ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Tarifrunde 2018 in der M+E Industrie
BeitragVerfasst: 28.12.2017, 13:08 
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Registriert: 24.02.2007, 07:11
Beiträge: 328
Wohnort: Hamburg
Die IG Metall fordert für die Stammbelegschaften:
6% mehr Geld und die Wahloption für eine verkürzte Vollzeit,
Personalausgleich und Angleichung Ost,
sowie einen freien Tag für die Prüfungsvorbereitung von Auszubildenden und dual Studierenden!


Unabhängig von dieser aktuellen Tarifauseinandersetzung streitet die IG Metall auch für gleiches Geld für gleiche Arbeit für Leiharbeitskräfte.
Für die Leiharbeit gelten aber andere Tarifverträge, betriebliche Vereinbarungen und das 2017 erneuerte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG).

Was gilt für Leiharbeitskräfte, wenn es im Einsatzbetrieb einen (Warn-)Streik gibt?
Ganz einfach: In einem bestreikten Betrieb müssen Leiharbeitskräfte nicht arbeiten!


Als Leiharbeiter oder Leiharbeiterin sollte man, trotz der Informationspflicht des eigenen Arbeitgebers, bei einem Streik oder Warnstreik im Entleihbetrieb zunächst erst einmal bei der Verleihfirma anrufen!
Einfach Bescheid sagen, dass im Einsatzbetrieb ein Arbeitskampf stattfinden würde.
Das kann nicht schaden.
Die Verleihfirma möge (bitte!) ansagen, wo man alternativ hingehen soll! Schließlich ist sie, die Verleihfirma, für jeden Einsatz zuständig. Und auch für die Information!
Und dann sollte man auch gesagt bekommen, zu welchem anderen Einsatzbetrieb man jetzt hinfahren soll …
Bis man eine Antwort hat, hat man zunächst einmal „einsatzfreie Zeit“!
Die Gesetzeslage und auch die aktuell gültigen Tarifverträge mit den Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeitsbranche sind da ganz eindeutig.
Also Arbeitszeit, für die die Verleihfirma zunächst keinen Einsatz anzubieten hat.
Und in „einsatzfreier Zeit“ kann man als Privatperson die streikenden Kolleginnen und Kollegen des Einsatzbetriebes bei dem, was sie so tun, begleiten!
Zum Beispiel zu einer Demonstration. Das ist gelebte Solidarität!
Für den eigenen Arbeitgeber, die Verleihfirma, sollte man erreichbar sein.
Das Arbeitszeitkonto darf aber wegen eines Arbeitskampfes im Einsatzbetrieb unfreiwillig nicht belastet werden!

Dürfen Leiharbeiter im Einsatzbetrieb mitstreiken?
Nein, denn ihr Arbeitgeber ist die Verleihfirma - aber:

„Der Leiharbeitnehmer ist nicht verpflichtet, bei einem Entleiher tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist. In den Fällen eines Arbeitskampfs nach Satz 1 hat der Verleiher den Leiharbeitnehmer auf das Recht, die Arbeitsleistung zu verweigern, hinzuweisen.“ (§ 11 Absatz 5, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz)

Wichtig ist auch die Zugehörigkeit der Verleihfirma zu einem Arbeitgeberverband des Zeitarbeitsgewerbes. (Als Leiharbeiter oder als Leiharbeiterin sollte man darüber informiert sein, welche Tarifverträge für einen selbst Gültigkeit haben!)
Auch, wenn man jetzt schon das gleiche Geld für die gleiche Arbeit bekommt!
Die Tarifgemeinschaft des DGB hat mit den zwei großen Arbeitgeberverbänden der Verleihbranche Tarifverträge abgeschlossen. Mit dem iGZ, dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, und dem BAP, dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister. (Der heutige BAP hieß früher BZA.)

WAS SAGEN DIE TARIFVERTRÄGE ZU ARBEITSKÄMPFEN IM EINSATZBETRIEB?

DGB-Tarifgemeinschaft mit dem BAP (früher BZA) § 17.1
Mitarbeiter werden im Umfang eines Streikaufrufs einer Mitgliedsgewerkschaft der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit nicht in Betrieben oder Betriebsteilen eingesetzt, die ordnungsgemäß bestreikt werden. Dies gilt auch für Mitarbeiter, die bereits vor Beginn der Arbeitskampfmaßnahme in dem Betrieb eingesetzt wurden. Hiervon können die Parteien des Arbeitskampfes im Einzelfall abweichende Vereinbarungen treffen (z.B. Notdienstvereinbarungen). Die Regelung des § 11 Abs. 5 AÜG bleibt unberührt.

DGB-Tarifgemeinschaft mit dem iGZ § 12
Arbeitnehmer werden im Umfang eines Streikaufrufs einer Mitgliedsgewerkschaft der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit nicht in Betrieben oder Betriebsteilen eingesetzt, die ordnungsgemäß bestreikt werden. Dies gilt auch für Arbeitnehmer, die bereits vor Beginn der Arbeitskampfmaßnahme in dem Betrieb eingesetzt wurden. Hiervon können die Parteien des Arbeitskampfes im Einzelfall ab-weichende Vereinbarungen treffen (z.B. Notdienstvereinbarungen). Die Regelung des § 11 Abs. 5 AÜG bleibt unberührt.

Wir rufen die Betriebsräte der IG Metall in den Entleihbetrieben dazu auf, ein Schreiben u.a. mit folgendem Inhalt an die in ihrem Betrieb tätigen Verleihfirmen zu senden:
„Wir wollen Sie darauf hinweisen, dass Sie verpflichtet sind, ihre bei der Firma xy eingesetzten Arbeitnehmer nach § 11 Absatz 5 AÜG auf das Recht hinzuweisen, die Arbeitsleistung in einem von einem Arbeitskampf betroffenen Kundenbetrieb zu verweigern und darauf aufmerksam zu machen, dass die Arbeitnehmer in diesem Fall ihren Entgeltanspruch behalten.“
Ebenfalls sollten die Betriebsräte der IG Metall ihre jeweilige Geschäftsführung, die Personalabteilung, den Einkauf, etc. auf diesen Umstand hinweisen!

AK MiZ bei der IG Metall Region Hamburg


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