklären, daß es ja auch noch megaschwarze "Selbstverleiher" gibt, die einfach die eigenen Beschäftigten rauswerfen und sich danach über eine eigene ZAF wieder zurückleihen, da kann ich mir die 25% schon vorstellen. Die Lufthansa plant ja jetzt auch ein entsprechendes Geschäftsmodell ...
Aber jetzt auch noch davon zu faseln, daß diese Zahlen insgesamt ja viel besser seien ist Hohn für jeden LAN, der sich das Gegenteil Tag für Tag ansehen darf.

Walsimöt hat geschrieben:
UG/WG: Bekommen Mitarbeiter nach einem halben Jahr Zugehörigkeit (guck nochmal in den TV). Somit fast jeder (bei uns).

Buahahaha.
Der LAN muß
- zum Auszahlungszeitpunkt noch in der ZAF angestellt
- ungekündigt
und
- sechs Monate beschäftigt sein.

Für WG (Fälligkeit mit der Novemberabrechnung) muß der LAN also spätestens am 1.6. eingetreten sein und darf trotz Winter Ende November noch nicht wieder gekündigt sein. Für UG muß er gar in der Winterflaute oder gar davor eingestellt worden sein. Das ist mir in 8 Jahren genau ein Mal passiert.

Walsimöt hat geschrieben:
Feier-/AU-Tage: Gesetzliche Regelungen brauchen doch nicht bloss zur Erinnerung in ein Tarifwerk eingebunden werden. Mumpitz aus meiner Sicht.

Für mich schon, ich kenne die Regelungen auch so.
Stünden sie allerdings nochmals im Tarifvertrag (Im "Tarif Plus" z.B. durch Bezugnahme geschehen) würde sich vielleicht manch ZAF mehr dran halten.

Walsimöt hat geschrieben:
Urlaubstage: Die Mitarbeiter haben durch das AZK so viel Freizeit, da träumen sogar Lehrer von! Rosinenpickerei!

Stimmt, Rosinenpickerei. Eure Rosinen. Du vergleichst den verdienten Urlaub (Mit dem guten Gefühl, noch Arbeit zu haben, wenn man zurückkehrt) mit dem Gebibber, wie lange das AZK noch die auftragsfreie Zeit überbrücken kann?

Walsimöt hat geschrieben:
AZK: Nochmal Rosinenpickerei! Globalisierte Welt… Arbeit fällt nicht mehr in gleichbleibendem Umfang an… VW hat Lebensarbeitszeitkonten…

Wenn ich die gleichen Sozialleistungen und den gleichen Lohn auch bei Euch kriege, bin ich ganz bei Dir. Ansonsten bleibe ich dabei, daß ich keine Sekunde aus dem AZK für die Faulheit der Disponenten hergebe.

Walsimöt hat geschrieben:
Wichtig ist am Ende doch, dass Arbeitsbedingungen so austariert sind, dass möglichst alle Interessen Berücksichtigung finden. Arbeitnehmer wollen vom Lohn/Gehalt vernünftig leben können (was immer das auch im Einzelnen bedeutet) und Arbeitgeber müssen Ihre Dienstleistung zu einem Preis anbieten können, der auch Erträge ermöglicht. Wenn wir schlussendlich die Zeitarbeit dermaßen verteuern, dass sie für Firmen nicht mehr bezahlbar ist, dann hat das Auswirkungen.
[/quote]
Zeitarbeit dient angeblich der Überbrückung kurzfristig erhöhten Arbeitsaufwandes (Wozu gibt es dann eigentlich überhaupt noch befristete Verträge?) oder Ausfällen. Diesen Komfort dürfen sich die Entleiher auch gerne etwas kosten lassen. Wenn es im Tarif steht, gibt es ja auch keine Konkurrenz, die es billiger könnte.
Eine Begründung dafür, daß ein LAN auch noch billiger sein muß als die ausgefallene eigene Kraft, kann ich nicht sehen.

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 16:52 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
@Cortez:
Zitat:
@Maya bringt hier im Forum sehr viele Details z.B. zu Vergabeverfahren oder zum Verhalten von Großkunden ein, in die wir sonst überhaupt keinen Einblick hätten. Ich empfinde das als eine Bereicherung für ZOOM und da Du wahrscheinlich nur für Kleinkunden disponierst, sollte das für Dich ebenfalls nicht uninteressant sein, oder?

Kurz und knapp: akzeptiert und angenommen!

Als Korinthenkacker will ich nur anfügen, dass wir in der Tat zum Großteil mit „Kleinkunden“, aber auch viel mit Mittelständlern und auch einigen wenigen größeren arbeiten.
Zum P.S.-BR: Was ist das denn für ein BR, wo der Bock zum Gärtner gemacht wird? Während meiner Tätigkeit als Personalsachbearbeiter bei meinem Ausbildungsbetrieb BSK Zeitarbeit war ich für eine Legislatur stellv. BR-Vorsitzender (Angestellten-Vertreter). Alle anderen waren ZeitarbeiterInnen. ZAF-BR mit Disponenten und gar NDL sind imho ein schlechter Witz. Ebenso unlustig wie das von Dir (über Frank) zitierte Urteil, wonach Disponenten und auch NDL keine leitenden Angestellten seien. Da kann ich die Entscheidung der Richter nicht nachvollziehen. Aber ich hatte Dich ja so verstanden, dass wir da nicht unterschiedlicher Meinung sind. Von daher sehe ich meine Kritik an Maya immer noch als berechtigt an, wonach sie – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – die Dinge, die sie hier kritisiert, selbst hätte verändern können. Und am Zeitpunkt ihrer Registrierung („Rache“, „Zeitarbeits-bashing“) ändert das doch auch nichts.

Zitat:
Wenn Du den Link zu P.S. quergelesen hast wird Dir aufgefallen sein, daß dort von der Firmenleitung auf Loyalität selbst zu den internen Angestellten dem Vernehmen nach wenig bis gar kein Wert gelegt wird.

Ja, das habe ich gelesen und das ist mir auch aufgefallen. Was soll ich dazu sagen? Ob die sich aufgegeben haben, die Firmenleitung gewechselt hat oder einfach nur einen Furz quer sitzen haben… ?!? Das ist in jedem Fall schlimm und hat negative Auswirkungen auf alle bei P.S. beschäftigten Menschen. Da gibt´s nix schön zu reden!

Zitat:
Von einer Besserstellung zu EG1 hörte ich bisher auch nichts, wie soll die im Detail aussehen?

http://personaservice-direkt.de/bezahlu ... omment-265
Da heißt es: „Die Geschäftsleitung von persona service hat sich mit einer klaren Entscheidung von diesem Mindestlohn abgesetzt: Bei persona service erhalten ab 01. Mai alle Mitarbeiter im Westen mindestens 8.00 €…“

Zitat:
. Von den P.S.-ZAN die ich kenne/kannte wurde noch kein einziger in eine Festanstellung entlassen, obwohl das die Kundenfirmen und auch die ZAN wollten.

P.S. sagt dazu folgendes: http://personaservice-direkt.de/arbeits ... omment-266
Wie soll ich jetzt darüber urteilen, was stimmt?

Zitat:
@Maya war zwei Jahre dabei und ihre Beweggründe hatte sie genannt. Das war Zeit genug um gründliche Einblicke in die ZAF zu bekommen und die hier glaubhaft und ehrlich darstellen zu können, …

Sie wird ihre Erfahrungen schon nicht erfunden haben. Dennoch bin ich in Sachen „Beweggründe“ anderer Meinung. Wir werden doch wohl damit leben können, dass wir unterschiedlicher Meinung sind, oder?

Zitat:
Du solltest wirklich einmal darüber nachdenken warum sich P.S. gerade hinter dem eher mittelständig orientierten IGZ versteckt. So weit mir das bekannt ist, wollen die anderen Marktführer (BZA) mit P.S. überhaupt nichts zu tun haben und ehemalige interne Angestellte mit deren Referenz im Lebenslauf haben keine Chance beim Wettberwerb unterzukommen. Hier im Umland ist P.S. bei sehr vielen Kundenfirmen rausgeflogen und deckt industriell eigentlich nur noch drittklassige Firmen ab.

Ich habe darüber nachgedacht und bin leider zu keinem Ergebnis gekommen. Ich will nix schönreden; unter dem Link (oben) beschreibt P.S. warum aktuelle Urlaubsstände nicht auf der Lohnabrechnung ausgewiesen werden könnten. Mumpitz! P.S. ist bekannt dafür (ich hoffe, das stimmt jetzt auch ;-) ), dass sie neben dem reinen SVS noch Fahrtzeiten und Fahrgelder in Rechnung stellen, wovon der Mitarbeiter aber nichts oder nur kaum etwas abbekommt. Wenig seriös!
Gruß
Thomas


@Schimmelreiter:
Zitat:
Sei vielmehr froh, daß ich mich so sehr am Riemen reiße und das nächste Jahr nicht für einen von Euch Verbrechern arbeiten muß, lange würde das nämlich nicht mehr ohne Zeitungsartikel gut gehen!

Du bist disqualifiziert!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 19:19 
Offline

Registriert: 04.08.2009, 06:55
Beiträge: 466
Walsimöt hat geschrieben:
Zitat:
Von einer Besserstellung zu EG1 hörte ich bisher auch nichts, wie soll die im Detail aussehen?

http://personaservice-direkt.de/bezahlu ... omment-265
Da heißt es: „Die Geschäftsleitung von persona service hat sich mit einer klaren Entscheidung von diesem Mindestlohn abgesetzt: Bei persona service erhalten ab 01. Mai alle Mitarbeiter im Westen mindestens 8.00 €…“


Geile Scheisse:

Zum 01. Mai 2011 hat nun auch der Bundestag endlich einen Mindestlohn für die Zeitarbeit auf den Weg gebracht.

Die Regelung ist vernünftig, denn sie soll den heimischen Arbeitsmarkt vor „Lohndumping“ schützen, wenn ab 01.05.2011 die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer von 8 neuen EU-Staaten aus Europa gilt. Die Lohnuntergrenze beträgt vom 01.05.2011 an 7,79 € im Westen und 6,89 € pro Stunde im Osten.

Die Geschäftsleitung von persona service hat sich mit einer klaren Entscheidung von diesem Mindestlohn abgesetzt: Bei persona service erhalten ab 01. Mai alle Mitarbeiter im Westen mindestens 8.00 € und im Osten mindestens 7,00 €. Einer geringeren Entlohnung hat persona service bundesweit für alle Niederlassungen „den Riegel vorgeschoben“.


nur weil sie 0,21 bzw. 0,11€ drauflegen fühlen sie sich wie Samariter...

Walsimöt hat geschrieben:
Zitat:
. Von den P.S.-ZAN die ich kenne/kannte wurde noch kein einziger in eine Festanstellung entlassen, obwohl das die Kundenfirmen und auch die ZAN wollten.

P.S. sagt dazu folgendes: http://personaservice-direkt.de/arbeits ... omment-266
Wie soll ich jetzt darüber urteilen, was stimmt?


du glaubst den Blödsinn doch nicht wirklich oder?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 20:11 
Offline
Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2730
Wohnort: Augsburg
Hallo Walsimöt,

Zitat:
...Exkurs: Da frage ich mich dann schon, wie die „Statistik“, wonach ZeitarbeiterInnen bis zu 50% weniger Lohn erhalten, zustande kam.


Es geht nicht um den Vergleich nackter Tariftabellen.

Bei den nackten Tariftabellen beträgt der Unterschied z.B. bei Facharbeitern zu Leiharbeitern zwischen vier und fünf Euro. (Kommt drauf an ob man die alten Lohneinstufungen nimmt oder ERA).

LAN Facharbeiter ca. 10 Euro
Stammarbeiter ca. 14-15 Euro

Ein halbes 13. Monatsgehalt plus 50% Urlaubsgeld (für 6 Wochen Urlaub macht das 75% eines Monatsgehalts. Ergibt auf einen Monat heruntergerechnet ca. 10 %. (Euer Urlaubsgeld dagegengerechnet kann man vergessen). Auf den Stundenlohn gerechnet:

Stammarbeiter 1,40 Euro mehr.

Sonderzahlungen wie Erfolsbeteiligungen machen bei vielen Firmen im Schnitt ca. 1000 Euro aus. Auf den Monat heruntergebrochen:

Entspricht ca. 5% also nochmals 0,80 Euro/Std.

In manchen Betrieben müssen die LAN im Akkord mitarbeiten bekommen aber dafür nur einen feuchten Händedruck.(Ziehen sie nicht mit werden sie abgemeldet).

Ein Rechenbeispiel dazu:
Stammarbeiter rechnen mit 130-135% ab macht beim Facharbeiterbeispiel pro Stunde nochmals ca. 4-5 Euro

Rechnet man zusammen was ein Stammarbeiter auf die Stunde umgerechnet bekommt ergibt sich:

14,50 + 1,40 + 0,80 + 4,50 = 21,20 Euro
LAN ca. 10 Euro

Entspricht -53 %.

In deinen Kreisen werden die bis zu 50% offensichtlich für Tartarenmeldungen der Gewerkschaften gehalten. Als Tarifkommissionsmitglied des iGZ solltest du dir schon mal Gedanken darüber machen.

Karl

PS:
Morgen kommt noch ein anderer Punkt nach. Aber momentan wird es sonst zuviel.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 20:33 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
Zitat:
nur weil sie 0,21 bzw. 0,11€ drauflegen fühlen sie sich wie Samariter...

Ja, kann man durchaus so sehen. Macht pro ZAN monatlich nämlich nur um die € 20,- aus (die meisten ZAN vermute ich im Westen, bilde also einen Durchschnitt von - alles geschätzt! - € 0,18. € 0,18 x ca. 160 Std. monatlich = keine € 30,- brutto = ca. € 20,- netto - grob gerechnet.
Andererseits, als Marketing-Gag ziemlich teuer: Lt. Lünendonk-Liste hat P.S. ca. 17.000 ZAN. Ich schätze - aus dem Bauch heraus - das die ca. 6.000 EG1´er beschäftigen. 6.000 x € 0,18 x 1,3 SV x ca. 1.700 Std./Jahr = ca. € 2,5 Mio. -> bei einem Jahresumsatz von € 538 Mio. sind das fast 0,5% vom Umsatz.

Walsimöt hat geschrieben:
Zitat:
. Von den P.S.-ZAN die ich kenne/kannte wurde noch kein einziger in eine Festanstellung entlassen, obwohl das die Kundenfirmen und auch die ZAN wollten.

P.S. sagt dazu folgendes: http://personaservice-direkt.de/arbeits ... omment-266
Wie soll ich jetzt darüber urteilen, was stimmt?


Zitat:
du glaubst den Blödsinn doch nicht wirklich oder?

Warum sollte ich das nicht glauben? Die schreiben doch explizit, dass 2.000 ZAN zu Kunden gewechselt sind. Und die schreiben doch auch recht offen, z.B. "Mit Option auf Übernahme – den Spruch habe ich schon 1000-mal gehört!“. Nix gegen Cortez, aber so explizit beschrieben ist das doch aussagekräftiger als die Tatsache, dass Cortez niemanden davon kennt.

Damit das aber nochmal deutlich wird: Ich will hier weder die € 8,- Std.-lohn noch Versprechungen zur vermeintlichen Übernahmen gutheißen!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 21:09 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
Hallo karla,
mir ist klar, dass wir hier in Zoom bei einem Forum der IG Metall sind.
Von daher ist es auch nicht zu beanstanden, wenn Du hier Tarife der IG Metall ins Verhältnis zu Zeitarbeits-Tarifen setzt.

In der Metall- und Chemie-Industrie haben wir traditionell sehr hohe Tarife. Die Zeitarbeit überlässt aber in alle Branchen. Und in diesen anderen Branchen kommt man auf deutlich weniger als die von Dir genannten 53% Unterschied, manchmal müsste man auch ein Minus vor die Prozentzahl setzen, z.B. in der Pflegebranche. Zudem sind gerade noch einmal 52% aller Betriebe in D tarifiziert. Und in nicht-tarifzierten Betrieben verdienen Zeitarbeiter schon heute häufig mehr als die Stammis.

Dass Du Deine IG Metaller im Auge hast, ist Dein Job.
Du bist mir aber bitte nicht böse, wenn ich auch die anderen Branchen bzw. die nicht-tarifizierten Betriebe im Auge habe. Denn das ist ja mein Job.

Bitte verstehe auch, dass ich hier als Privat-Mensch unterwegs bin, der nur seine persönliche Meinung schreibt. Nur um meine Meinungen zu unterfüttern, zeige ich beizeiten Beispiele meines Arbeitgebers, mancher mir bekannten iGZ-Mitgliedsunternehmen oder Unternehmen aus meiner Heimatregion auf.

In Sachen Tarifkommission überschätzt Du meine Kompetenzen. Wenn ich also zu Fragen in Sachen Tarifpolitik schweigen werde, hat das auch deshalb nichts mit Kneifen zu tun. Einverstanden?

Einen schönen Abend noch wünscht
Thomas


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 16.01.2012, 22:18 
Offline

Registriert: 13.11.2008, 18:35
Beiträge: 633
Wohnort: Rheinland
Walsimöt hat geschrieben:
Und in diesen anderen Branchen kommt man auf deutlich weniger als die von Dir genannten 53% Unterschied, manchmal müsste man auch ein Minus vor die Prozentzahl setzen, z.B. in der Pflegebranche.

Mit Verlaub, Du laberst schon wieder Müll.

Entgeltgruppe E 6, Stufe 1 im Bereich VKA, Tabelle 01.08.2011 - 29.02.2012

Monatsbeträge
Grundgehalt: 1967.13 €
Monats-Brutto: 1967.13 €

Das ergibt ein Brutto von 11,49 EUR/h (39,5-h-Woche) für eine frisch aus dem Examen geplumpste Karbolmaus.

Zudem vergißt Du natürlich ganz sicher auch wieder ...

Jahresbeträge
Grundgehalt: 23605.56 €
Jahressonderzahlung: 1770.42 €

Jahres-Brutto: 25375.98 €
durchschn. Monatsgehalt: 2114.66 €

Damit wären wir bereits bei 12,35 EUR/h.

Weiters wäre das auch nur das nackte Grundgehalt, umgelegt auf die regelmäßige Wochenarbeitszeit.

Dazu kommen natürlich noch weitere Vorteile ggü. dem mafiösen Menschenhandel:
- 100% Lohnfortzahlung über Monate hinweg (Durch Aufstockung des Krankengeldes)
- Mehr Urlaub (jährlicher Urlaubsanspruch bei 5-Tage-Woche: bis zum vollendeten 30. Lebensjahr 26 Tage, bis zum vollendeten 40. Lebensjahr 29 Tage, nach dem vollendeten 40. Lebensjahr 30 Tage, daher auch meine 29 Tage), Zusatzurlaub für bestimmte Schichten und Einsatzorte
- Zusatzversorgung (z.B. kirchliche Zusatzversorgungskasse KZVK, rheinische Versorgungskassen, ...)
- diverse Zulagen (Psychiatrie, Intensiv, Radiologie, ...; kleine Schichtzulage, große Schichtzulage, etc. pp.)

Damit sind wir weit entfernt von der EG3-EG4, die die Mafia zahlt, geschweige denn, eine negative Differenz postulieren zu können.

Es sei denn, man heißt Altmann und sieht keine klaren Bilder mehr.

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 17.01.2012, 16:04 
Offline
Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2730
Wohnort: Augsburg
Hallo Walsimöt,

Zitat:
Wir alle hätten schon soviel weiter sein können! Die „Christen“ sind so gut wie Geschichte; hätte man in den Tarifverhandlungen von 2010 nicht darauf bestanden, dass die iGZ´ler die BZA-Entgeltgruppensystematik übernehmen müssen, sondern anders herum... Darauf noch Branchenzuschläge und wir hätten heute ein „Quasi-EP“ MIT ordentlichen Tarifverträgen!

Und wie verträgt sich die Vorstellung des iGZ für den Helferbereich billige Einstiegslöhne zu vereinbaren mit ordentlichen Tarifverträgen?

Siehe unter: http://www.ig-zeitarbeit.de/artikel/11108 (im PDF-Anhang) igz-stellungnahme-zeitarbeit-cdu-antragsberatungen

sowie unter: http://www.ig-zeitarbeit.de/artikel/11022 (Videobeitrag Sequenz 4.30 - 4.60).


Karl


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 17.01.2012, 18:48 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
karla hat geschrieben:
Und wie verträgt sich die Vorstellung des iGZ für den Helferbereich billige Einstiegslöhne zu vereinbaren mit ordentlichen Tarifverträgen?
Karl


Wie sollte ich diese Frage besser beantworten können als Frau Durian (Video) oder der iGZ (PDF) höchstselbst???


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 18.01.2012, 18:56 
Offline

Registriert: 25.12.2006, 20:45
Beiträge: 1214
Walsimöt hat geschrieben:
Zum P.S.-BR: Was ist das denn für ein BR, wo der Bock zum Gärtner gemacht wird?

P.S. ist eine IGZ-Firma und hat keinen BR, der Beitrag von @Frank bezog sich auf die Firma Randstad (aber auch bei Tuja, Adecco, Manpower usw. sitzen nicht nur ZAN im Gremium). Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass also nach Meinung vieler großer ZAF weder @Maya noch Thomas Altmann leitende Angestellte sind. Insofern wäre Deine Argumentation sowieso hinfällig...


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 18.01.2012, 20:21 
Offline

Registriert: 21.03.2010, 12:43
Beiträge: 314
cortez hat geschrieben:
Walsimöt hat geschrieben:
Zum P.S.-BR: Was ist das denn für ein BR, wo der Bock zum Gärtner gemacht wird?

P.S. ist eine IGZ-Firma und hat keinen BR, der Beitrag von @Frank bezog sich auf die Firma Randstad (aber auch bei Tuja, Adecco, Manpower usw. sitzen nicht nur ZAN im Gremium). Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass also nach Meinung vieler großer ZAF weder @Maya noch Thomas Altmann leitende Angestellte sind. Insofern wäre Deine Argumentation sowieso hinfällig...


Die Meinung der großen ZAF ist aber Quatsch; DisponentInnen entscheiden allein und brauchen wohl nicht erst Herrn oder Frau Randstad, Adecco, Manpower usw. zu fragen, ob sie ZAN XY disponieren, einstellen, entlassen, abmahnen, oder sonstwie disziplinarisch sanktionieren dürfen. Sonst bräuchte es ja keine DisponentInnen. ;-) Und zu mir selbst als NDL: Ich leite und lenke die Geschicke unseres Unternehmens unterhalb der GF in nicht unerheblichem Maße. Insofern halte ich meine Argumentation weiterhin nicht für hinfällig.

Viel wichtiger aber (für mich):

Ich kann den Zorn von Schimmelreiter und anderen ehrlich gut verstehen. Ich lese hier im Forum viel, weil mich Zoom "erdet"; wer die Abgründe unserer Branche, die tagtäglichen Tarif- und Gesetzesverstöße, den Umgang mancher selbstherrlicher DisponentInnen mit Arbeitnehmern und was sich manche sonst noch so einfallen lassen, nicht kennt, kann letztlich auch nicht mit Weitblick urteilen. Ich bin deshalb auch wirklich nicht beleidigt, wenn man mich hier beschimpft; ich stehe ja für viele hier stellvertretend für den ganzen Sch..., den sie mit "ihren" ZAF so erlebt haben. Ob das so beschriebene nun Ausnahme oder Regel ist, darüber habe ich hier schon viel diskutiert.

Passend dazu Werner Stolz in Xing (als Antwort auf den hier in Zoom viel zitierten Arnd Schumacher): "Die Branche wurde jedenfalls von der Öffentlichkeit immer schon als Einheit wahrgenommen, so dass sich leider viele Akteure (die sich ethisch einwandfrei verhalten) allzu häufig für das Fehlverhalten von einigen Schwarzen Schafen, Missbräuchen und Rechtsverstößen rechtfertigen müssen. In diesen Fällen hilft nur eine deutliche Trennlinie und Selbstreinigungsmechanismen. So viel Ausgrenzung muss sein, wenn das Branchenimage weiter verbessert werden soll..."
Wer kann, sollte sich mal den ganzen Thread durchlesen, weil sehr erhellend: https://www.xing.com/net/igz/zeitarbeit ... -39402711/

Ich selbst kenne und lebe Zeitarbeit eben anders als das hier in Zoom immer wieder beschrieben wird. Deswegen schrieb ich hier, um für ein differenzierteres Bild zu werben.

Den "Verbrecher" von Schimmelreiter, den ein Admin, mit dem ich über PN kommuniziert hatte, nach eigenen Angaben zensiert hätte, wenn er es gelesen hätte, verstehe ich als "normale" Beschimpfung. Kein Problem! "...lange würde das aber ohne Zeitungsbericht nicht mehr gutgehen" hat dagegen m.E. nach ein ganz anderes Kaliber. Damit kann ich nicht umgehen, sorry!

Verlangen kann ich gar nichts! Erwartet und gewünscht hätte ich auch keine Zensur, aber ich hatte gehofft, dass irgendjemand so etwas wie "Nun übertreib hier mal bitte nicht, Schimmelreiter" oder ähnliches geschrieben hätte. Zeigt bitte mal etwas Empathie und versetzt Euch mal in meine Lage. Was ginge denn in Euren Köpfen vor, wenn Ihr so etwas lesen würdet?

Ich bin schon ein wenig erschrocken darüber, dass der Admin das mit dem "Zeitungsbericht" nach eigenen Angaben noch nicht einmal für kommentierungsbedürftig erachtet.

Ich konzentriere mich daher mal auf Facebook; da schreiben bunt zusammengewürfelte Menschen, branchennah oder –fern, über alle Themen, die es zu diskutieren lohnt (oder auch nicht ;-) )

Ich wünsche allen Schreibern und Lesern von Zoom ehrlich und von Herzen für die private wie berufliche Zukunft alles erdenklich Gute und Liebe.

Haltet Euch tapfer!

Thomas


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 18.01.2012, 21:06 
Offline

Registriert: 25.12.2006, 20:45
Beiträge: 1214
Walsimöt hat geschrieben:
Passend dazu Werner Stolz in Xing (als Antwort auf den hier in Zoom viel zitierten Arnd Schumacher): "Die Branche wurde jedenfalls von der Öffentlichkeit immer schon als Einheit wahrgenommen, so dass sich leider viele Akteure (die sich ethisch einwandfrei verhalten) allzu häufig für das Fehlverhalten von einigen Schwarzen Schafen, Missbräuchen und Rechtsverstößen rechtfertigen müssen. In diesen Fällen hilft nur eine deutliche Trennlinie und Selbstreinigungsmechanismen. So viel Ausgrenzung muss sein, wenn das Branchenimage weiter verbessert werden soll..."

Ja, er redet viel und schön. Aber würde Herr Stolz wirklich Firmen wie P.S. 'ausgrenzen'? Das glaubst Du doch selbst nicht!

Walsimöt hat geschrieben:
Den "Verbrecher" von Schimmelreiter, den ein Admin, mit dem ich über PN kommuniziert hatte, nach eigenen Angaben zensiert hätte, wenn er es gelesen hätte, verstehe ich als "normale" Beschimpfung. Kein Problem! "...lange würde das aber ohne Zeitungsbericht nicht mehr gutgehen" hat dagegen m.E. nach ein ganz anderes Kaliber. Damit kann ich nicht umgehen, sorry!

Das ZAF sehr empfindlich auf Medienberichte reagieren ist bekannt. Warum wohl? Ich würde mir wünschen, dass sich viel mehr betroffene ZAN ihr Recht erkämpfen und ihre Erfahrungen über die Medien publizieren. Bisher geht die Berichterstattung in den Medien eher in Richtung wehrlose Opfer. Erfolgreiche Kämpfernaturen passen anscheinend nicht ins aktuelle Bild. Gerade die Umgangsweisen von @Schimmelreiter mit seinen ZAFs würden doch unterhaltsame und kurzweilige Zeitungsartikel abgeben.

Ich nehme an Dein Gastauftritt ist nun wieder beendet? Irgendwie wirkst Du viel dünnhäutiger und empfindlicher, aber auch unkonzentrierter und oberflächlicher als in der Vergangenheit. Dein Job scheint seinen Tribut einzufordern.

Ist es das wirklich wert?


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 18.01.2012, 22:32 
Offline

Registriert: 13.11.2008, 18:35
Beiträge: 633
Wohnort: Rheinland
cortez hat geschrieben:
"...lange würde das aber ohne Zeitungsbericht nicht mehr gutgehen" hat dagegen m.E. nach ein ganz anderes Kaliber. Damit kann ich nicht umgehen, sorry!

Das ZAF sehr empfindlich auf Medienberichte reagieren ist bekannt. Warum wohl? Ich würde mir wünschen, dass sich viel mehr betroffene ZAN ihr Recht erkämpfen und ihre Erfahrungen über die Medien publizieren. Bisher geht die Berichterstattung in den Medien eher in Richtung wehrlose Opfer. Erfolgreiche Kämpfernaturen passen anscheinend nicht ins aktuelle Bild. Gerade die Umgangsweisen von @Schimmelreiter mit seinen ZAFs würden doch unterhaltsame und kurzweilige Zeitungsartikel abgeben.[/quote]
Hehe, auch eine Art, meine Äußerung zu verstehen.
Ich denke nur, Walsimöt hat sie besser verstanden ...

Es ist ganz einfach so, daß ich echt nicht weiß, wie ich reagieren würde, wenn man noch einmal versuchen würde, mich für blöd zu verkaufen. Nichts anderes tun diese ganzen Halunken. Und nachdem ich genug ZAF selber kennenlernen mußte und weitere aus 1. Hand kenne, reagiere ich schon allergisch auf "manche/einige/paar/wenige schwarze Schafe" ... als ob es auch irgendwelche weißen gäbe ...

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 19.01.2012, 00:01 
Offline

Registriert: 20.01.2006, 20:49
Beiträge: 460
Walsimöt hat geschrieben:
Ich konzentriere mich daher mal auf Facebook

Na Walsimöt, das finde ich aber äußerst Schade. Leider bin ich bei dieser auf den Datenschutz scheißenden Plattform kein Mitglied und kann somit deinen weiteren Pro Leiharbeitsergüssen nicht mehr folgen. Schade Schade!!!

Aber das passt schon gut:
cortez hat geschrieben:
Irgendwie wirkst Du viel dünnhäutiger und empfindlicher, aber auch unkonzentrierter und oberflächlicher als in der Vergangenheit. Dein Job scheint seinen Tribut einzufordern.


Könnte es denn wirklich sein, das sich dein Gewissen mal meldet?

Viel Erfolg bei facebook wünscht von Herzen

seneca


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 19.01.2012, 06:31 
Offline

Registriert: 10.02.2008, 13:02
Beiträge: 423
Wohnort: Kreis Bayreuth
Ich les hier nun auch schon ne ganze Weile mit und begreife doch eins nicht. ZA, im Grundgedanken ist es nicht verkehrt, Nur leider gibt es, nicht zuletzt wegen verfehlter politischen Entscheidungen einfach viele die die rechtlichen Möglichkeiten bis zur Grenze der Legalität ausnutzen. Nicht nur bei den ZAG sondern eben auch durch die Unternehmen die diese in Anspruch nehmen.
Einmal angedacht um flexibel, kurzfristig und ohne viel Bürokratie auf schnell wechselne und umfangreiche Auftragsspitzen oder eben Personalengpässe reagieren zu können. Oder eben wie ich es auch noch verstanden hat um den Mitarbeitern Fertigkeiten praktisch zu vermitteln, sie weiter zu bilden, eben wie verlängerte Lehrjahre. oder um den Unternehmen Gelegenheit zu geben potentielle Mitarbeiter ohne nennenswertes Risiko unter realen Bedingungen zu testen ( Dafür war mal die Probezeit gedacht). Darauf sollten sich die ZAG auch wieder konzentrieren und nicht darauf wie man den einfachen Arbeiter möglichst mundtot und abhängig macht.
Nur Mitarbeiter die wissen das man sie schätzt, ihre Leistung anerkennt und auf deren angebrachte Kritik reagiert wird bringen ein Unternehmen , gleich welcher Art voran, Zombies, die nur Befehlsempfänger sind, oder eben zu solchen gemacht werden nehmen den Unternehmen jede Chance auf Inervation direkt aus der Arbeitswelt,

Mein Tip an die Zeitarbeitsfirmen, schaltet selbst die unseriösen Abzocker aus, nehmt eure Mitarbeiter ernst, bezahlt sie gut, den sonst könnt ihr gute Mitarbeiter auf Dauer nicht halten.

_________________
Lerne die Regeln gut, damit Du sie richtig brechen kannst. Dalai Lama


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 127 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de