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Besuch bei der Tarifkomission

Am 1. Januar 2004 traten die ersten Tarifverträge der DGB-TG mit den Zeitarbeitsverbänden in Kraft mit dem langfristigen Ziel "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld". Wie wird heute nach 13 Jahren die Forderung "Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit" in der IGM diskutiert?

Vier Beispiele:

Vorstand IG Metall:

"Des Weiteren brauchen wir eine Erweiterung des Branchenzuschlages nach spätestens 15 Monaten auf 65% des Stundenentgeltes, um das gesetzliche equal-pay  zu erreichen, wobei es bei der Staffelung ab der 6. Woche bleiben sollte. (Zitat aus: Beschlußvorlage des Vorstands für die TK-Metall Bayern).

IGM Köln:

: "Die IG Metall hat aber die konkrete Formulierung des neuen AÜG genutzt, um bei den Branchenzuschlägen mit der Forderung nach einer neuen 65% Stufe für die Leiharbeitnehmer einen echten tariflichen,....Rechtsanspruch auf EQUAL PAY durchzusetzen. (http://koeln-bonn.dgb.de/themen/++co++782709b2-2672-11e7-ba50-525400e5a74a)

IGM Berlin:

"Der Tarifvertrag, um den es geht, ist noch nicht rechtskräftig.....Verabredet ist aber folgendes: In Betrieben kann über Betriebsvereinbarungen geregelt werden, dass Leiharbeitnehmer länger als 18 Monate eingesetzt werden dürfen. Das verbinden wir damit, etwa bei Daimler und BMW, dass die Leiharbeiter dann den Tariflohn der Metall- und Elektroindustrie erhalten und nicht den niedrigeren, der im Leiharbeitstarifvertrag festgeschrieben ist. (https://www.jungewelt.de/artikel/309862.die-ig-metall-ist-kein-freund-der-leiharbeit.html)

IGM BBS:

"Mit 65 Prozent Branchenzuschlag müssen die Unternehmen für die Leiharbeitnehmer laut unseren Tarifabschlüssen tatsächlich gleiche Entgelte (Equal Pay) bezahlen." (http://www.igmetall-bbs.de/aktuelles/meldung/die-leiharbeit-zu-regeln-bleibt-unsere-aufgabe/)

Das BAG hat in den letzten 4 Jahren mehrere Urteile gefällt in denen es geklärt hat was unter equal - pay zu verstehen ist. (z.B. BAG 5 AZR 1046/12).

Vier verschiedene Beispiele mit vier unterschiedlichen Vorstellungen was in der IGM heute nach 13 Jahren Tarifpolitik in der Leiharbeit unter "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" verstanden wird. Die gleichlautende Kampagne der IGM wurde inzwischen faktisch eingestellt.

Nach dem Besuch der organisierten LAN- Kollegen bei der TK in Frankfurt fragen sich diese Kollegen wozu man in der Leiharbeit überhaupt eine Tarifkommission benötigt wenn  diese unterschiedlichen Vorstellungen noch nicht mal thematisiert werden.

Gleiches gilt auch für die aktuellen Branchenzuschläge die nur für eine kleine Minderheit von Leiharbeitern verbessert werden soll wie aus der Beschlußvorlage des Vorstands unmißverständlich hervorgeht ( "wobei es bei der Staffelung ab der 6. Woche bleiben sollte.")

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IGM - Leiharbeitskollegen vom AK MiZ Augsburg/Donauwörth mit ihrem 1. Mai-Transparent vor dem Sitzungssaal der IGM - Tarifkommission Leiharbeit im Frankfurter DGB-Haus am 04. Mai 2017.