ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 17.08.2013, 01:34 
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Registriert: 16.05.2009, 15:58
Beiträge: 207
im Einsatzbetrieb stehen gerade Übernahmen aus Leiharbeit, in unbefristete Verhältnisse aus befristeten verträge oder eben das Ende eines befristeten vertrages ohne Übernahme an

eine Kollegin wurde vor 12Monaten befristet aus der Leiharbeit, andere länger oder kürzer übernommen, die Verträge damals mit den Leihbuden waren allesamt unbefristet

nun ist es so das lt Arbeitsagentur all jenen die wie üblich damals einen Sufhebungsvertrag unterschrieben, nun eine 3 monatige Sperre droht, weil sie ein sicheres unbefristetes gegen ein befristetes Arbeitsverhältnis getauscht haben

ich bin im Moment einfach nur wütend auf diesen Staat, der den Bürger mit 3 Monaten ohne Geld bestraft, wenn er sich nicht weiter als Sklave verkaufen und behandeln lassen : (


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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 17.08.2013, 08:15 
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Registriert: 03.03.2011, 19:39
Beiträge: 1006
Nochmal langsam - für wieviele Monate wurden die AN befristet im Einsatzbetrieb übernommen?

Zitat:
nun ist es so das lt Arbeitsagentur all jenen die wie üblich damals einen Sufhebungsvertrag unterschrieben, nun eine 3 monatige Sperre droht, weil sie ein sicheres unbefristetes gegen ein befristetes Arbeitsverhältnis getauscht haben


Das ist ja Quatsch, ein unberfistetets Arbeitsverhältnis bei einer Leihfirma ist alles möglich, aber mit Sicherheit nicht "sicher".

Zitat:
eine Kollegin wurde vor 12Monaten befristet aus der Leiharbeit, andere länger oder kürzer übernommen, die Verträge damals mit den Leihbuden waren allesamt unbefristet


Wenn der befristete AV 12 Monate oder gar länger lief, dann kann es keine Sperrzeit geben! Mag sein, dass ein verpeilter sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur dies behauptet oder gar eine verhängt. Dann muss man unbedingt dagegen vorgehen. Selbst beim Wechsel in wesentlich kürzere befristete Arbeitsverhältnisse wurden bereits sozialgerichtlich festgestellt, dass da nicht einfach so eine Sperre verhängt werden darf.
Und gerade bei Leiharbeit könnte und müsste man gesondert argumentieren. Da wohl im Normalfall der AN abgemeldet und in der Folge sofort von der Leihfirma gekündigt worden wäre, wenn er das befristete Übernahmeangebot abglehnt hätte.

Mich macht eher wütend, dass bei Leiharbeitern wie selbstverständlich ohne Sachgrund befristet werden kann und auch die 6monatige Wartezeit des KschG von Neuem beginnt, selbst wenn der AN bereits monate- oder jahrelang in dem Betrieb zum Einsatz kam.


Zuletzt geändert von früherwaralles am 20.08.2013, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 18.08.2013, 22:40 
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Registriert: 28.01.2013, 22:42
Beiträge: 42
Solch ein Wechsel ist auch dann "Straffrei" wenn das neue befristete Arbeitsverhältnis nur 1 Monat hält. Bedingung ist dann allerdings, dass du dich mit dem Wechsel objektiv verbessert hast d.h. z.B. ein höherer Stundenlohn oder ein kürzerer Weg zur Arbeit. Alle anerkannten Wechselgründe müsstest du bei der Gewerkschaft in Erfahrung bringen, oder googeln.


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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 20.08.2013, 16:48 
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Registriert: 27.04.2013, 08:20
Beiträge: 22
Dann scheint das aber ein weit verbreiteter Irrglaube zu sein. Mir hat das Arbeitsamt auch mit einer Speerzeit gedroht. Konstellation war ähnlich wie, der von rumpelpumpel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 02.11.2013, 17:02 
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Registriert: 30.05.2010, 09:48
Beiträge: 15
Nach über 15 Jahren Leiharbeit habe ich auch ein Angebot bekommen sogar unbefristet !!
Leider musste ich es ablehnen da das angebotene monatliche Bruttogehalt von 3000 € nicht einmal mein der zeitiges Nettogehalt von mehr als 3000 € erreichte. Liest sich kurios aber entspricht der Wahrheit. Ich werde korrekt bezahlt 50% Branchenzuschlag, 25% Überstundenzulage. Ich weis das ich keinen sicheren Arbeitsplatz dort als Leiharbeiter habe und die Ungewissheit ist noch größer geworden. Denn nun ist mein Arbeitsplatz nicht nur durch eine Krise gefährdet,sonder auch von den Betriebsrat ,Gewerkschaft oder ein neues Gesetz ,was Leiharbeitsdauer bei gleichen Kunden begrenzt.
Nur nebenbei mein momentanes Bruttogehalt ist über 1000€ höher bei der Leihfirma !! dazu kommt noch die Auslöse.

Es jedem gerecht zu machen ist nicht leicht


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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 03.11.2013, 10:07 
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Registriert: 11.09.2011, 15:12
Beiträge: 39
Wohnort: Salzgitter
wenn man von einem unbefristeten in eine befristetet arbeitsverhältniss wechselt kann durchaus eine sanktion oder sperre drohen das ist im SGB II so festgelegt weil man duch das befristete arbeitsverhältniss seine hilfsbedurftigkeit ja nicht verringert sondern absichtlich wieder herbeiführt

_________________
Ich stocke meine Hartz IV mit dem Lohn einer Leihbude auf


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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 10.11.2013, 14:55 
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Registriert: 16.05.2009, 15:58
Beiträge: 207
habe mittlerweile genauere Auskunft der Agentur erhalten

demnach ist es tatsächlich so, allerdings sieht der SB mit dem ich gesprochen habe, ausnahmefälle gerade in Bezug auf Leiharbeit , da diese ja wohl keinesfalls als sicherer Arbeitsplatz zu werten ist, jeweils aber eine Einzelfallentscheidung

regulär stellt sich das dann so dar

Übernahme befristet im Einsatzbetrieb z.b. zum 01.01. über 12 Monate
d.h. Aufgabe des gesicherten ARbeitsplatzes somit zum 31.12 des Vorjahres

ab dem 31.12 zählt dann die 3monatige Sperre, d.h. man befindet sich in der Sperrzeit auch wenn man arbeitet
endet das befristete Arbeitsverhältnis nicht irgendwann in einem unbefristeten, hat man nicht automatisch den normalen Anspruch auf Alg 1 über die Dauer von z.b. 12 Monaten, sondern nur noch von 9 Monaten , d.h. die 3 Monate Sperrfrist wird von der Bezugsdauer abgezogen


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 Betreff des Beitrags: Re: Übernahme besser nicht??
BeitragVerfasst: 22.11.2013, 18:20 
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Registriert: 13.11.2008, 18:35
Beiträge: 633
Wohnort: Rheinland
Die Wahrscheinlichkeit für eine Sperrzeit, geschweige denn eine, die auch einer rechtlichen Überprüfung standhält, sehe ich als minimal.

  • Faktisch hat mich noch kein Schwein bei der Agentur gegen Arbeit danach gefragt, warum/wieso/weshalb das vorletzte Arbeitsverhältnis endete.
    Mein letztes Arbeitsverhältnis (Beim Land NRW) war z.B. auf 11 Monate befristet.
    Das vorhergehende (Bei einer ZAF) endete zwar sowieso durch Kündigung durch den Ausbeuter, aber gefragt hat mich danach keiner.

    Ich hatte sogar schon die Situation, nach befristeter Beschäftigung arbeitslos geworden zu sein und das vorangehende unbefristete Beschäftigungsverhältnis selbst gekündigt zu haben und auch da hat mich keiner danach gefragt.

    Aber wie immer gibt es natürlich auch Leute, die sich so lange ungefragt um Kopf und Kragen labern, bis sie endlich aus eigener Blödheit eine "Ermessensreduzierung auf Null" erreicht haben.
  • Solange es irgendeine triftige Begründung für den Wechsel gibt, sind Klagen der Agentur gegen Arbeit aussichtslos
    Bundessozialgericht B 11a AL 57/05 R - 12.07.2006
    Besserer Lohn, modernere Arbeitsmittel, besseres Betriebsklima, keine Montagetätigkeit = begründet
    B 11a AL 73/05 R 12.07.2006
    Unter Zugrundelegung der vorstehend beschriebenen Grundsätze kommt der Senat auch unter den Umständen des vorliegenden Falles zum Ergebnis, dass dem Interesse der Klägerin, die für sie attraktive befristete Beschäftigung bei DSR aufzunehmen, gegenüber einem etwaigen Interesse der Versichertengemeinschaft an einem Festhalten an der Beschäftigung bei P der Vorzug zu geben ist. Ausreichend für ein berechtigtes Interesse der Klägerin an der Aufnahme der Beschäftigung bei DSR ist bereits die vom LSG festgestellte Tatsache, dass die Klägerin bei P lediglich als Bürohilfe eingesetzt war, während sie nach dem Wechsel zu DSR entsprechend ihrer bisherigen Qualifikation als Buchhalterin beschäftigt worden ist. Hinzu kommt, dass mit der Aufnahme der höherwertigen Tätigkeit die Erzielung eines erheblich höheren Entgelts verbunden war.
    ...
    Dies gilt umso mehr, als es sich ausweislich des Arbeitsvertrages der Klägerin mit P um eine im Rahmen eines Leiharbeitsverhältnisses ausgeübte Tätigkeit handelte und nach den Angaben der Klägerin eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart war mit einer insoweit durch die vorliegende Arbeitsbescheinigung von P bestätigt (vgl Bl 324 Rückseite der vom LSG in Bezug genommenen Verwaltungsakten) zweiwöchigen Kündigungsfrist des Arbeitgebers.
    Landessozialgericht Hamburg L 2 AL 49/09 01.02.2012
    Nach diesen Maßstäben konnte der Klägerin ein anderes Verhalten nicht zugemutet werden. Zum Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei der Fa. S. hatte sie über Jahre wechselnde Beschäftigungsverhältnisse, zu einem großen Teil bei Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen, hinter sich, befand sich bei A. auf einem Arbeitsplatz ohne Perspektive bei schlechtem Betriebsklima und fühlte sich von ihrer Arbeitgeberin, der Fa. S., trotz mehrfacher Bitte um Intervention allein gelassen. Ihr wurde mit der einer Probezeit vergleichbaren Beschäftigung als Leiharbeiterin bei V. mit von vornherein thematisierter Übernahmeoption die Gelegenheit eröffnet, in ein dauerhaftes festes Beschäftigungsverhältnis außerhalb der Zeitarbeitsbranche zu wechseln, in der sie ihre beruflichen Fertigkeiten nebst Fremdsprachenkenntnissen einbringen und fortentwickeln konnte.

Oder anders:
Eine Sperrzeit ist bei jeglicher, gleich wie gearteter, mit der Aufnahme des neuen Arbeitsverhältnisses verbundener Verbesserung zu verneinen.

Als Verbesserung zählt aber eben nicht nur ein besseres Einkommen, sondern z.B. auch
  • eine dem Ausbildungsprofil angemessenere Tätigkeit
    Facharbeiter statt Helfer, Meister/Techniker statt Facharbeiter, .... oder auch einfach nur eine anspruchsvollere Tätigkeit statt Handlangertätigkeiten
  • eine nennenswert günstigere Anfahrt zum Arbeitsort

Einzige Ausnahme hierzu sind inakzeptabel kurze Befristungen bei gleichzeitiger Aussichtslosigkeit einer Entfristung, vgl. Landessozialgericht Baden-Württemberg L 13 AL 2057/03 10.10.2006:
Selbst wenn das von der Klägerin aufgenommene befristete Beschäftigungsverhältnis als attraktiv im Sinne der oben zitierten Rechtsprechung zu werten wäre, würde die Annahme eines wichtigen Grundes daran scheitern, dass das erste befristete Beschäftigungsverhältnis hier lediglich für die ganz kurze Zeit von sechs Wochen begründet wurde und es völlig offen war, ob sich hieran weitere, lediglich auf ein Quartal befristete Beschäftigungsverhältnisse anschließen würden. Auf eine Fortsetzung des befristeten Arbeitsverhältnisses als unbefristetes bestand keinerlei Aussicht.

_________________
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


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